Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1891
- Issue
- Heft 2 (16.1.1891)
- Date
- 1891-01-16
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S. S el b st - E m a n c i p a t i o n. Nr. 2. (Einer, der die Wallfahrt nach Mekka gemacht hat) sagte Ali, sein Herr. „Und was sagst Du dazu, Bursche?" fragte Honain. „Daß er ein fascher Bösewicht ist, der lügt, wie Sklaven es immer zu thun pflegen." „Derb und vielleicht wahr," versetzte Honain. „Du nennst mich einen Sklaven. Du junger Spitzbube!" rief Abdallah aus; „soll ich Dir sagen, wer Du bist? Euer Hoheit, hört nicht auf ihn. Es ist eine wahre Schande, solch' eine Creatur vor Euch zu bringen; denn beim heiligen Steine und so wahr ich ein Hadschi bin, ich zweifle gar nicht daran, das; er ein Jude ist." Honain ward etwas bleich und biß sich in die Lippen. Es that ihm vielleicht leid, daß er so öffentlich sich für ein so verhaßtes Wesen verwendet hatte, als ein Hebräer war, aber er wollte doch auch nicht Jemand aufgeben, den er kurz vorher zu vertheidigen entschloffen war, und so fragte er den Jüngling weiter, woher er den Ring bekommen habe. „DiesenRing gab mir meintheuerstcrFreund, als ich zuerst eine gefährliche Pilgerfahrt antrat, die noch jetzt nicht beendet ist. Es gibt außerdem, der mir ihn schenkte, nur noch eine Person in der Welt, der ich ihn überlassen könnte, und mit dieser Person bin ich nicht bekannt. Möge alles dieses auch ungewöhnlich scheinen, wahr ist es gewiß. Ich bin verlassen und freundlos, aber 'ich bin kein Bettler, und kein Elend wird mich auch dahin bringen, einer zu werden. Da ich mich durch verschiedene Umstände völlig erschöpft fühlte, trat ich in das Kaffeehaus und legte mich hin, vielleicht um zu sterben. Ich konnte nicht schlafen, ob meine Augen sich gleich geschloffen hatten, und nichts ivürde mich aus meiner gänzlichen Erschlaffung, die ich für einen Todeskampf hielt, geweckt haben, als dieser Räuber, der nicht warten wollte, bis ihm mein Tod verstartete, sich ruhig in den Besitz eines Edelsteines zu setzen, den ich höher achtete, als mein Leben." „Zeige mir den Edelstein." Der Jüngling hielt Honain seine Hand hin. „O meine Fatime!" rief Abdallah. „Schiveige!" sagte Honain. „Page, rufe einen Juivelier." Honain untersuchte den Ring sorgfälttg. Mochte er nun kurzsichtig sein, oder das trübe Licht des Bazars ihn daran hindern, den Ring gehörig zu betrachten, kurz er hielt die Hand vor die Stirn, und einige Augenblicke lang war sein Gesicht nicht zu sehen. Der Juwelier kam, legte seine Hand auf's Herz, und verbeugte sich vor Honain. „Schätze diesen Ring," sagte Honain leise Der Juwelier nahm den Ring, betrachtete ihn mit forschenden Augen nach allen Richtungen, hielt ihn gegen das Licht, berührte ihn mit der Zunge, drehte ihn um und um, und erklärte zuletzt, daß er einen solchen Ring nicht unter tausend Dirhems verkaufen könne. „O ganz-gewiß!" rief Abdallah. „Und Du, Bursche, willst Du, wenn die Entscheidung zu Deinem Vortheile aussällt, für diesen Ring das Doppelte von dein Schätzungswerte annehmen?" „Herr, ich habe die Wahrheit gesprochen. Ich kann diesen Ring selbst für den Palast des Kalifen nicht weggeben." (Fortsetzung folgt.) Correspondenz der Redaction. □ in Magdeburg. Nach Schluß des Blattes eingelangt, daher erst in nächster Nummer. Correspondenz der Administration. Herrn Leopold Mandl in Röhrenbach. Bestätige dankend den Empfang von 2 fl. als halbjähriger Abonncmentsgebühr und von 1 fl. 20 kr. als halbjährigen Mitglicdsbeittages für „Admath Jeschurun". Akademischer Verein „Kadimah". Einladung zu dem Samstag, den 17. d. M. in Hernfelds Restaurant, 1. Bezirk, Franz Josefs-Quai 25 stattsindenden Geselligkeit^- (Herren-) Abend. Vortrag des Herrn Di Löwy über „Die Geschichte der Juden in England". Gäste herzlichst willkommen. Beginn 8iUhr Abends. Für den Ausschuß: Med. Drd. A. Schwarz Mcd.Drd.M.Rosenthal d. z Schriftführer. d. z. Präses. Lovitschek'F -,£>3 Restauration Men, Bez., Mpplingerstraße vis-a-vis der Börse- Gute Küche, vorzügliche Getränke, aufmerksame Bedienung. — Großer Saal für Unterhaltungsabende, Versammlungen, Hochzeiten. Die seit 34 Jahren in Lyck (Ostpreußen) herausgegebene, rühmlichst bekannte hebräische Wochenschrift „Hamagid" erscheint seit dem 15. October 1890 in Berlin unter Mittvirkung berühmter jüdischer Schriftsteller und Gelehrter. Sie enthält genaue und ausführliche Berichte über die Lage der Juden in allen Ländern der alten und neuen Welt, Besprechungen aller wichtigen Zcitfragen, literarische und historische Aufsätze auf dem Gebiete des Judenthums k. und eine besondere monatliche wiffenschaftliche Beilage. Abonnementspreis im Inland 12 Mark, im Ausland 16 Mark. Rabbiner und Cultusbeamte erhalten 25 Percent Rabatt. Abonnements für den „Hamagid" werden in allen Postämtern angenonlmen. Probenummern werden Jeberniann auf Wunsch gratts zugeschickt. Herausgeber: S. FnchS. Adresse: Redaction des „Hamagid", Berlin. Neunter Jahrgang, Diese in hebräischer Schrift und leichtsaßlichcr deutscher Sprache von A. H. Zupnik herausgcgebenc Zeitung bespricht. Politik, Tages- Ercignisse und intcrcssirt sich besonders für jüdische Angelegenheiten. 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Diese angeführten Eigenschaften, verbunden mit dem bedeutend billigeren Preis lassen uns hoffen, das wir durch die Einführung dieses für die Zukunft sehr wichtigen Nahrungsmittels den ungctheilten Beifall aller Elasten der Bevölkerung erwerben werden. Brüder Hirsehfeld & Comp. Zea-, Rollgersteu Schälerbsen-Fabrik Comptoir: Wien, II., Untere Augartenstr. iS Für die Redaction vcrantw.: Dr. Natha» Birnbaum. Buchdruckern Schloßberg, Wien, n., Stephani estr. 2