Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 6 (16.6.1890)
- Date
- 1890-06-16
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3092672-3092764-3092770--0470-3093426- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 6. nur 3 die Unterstützung des Vereines „Lemaan Zion" in Anspruch nehmen. Von diesen Familien leben nur 2 vom Handel, mährend alle übrigen Arbeiter und Handwerker sind. Mit den Bewohnern der Stadt leben sie in Frieden. — Der Verein „Lemaan Zion" hat bereits vor geraumer Zeit dafür gesorgt, .daß in Hebron, das seit Beginn der Palästinabewegung jüdischer Bevölkerung zugenommen hat, den jüdischen Kindern arabischer Unterricht ertheilt werde. Die Kinder haben nun bereits bedeutende Fortschritte in dieser Beziehung gemacht. Die Erlernung der arabischen Sprache ist für die Juden Hebrons, wie Palästinas überhaupt ungemein - wichtig, sind sie doch auf den geschäftlichen Verkehr mit den Ambern angewiesen.' Abgesehen davon könnten sie bei Kenntnis des Arabischen staatliche Anstellungen erhalten. Als interessantes Moment möge noch angeführt sein, daß in Hebron keine Christen wohnen, weil sie dort von dem Fanatismus der Muselmänner nicht geduldet werden. — Die Colonisten von Nosch-Pinah haben eine Ortsgruppe des hebräischen Sprechvereins „Safah berurah" in Jerusalem gebildet. Das geistige Leben in der Colonie ist überhaupt ein sehr reges: der Feierabend wird allgemein zur Lectüre benützt. — In Jerusalem ist eine Zeitung im jüdischen Jargon gegründet worden. Es ist begreiflich, daß dieses neue Unternehmen bei vielen Nationgesinnten welche eben an die Einführung des Hebräischen gehen/ unangenehme Empfindungen enveckt hat. Man muß jedoch damit rechnen, .daß ein großer Theil der jüdischen Bevölkerung Jerusalems und Palästinas, der nur den Jargon versteht, bisher einer-Zeitung ganz entbehrte, und das. Blatt daher abgesehen von seiner allgemeinen culturcllcn Bedeutung gerade für die Propagirung der nationalen Idee (Ackerbau und Belebung des Hebräischen) ungemein wichtig werden kann. Literarisches. lad Jossef (Monumentum Josephi.) Briefe, Gedichte und .Inschriften ,von Josef Almanzi, zum. 1. Male herausgegeben von Jsak Haim (Vittorio) Castiglioni. Triest 1889. Professor Vittorio v. Castiglioni bringt uns mit diesem Buche ein gar werthvolles Geschenk als Beweis seiner Liebe zur hebräischen Litteratur und zu den Zionssängern, unter welchen er selbst einen Ehrenplatz einnimmt. .Der erste Theil bringt eine - Serie noch, nicht erschienener Briefe von Josef Almanzi an verschiedene Gelehrte seiner Zeit, unter welchen wir Namen wie Luzzato, Regio u. s. w. : begegnen. Sie sind, mit Ausnahme eines, sämmtliche wissenschaftlichen Inhaltes. Der Stil erinnert " uns lebhaft ° an.die spaniolisch-italienische Schule. Die Gedichte im 2. Theile sind herrlich, die . Sonette sind bezaubernd, unübertroffen in Forni und Metrum. Wo Almanzi Uebersctzer. ist, er- - scheint er fast größer als der Autor, so in der llebcrsetzung der »de arte poetica epistola« des Horaz. Wirkt ja schon das Hebräische ungleich klangvoller auf's Ohr'als das Lateinische. Aeußerst gelungen sirrd auch die Üebersetzungen des Metastäsio in feineni Adriano 3. Act, 6.. Scene und aus Petrarca. Herrn Prof. Ritter von Castiglioni, der S c l b st - E in a n c i p a t i o n. die Herausgabe dieses Buches ermöglichte und gleichzeitig seine interessante für die Biographie Almanzi's und anderer Dichter und Gelehrten seiner Zeit wichtige Amnerkungen zur schönen Vorrede des Prof. S. D. Luzzatto beifügte, verdient dafür allen Dank. Dr. H n. Jllustrirtcr israelitischer Volkskalender für das Jahr der Welt 5651. Gesainmelt und herausgegeben von W. Pascheles, Nennunddreißigster Jahrgang. Prag 1891. Ein sehr empfehlensiverthes Stück der Kalcnderliteratur, ehrwürdig schon durch sein Alter und besonders reichhaltig. Er enthält Interessantes für alle Stände. Eine gute Arbeit in dem Büchlein ist die Studie des Dr. M. G r ü n w a ld, Rabbiners und Redactcurs des „Jüdischen Centralblattes" in Jungbunzlau, der sich als glücklicher Forscher ans dem Gebiete der böhmisch-jüdischen . Geschichte einen Namen gemacht hat, über den alten israel. Friedhof in Prag. . - Eingesendet. Samstag, de» 28. Juni 1880, Abends um halb 9 Uhr, findet in Hernfeld's Restauration, 1. Bez., Franz Josefs-Qnai (vis-a-vis der- Stefaniebrücke) eineordentlicheGeneralversaunnlung des Vereines „Admath Jeschnrun" (Verein zur Colonisirung Palaestinas) statt. Tagesordnung : 1. Ersatzwahl an Stelle des znrücktretende» Ausschusses. 2. Eventnalia. — Vor der Versammlung — um 8 Uhr Abends — finden Einschreibungen neuer Mitglieder statt. Kein Zionsfreund in Wien unterlasse cs, zur Einschreibung, resp. Versammlung zu erscheinen. Wien, den 1». Juni 1890. Der Ausschuß des Vereines „Admath Jeschnrun." Wir glauben den Intentionen des Vereines „Admath Jefchurun" zu entsprechen, wenn wir den geehrten Lesern unseres Blattes einen Auszug aus den Statuten mittheilen: §. 1. Der Verein führt den Namen „Admath Jeschnrun" (Verein zur Colonisirung Palästinas) und hat seinen Sitz in Wien. —; 2. Der Verein bezweckt die Colonisation Palästinas durch arme und beschäftigungslose Juden. Die Erreichung dieses Zweckes wird angestrebt durch Propagirung der Colonisationsidee und durch finanzielle Unterstützung der Colonisten. —§. 3. Ordentliches Mitglied kann jede. Person werden, die einen monatlichen Beitrag von mindestens 20 kr. leistet. — §. 16. Das Vereinsvermögen wird nach Abzug aller zur Administration nöthigen Ausgaben in der Weise verwendet, daß mindestens 25 Perzent des am 1. Mai 1888 festzustellenden Cassäbestandes und der von da ab weiter einlaufenden--Gelder als Fond zur- -Unterstützung der Colonisten oder zur eventuellen Gründung von Colonien anznlegen ist. Der Rest ist zur Seite 7. Propagirung der Colonisationsidee, durch Aufrufe in Zeitungen, durch Unterstützung von Zeitschriften, die den Ziveck des Vereines fördern, und auf andere angemessene Weise zu verwenden. Beschlüsse über diese Verivendungcn stehen deni Ausschüße zu. lieber die Verwendung des Fondes, der mit pupillarmäßiger Sicherheit stets nutzbringend anzulegen ist, beschließt die Generalversammlung. — §. 23. Im Falle der 'Auflösung wird das Verinögen einem Vereine gleicher Tendenz zugcwendet; existirt ein solcher nicht, so ist dasselbe der jüngst gegründeten jüdischen Colonie zuzuwenden. — Es wäre zu wünschen, daß „Admath Jeschnrun" eine Menge Wiener und auswärtiger Mitglieder erhalte. Wir können aber nicht umhin, den Zionsfreunden in der Provinz die Gründung gleicher Vereine zu einpfehlen, welche sich dann alle zur gegebenen Zeit in einen aus vielen Ortsgruppen bestehenden, über ganz Oesterreich sich erstreckenden Colonisätlonsverem zusammcnschließcn könnten. Alls Zionsfreunde Oesterreichs, es gilt zu schaffen und zu . wirken! iiiiiiiiiiiiisiiiiiBitiiiiiiisiiiitiiiiaiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiaiaiiJiiitiiiiiiiiitiiiiKiiuiiiift Correspondenz der Redaetion. Herrn —-nk in Wien. Die Gründe für die Nichtaufiiahme Ihres gesch. „Eingesendct" werden wir Ihnen bei Gelegenheit mündlich bekannt gebe». Herrn W. B. in Brünn. Die Herren drüben haben ja von den Verhältnissen bei »ns in Oesterreich keinen Begriff, können daher anch nicht ein llrthcil darüber sich anmasjen, was zur Verbreitung der Zionsidee hierzulande noththut; jedenfalls sind wir in dieser Hinsicht competcnter. . Herrn Heinrich Loewe in Berlin. Wie Sie sehen, mit vielem Danke verwendet. Arbeiten Sie nur munter in der Metropole der 'Assimilation an der Verdrängung derselben durch die Nationaiidee! Herrn Dr. David Alcalcy in Belgrad. Herzlichsten Dank! Herrn A. L. in Lemberg. Eine» Theil Ihrer zesch. Correspondenz konnten wir nicht verwenden, weil uns früher schon eine Correspondenz gleichen Inhaltes aus Lemberg zugegangen war. — Eine solche Zeitschrift beginnt soeben in der afrikanischen Stadt Oran in französischer Sprache unter dem Namen „La jeunessc israelite" zu erscheinen. Sonst besteht ein ähnliches Blatt unseres Wissens nirgends. aiBiiiaiaiaiaiaiaiaiaiiiiiBiBiaiBiaiaiaiaiaiaiBiaiiiaiiiaiBiBiBiBiBiaiaiaiaiaiBiBiBiaiaiaiataiei Correspondenz der Administration. Löbl. Verein „Zion" in Lemberg. Wir bestätigen Ihnen dankend den Erhalt des Abonnements der Herren D. Hescheles (*/* Jahr), Moses Steriler (7* Jahr), Jakob Korkis ('/» Jahr), Dr. Josef Auerbach ('/. Jahr), D. H. Tieger ('/. Jahr), D. Sigall CA Jahr). Herrn Dr. I. Riilf in Memel. Bestätigen dankend den Empfang des ganzjährigen Abonnement«. Unser» Brief sammt Inhalt haben Sie wohl erhalten. ISSBISIfllBlBIfllBIBIBtaifllBIBIllSIBIBIBlBIBIBIllBIBiBlllBfBIBIBiBrBiBIBIBIBIBtfliBIfliBiatBIBIBIliB- An die löbl. Redactionen derjenigen Zeitschriften, an welche diese Nummer unseres BlatteS gelangt richten wir das höfliche und kollegiale Ersuchen, mit uns in gegenseitigen Austausch der Exemplare zu treten. Wir geben bekannt, daß die Redaetion Correspondenzen nicht bloS in deutscher, sondern selbstverständlich auch in hebräischer, ferner aber auch in arabischer, böhmischer, englischer, sranzöstschcr, italienischer, polnischer, russischer und spanischer Sprache annimmt und bei Verwendbarkeit in deutscher Uebersetznng veröffentlicht.