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Selbst-Emancipation · 1890-07-16 · Heft 8 (16.7.1890) · p. Seite 7

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1890
Issue
Heft 8 (16.7.1890)
Date
1890-07-16
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 8. S e l b st - E m a n c i p a t i o n. Seite 7. Leider ist jedoch nicht, einmal das Gebäude errichtet oder angckauft, in dein diese Schule untergcbracht werden soll. (,,Safah berurah“). Vereine unter diesem Namen, welche, wie bekannt, hebräische Sprechvercinc sind, gibt es gegenwärtig mit großer Mitgliederanzahl in Jerusalem, Odessa, Warschau, Moskau, Pinsk. In.vielen Orten sind solche Vereine eben in Bildung begriffen. („La jeunesse israelite“.) Dieses seit Anfangs Mai d. I. in Oran (Algier) in französischer und arabischer Sprache erscheinende jüdische Blatt hat zionistische Tendenz, und begrüßen wir diesen Mitstreiter im fernen Afrika mit den besten Glückwünschen ans treuem Bruderherzen. (Meteorologische Station am Galiliiischen Meere.) Der „Palestina Exploration Fund“, welcher bereits bisher in Jerusalem und in Sarona meteorologische Beobachtungen hak anstelleu lassen, beabsichtigt, eine inetcorologische^Station in Tibcrias unter Leitung von Dr. Torrance einzurichten. Da dieser Ort 207 m. unter dem Spiegel des Mittelländischen Meeres liegt und noch niemals in einer so tiefen Lage längere Zeit hindurch Beobachtungen angestellt waren, so sind interessante Ergebnisse zu erivarten. (Cine Gegenüberstellung) recht bezcichucter Art lesen wir in einer Pariser Correspondenz der »Hazefirah«: „Diese Woche starb hier in Paris der ausgezeichnete Mann und Zionsfreund, Rabbiner Jacob Deiches (es ist dies derselbe, an dessen Grabe der Grand-Rabbi von Frankreich, Zadoc Kahn, seine für den Zionsgcdanken begeisterte Rede hielt. Amu. d. Sied.) der aus Charkow hierher gekommen ivar, um wegen Ankaufs neuer Grundstücke im Laude unserer Väter Anstrengungen;u machen, und kein geneigtes Ohr gefunden hatte, — ans tiefer Kränkung. Zur selben Stunde spendete der bekannte jüdische Millionär Osiris 10.000 Francs für die Errichtung eines Denkmals der Jungfrau von Orleans, welche Frankreich zur Zeit der 'Noch gerettet hatte.— In derselben Correspondenz werden überhaupt den jüdischen Gcldgroßen recht viel Wahrheiten gesagt und ganz besonders deren Bcthciligung an dem Nennsport, für den sie Unsummen verschleudern, aufs schärfste gegeißelt. Auch die Mode gewordene Jagd derselben nach , Eheschließungen mit altem europäischem Adel schach Gebühr be- oder richtiger verurtheilt. 5.' (Personalnachricht.) Sonntag den 3. August . I>. I., Nachmittags halb 2 llhr, wird im sephardischisraelitischen Tempel in Wien, 2. Bcz., Circusgassc 22 der Chef-Redacteur der „Sclbst-Emancipation": Herr Dr. 'Nathan Birnbaum mit Fräulein Rosa Korngut getraut. Die Gratulation findet nach der Trauung, und zwar 2. Bez., Schiffamtsgasse 4, statt. Literarisches. Kavvereth, Literarische Sammlung, Odessa, 1890: Wir sind bereits gewohnt, in Rußland die prachtvollsten Blüthen neuhebräischer Literatur sich entfalten zu sehen. Jener Theil der Judricheit, ivelcher über 2 hebräische Tageszeitungen verfügt, und Erstaunliches in der Production guter und schönausgestatteter hebr. Bücher leistet, kann uns fast nicht mehr mit neuen literarischen Gaben überraschen. Und" dennoch ist »Kavvereth* eine lleberraschung, ein Buch, dessen Inhalt seiner noblen äußeren Allsstattung entspricht. Die bedeutendsten - hebräischen Schriftsteller haben an dem Buche mitgearbeitet, und sind fast alle Aufsätze von elastischem Werthe. Das Werk steht auch unter dem Banner der nationalen Idee, wie die meisten hebräisch-literarischen Erzcugniste Rußlands, wo sich die hebräische Sprache sehr selten, wie dies anderwärts leider so oft geschieht, zur Dienerin destrrictiver, assimilatorischer Tendenzen hergibt. — Die Sammlung beginnt mit einem Gruße an den hebräischen Sprechverein »Safah berurah« in Jerusalem, der tu bezaubernder schwungvoller Prosa von Salomo Halkaschi geschrieben ist. Darauf folgt ein Artikel von Moses L. .Lilienblum, welcher auch als Redakteur des Buches zu betrachten ist, betitelt: „Was verlangt - die 'Nationalität?" Wir erwähnen noch die.Aufsätze „Die Einigkeit" von S. W. Mendelin, „Wir und unsere Väter" von A. L. Lewinski, und das am Schluste des Buches abgcdruckte hebräische Volkslied „Zion, Zion'." Der Reiz dieser nationalen Dichtung läßt sich nicht beschreiben. Echter Dichtcrgenills lind der unnachahmlichc erhabene Klang des hebräischen Idioms vereinigen sich, um eine Perle von Poesie zu schaffen. — Wir werden nicht ermangeln, unsere Leser mit Einigem aus -Kavvereth* in Uebcrsetzung bekannt zu machen. 2emaob David (David Gaus' chronikartige Weltgeschichte) übersetzt von Gustav Klcmpcrer, mit Einleitungen und ergänzeltdcn Anmerkungen Hcrausgcgeben von Dr. M. Grüuwäld, 1. Heft. Prag 1890, — Durch Herausgabe dieser Hefte hat sich Herr Dr. Grünivald ein besonderes Verdienst erworben, indem er das bekannte Werk des jüdischen Chronisten aus dein 16. Jahrhundert, der sich auch mit KoSmographie und Astronomie beschäftigte und darüber schrieb, weiteren Kreisen zugänglich machte. Das soeben erschienene 1. Heft kostet 1 fl. und wird dessen Anschaffung Jedem auf das Beste empfohlen. Hamiszchar wecharoscheth hamaasseh be-erez Israel (Handel und Industrie in Paläcstiua) von David Judilewitz. Warschau 1890. Ein höchst instructives und umfassendes Buch und jedem, der sich über Handel und Jndllftric im- Lande unserer Väter informiren ivill, unentbehrlich. Wir verweisen übrigelts auch auf das Inserat in dieser Nummer. j*ur Aufklärung. Es mehren sich die Fälle, daß Personen in die Nedaction der „Selbst-Emancipation" kommen und hier tlin Verschickung nach Palaestina und Anweisung von Grund und Boden ansuchen. Dabei sind wir zur Keitntniß des Umstandes gckoinmcn, daß sich unter den Massen der galizischen tlnd bukowinischen Juden die abenteuerlichsten Gerüchte über Ankauf von großen.Grundcomplexen in Palaestina durch diverse Geldbarone tlnd unentgeltliche Vertheilung an Auswanderüngslustige festgesetzt haben. Diese Gerüchte, resp. die Aufnahme derselben seitens .der Bevölkerung, zeigen, tvas gethan werden könnte, wenn unsere Finanzgrößen wollten. Aber das geschieht eben r.icht und sind solche Gerüchte, denen unvermeidlich Enttäuschung folgen muß, nur danach angethau, um der Zionssache zu schadcil. Wir fügen zur 'Aufklärung hinzu: Die Ansiedlung von Juden in Palaestina kann nur eine sehr allmälige sein, ivill man nicht die heilige Sache in 'Mißkredit bringen — denn erstens braucht ein Land Zeit, um eine wachsende Einwohnerzahl vertragen;u können und zweitens muß jedem Einwanderer in Vorhinein die Er- 'haltungsmöglichkeit gesichert sein.' In letzterer Beziehung hängt Natürlich die Frage rascherer oder langsamerer Besiedelung vom Geldpunkte ab und da läßt der Stand unserer Sache eben noch viel zu wünschen übrig. Von Baron 'R. in Paris abgesehen, steht die jüdische Geldaristokratie dem großen N a t i o n a l w e rk e vollständig fern e. So ist das Volk auf sich selbst angewiesen; in Rußland kommt es jo ziemlich seinen Pflichten nach, wiewohl auch dort die Bewegung noch allgeineiner werden müßte. Hierzulande aber habeil wir, offen gestanden, tveder Adel noch Volk, die geben wollen. Unsere Zeitschrift eröffnet erst die Campagne gegen eine erdrückende Ueberzahl von Gleichgiltigett tlnd Gegnern. 'Möge uns der Himmel den endlichen Sieg verleihen! Wir in Oesterreich können also solange nicht selbst ans Colonisationswerk gehen, bis wir nicht eine größere Partei, und mit ihr halbwegs genügende Geldmittel zusammengebracht haben. Bis dahin kann nufere Aufgabe nur im Propagiren unserer Zdceil bcstehcil; mir in Ausnahmsfällen, wo jemandem bereits mit wenigem, oder auch blos mit gutem Rathe geholfen ist, — also dann, wenn er entweder selbst Vermögen hat, oder ein in Palaestina gesuchtes Handwerk versteht — können wir auch jetzt schon practijch wirken. Sonst müßen wir uns noch gedttldcit und auch diejenigen um Geduld bitten, welche von uns Hilfe heischen. Correspondenz der Redaktion. Herrn A. K. in,Odessa. Ob wir den beigelcgren Bries veröffentlichen werden, bedarf »och der Ueberlegniig. Ihn z» dem andern von Ihnen angeregte» Zweck zu verwenden, ist uns unmöglich und könnte besser von Rusiland direct geschehen. Herrn I. <N. in Tarnopol. Brief folgt. Herrn E. in Braila. Brief folgt. Herrn 3. C. in Augustowo. Ihre Schrift wird noch besprochen und benützt werde». Herr» H. R. in Wien. Wir begrünen Sie als Ex-Anonymns auf das Herzlichste und danken Ihnen für die Empfehlungen. Die Arbeit mutzte das ZeitnngScouiite leider ablehnen. aiatiiajaiaiaiaiaiai8iataiaiaiaiaiaiaiaiaiataiaia#ia>a<a(aiatiiaia(B(a(a(aiati>a(iiafa(>iaia(atai Correspondenz der Administration. Löblicher Verein „Zion" in Lemberg. Der Empfang der 'Abonnementsgebühren (je l fl. rür das zweite Quartal 18i>0) der Herren Dr. I. Auerbach, Drd. D. Hefcheles, I. KorkiS, D. Sigall, M. Steriler, D. Tieger wird dankend bestätigt. 8:8181818181818181818181818111818181818181818181818181818181818181818181818181818181811181818181 Wir geben bekannt, datz die Redaction Corrcfpondcnzen nicht üloS in deutscher, sondern selbstverständlich auch in hebräischer, ferner aber auch in arabischer, böhmischer, englischer, französischer, italienischer, polnischer, russischer und spanischer Sprache anniimnt und bei-Verwendbarkeit in deutscher Ueberseyung veröffentlicht

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