Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1891
- Issue
- Heft 4 (16.2.1891)
- Date
- 1891-02-16
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8. Selbst-Emancipation. Nr. 4. Edeldings Versuch, die glorreiche Epoche der davidischen Negierung in einer schönen, das menschliche und jüdische Herz fesselnden Erzählung zn schildern, ist im übrigens recht gut gelungen. Die Zcitinalcrei ist zutreffend/-auch ist daL Hebräische edel und claffisch. Die arabische Sprachlehre betitelt sich ein von Herrn A. E. Friedman» noch im Jahre 1883 herauSgegebcneS Büchlein, welches uns erst jüngst zu Gesicht gekommen ist. Es dürfte in der Ncdaction des „Hajoctz" in Bucarcst erhältlich sein und ist allen Stammesgenoffen zu empfehlen, welche, nur des jüdischen Jargons mächtig, sich in Palästina Niederlagen wollen. Die Grammatik ist kurz, leicht faßlich und gibt auch das Arabischein hebräischem Druck, ist also ein durchaus praktisches Buch. Belletristisches- David Alrop. Von Benjamin d'Jsraeli, Lord of Beaconsfield. (11. Fortsetzung.) „Welche. Zeit ist es, David?" „Nach Mitternacht. Ich möchte doch wissen, ob Dein Bruder unser glückliches Zusammentreffen in den Sternen lesen wird?" „Menschen lesen das, was sie wünschen. Er ist ein gelehrter Cabalist," „Aber was wir wünschen, kommt von oben." „So jagt man. Wir selbst schaffen unser Glück, und nennen es dann Schicksal." „Und doch erscholl die Stimme.. . „die Tochter der Stimme", welche Samuel aufforderte." „Ihr habt mir sonderbare Dinge erzählt, aber ich habe noch sonderbarere aufgeklärt gesehen." „Mein Glaube ist ein Felsen." „An dem Ihr zerschellen könnt." „Bist Du ein Sadducäcr?" „Ich bin ein Mann, der Menschen kennt." „Ihr seid gelehrt, aber anders als Jabastor" „Wir sind dasselbe, und doch verschieden. Tag und Nacht sind beides Theile der Zeit." „Und Dein Theil ist?" „Wahrheit." „Das heißt, Licht." „Ja. So blendend, daß es manchmal Finstcrniß „Wie Deine Ansicht." „Ihr seid jung." »Ist Jugend ein Fehler?" „Nein, im Gegentheile. Aber wir können die Frucht nicht genießen, während der Baum blüht." „Welche Frucht?" „Erkenntniß." „Ich habe geforscht." „Worin?" „In allen heiligen Dingen." „Woher weißt Du, daß sie heilig sind?" „Sie kommen von Gott." „Daher kommt alles. Ist jedes Ding deshalb heilig?" „Sie sind der verkündigte Ausdruck seines Willens." „Nach Jabastors Ansicht. Fragt den Alaun, der dort in jener Moschee betet, und er wird Euch sagen, daß Jabastor Unrecht hat." „Kurz, Du bist ein Moslem." „Nein." „Was denn?" „Ich habe Dir's gesagt . . . ein Mensch." „Aber was betest Du an?" „Was ist Anbetung?" „Schuldige Verehrung des Geschaffenen gegen den Schöpfer." „Wer ist dies?" „Unser Gott." „Der Gott Israels?" „Allerdings." „Dann zündet ihm nur eine ganze kleine Zahl Weihrauch au." „Wir sind das auserwählte Volk." „Auscrwählt zu Hohn, Spott nnd Schmach. Er-, kläre mir solche Wahl." „Wir vergaßen ihn, bevor er uns züchtigte." „Warum thateu wir das?" „Du kennst die Geschichte unseres hciligenVolkcs?" „Ja ich kenne sic; wie jede Geschichte, Annalen voll Blut." „Aunalcu voll Sieg, der wieder herabthaueu „Wenn Erlösung nur ein anderer Name für Blutvergießen ist, so beneide ich keinen Messias." „Bist Du Jabastors Bruder?" „So pflegte unsere Mutter zu sagen; ein sanftes, edles Weib." „Houain, Du bist reich, und lvcisc, und mächtig. Deine Untergebenen sprechen von Dir mit Preis oder Furcht, und beides ist empfehlend. Du hast unsere alte Bundcsladc verlassen; weshalb? . . . gilt gleich. Wir wollen darüber nicht stteitcn. Es ist doch etwas, daß Du, ob auch ein Entfremdeter, doch kein Renegat bist. Die Welt meint es gut init Dir, Honain. Aber wenn statt Segnungen und Kniebeugungen Du gleich Deinen Brüdern nur mit Stößen und Flüchen behandelt würdest, wenn Du jeden Morgen aufstchcn würdest, nur um zu fühlen, daß Dasein eine Schmach sei, und Du Dich von Allen, die Dich umgeben, als etwas llnglückliches nnd Bösartiges geflohen sähest; wenn es Dein Los wäre, gleich den, ihren, wenn's zum Höchsten kommt, in einer nidcrigcn und ungelannten Laufbahn cinherzuschrciteu, hoffnungslos und ohne Ziel, oder mit keinem anderen Ziele als einem herabwürdigendcn;, und alles dieses doch mit beut lebendigen Gefühle Deines innern Wcrthes, und der tiefen Ueberzeugung einer höher» Abkunft, — daun würde Honain vielleicht auch ergründen, daß dieser Zustand ivohl Ivcrth sei eines Strcbcns nach Freiheit und Ehre." „Ich bitte Euch um Verzeihung, David. Ich glaubte, Ihr wäret Jabastors Zögling, ein ttäumerischcr Lehrling, aber ich sehe, Ihr habt hohen Ehrgeiz." „Ich bin ein Fürst nnd möchte gern ein Fürst sein ohne meine Fesseln. (Fortsetzung folgt.) Correspondenz der Redactio». Karmus in Wien. Wir bekennen reuig, daß unser Urtheil über Ihre poetische Begabung in der Ncdactionscorrcspondenz der vorigen Nuniiner zu hart war. denn in humoristischen Gedichten zeigen Sic sich als Meister. Umso mehr bedauern wir, auch Ihr „Krokodilen"-Gcdicht nicht aufnehmen zu können, da man sich an der burschikosen Manier desselben stoßen könnte. Ucbrigens weinen Sie dieser Ihrer Dichtung weder Krokodils-, noch andere Thränen nach; sie bleibt in unserer Mappe wohl aufbcwahrt, bis zu dem Augenblicke, da wir dieselbe eine,» etwa neu erstehenden national-jüdischen Witzblatte übergeben können. Rcmos. Ihr Beittag für diese Nummer zu spät gekommen. Herrn I. E. in Boryslaw. Diese Artikel können wir wohl nicht mehr gut aus dcni genannten Blatte übersetzen; dagegen soll es uns freuen, selbst von Ihnen geeignete Arttkel zn erhalten, die ivir dann gerne aus dem Hebräischen übertragen. Correspondenz der Administration. Der Verein „Admath Jeschurun" ersucht uns den Empfang folgender Gelder aus Horazdovic in seinem Namen dankend zu bestätigen: Von Frau Ietti Kohn und Herren Gottlicb Kohn nnd Marcus Kohn die Jahrcsbeittägc von je 2 fl. 40 kr., zusammen 7 fl. 20 kr, und von Herren I. U. C. Julius Dux und I. U. C. Moritz Kohn Spenden im Bettage von je 1 fl., zusammen 2 fl. , , Eingesendet. Lemberg, 1. Feber 1891. Löbliche Ncdaction! Wir ersuchen Sie um die Veröffentlichung des nachstehenden Ausschußbeschlußes: „Wir erklären hiemit, daß wir. mit der in Kolomea erscheinenden „Jüdischen Volkszeitung" in keiner Verbindung mehr stehen, da dieselbe in der Nummer 6 vom 1. Februar 1891 eine als Affimilator bekannte Persönlichkeit*) als Candidaten für den Ncichsralh empfiehlt, was gegen die Principicn unseres Vereines verstößt." Achtungsvoll Für die Leitung des Vereines „Zion": Adolf Stand, I. F c l d, _Secrctär. Obmann.' *) Dr. Byk._Die Redactio». Ein oder zwei Knaben im Alter von 13 bis 17 Jahren in volle Verpflegung zu nehmen, wünscht ein anständiges Haus. Adresse iii der Administration, d. Bl. Socbc» erschienen: jl’X nPÜJT hebräische Gedichte, Prachtausgabe, als Geschenk zu cmpfchlen. Preis 75 Pf. 10 Exemplare 5 Mark. Zu haben beim Verfasser stud. phil. Lazarus Goldschmid, ._Berlin, Sophicnstr. 14._ Mitfrijcii’e “TO BciMiuation Wien, Bez., kvipplingerstraße 47, vis-a-vis der Börse. Gute Küche, vorzügliche Getränke, aufmerksame Bedienung. — Großer Saal für Unterhaltungsabcndc, Versammlungen, Hochzeiten. rrrt: in echter, unverwüstlicher Goldschrift, eigener Idee und Ausführung, auf lithographischem Wege nicht nachzuahmen, in den feinsten Zimmern als Zierde dienend und zu Hochzeitsgeschcnken ganz besonders geeignet, empfiehlt in 3 verschiedenen Sorten zu M. 10, M. 15 und M. 20, ebenso Jahrzeitstab ellen in gleich schöner, zweckentsprechender Weise, auf 50 Jahre int Voraus berechnet. Lehrer Mansbach _Carlsruhe in Baden, Cirkel 30. . "fo«T7 nn, djt "svn„ tfSDin DJ> na - — 1li6 82,' unü "fsb f’sa» ncDi "p?n nn,Z "ci'aanb ivi ina,, pitti in,in itfiDn '"p -pyj ."/vdi.Z mna 'n o"n 5 n’dtd ,niL' inn 0 nirH ii'tiv piios mix iK2>a -piNö 10 naiwö : rwvllir Ncdaction „Ha'zman", Krakau (Galizien) Grodgaffc 62. Klkam Selchwaarenfabrikant in Pilsen (Böhmen) empfiehlt sein IliO Wurstzcug in vorzüglichster Qualität. Ln gros et en detail. CH. D. LIPPE Wien, 2. Bezirk, Praterstratze Nr. IS empfiehlt sein ivohlaffortirtes Lager von Werken der hebräischen und jüdischen Literatur. Itzerilfeld's ^^2 Uestmiration Wie», I., Franz Josefs-Duai, vis-a-vis der Stefaniebrücke. Vorzügliche Speisen und Getränke, aufmerksame Bedienung. — Großer Saal mit Clavier für Hochzeiten und andere Festlichkeiten. - Für die Ncdaction verantw.: Dr. Nathan Birnbaum. Buchdruckerei Schloßberg, Wien, n., Stephanicstt. 2