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Selbst-Emancipation · 1890-06-02 · Heft 5 (2.6.1890) · p. Seite 8

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1890
Issue
Heft 5 (2.6.1890)
Date
1890-06-02
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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■<Scitc8. Vertretung des benachbarten Suczawa in der Bukowina wollte nun 600 Laib! Brod und sonstige Spenden 'hinüberführen, um - sie' dort unter die Unglücklichen zu vertheilen; allein der rumänische Grenzaüfseher ließ die Expedition nicht' über die Grenze ziehen. Alle Vorstellungen bei den höheren rumänischen Beamten blieben erfolglos, und so mußten die Unterstützungen unterbleiben. Auch das - von - Suczawa während des Brandes nach Bürduscheni zügeführte Wasser wurde nicht' über die Grenze gelassen.' (Eisenbahn Jaffa-Jerusalem.) Die Gesellschaft 'der ottomanischen Eisenbahn von Jaffa nach' Jerusalem und deren Verlängerungen will die Linie Jaffa-Jerusalem in 2 Jahren' ausführen. : (Ans Marokko) langen furchtbare Berichte über - dort; stattfindende Mißhandlungen von Juden ein. Dieses barbarische berberische Land ist seit scher eine Brutstätte greulicher Judenverfolgungen. — Wie wäre' es? wenn die einflußreichen jüdischen Kreise Europas, welche sich bisher mit meist vergeblichen Vorstellungen und Beschwerden begnügten, an die Auswanderung eines Theiles der marokkanischen Juden und ihre Ansiedlung in Palästina dächten. Wir wollen Hiezu die- Anregung gegeben haben, überzeugt, daß durch eine; Niederlassung marokkanischer Juden im h. Lände auch für dieses selbst und die Zionsidee ein großer Vortheil erwüchse. . (Blutbeschuldigung in Damaskus.) Vor den Peßach-, respective Osterfeicrtagen gab es in Damaskus wieder Ereignisse, welche an die unheilvollen Ereignisse vor 50 Jahren in dieser Stadt erinnerten.' Ein christliches Kind war verschwunden; es gährte in der christlichen Bevölkerung und die Gährung würde durch eine Brochürc, welchdvön attgesehenen Bürgern der' Stadt öffentlich vertheilt wurde, begünstigt.' Man erfuhr unter anderem, daß die' Christen am' Samstag, den 19. April die Synagoge zu überfallen und die Juden niederzumetzeln beabsichtigen. Der Vali der Stadt traf die energischesten Vorsichtsmaßregeln, die freilich unnöthig wurden, als der Leichnam des Kindes in 'einem Brunnen im Hause eines Christen außerhalb des'Judenviertels gefunden würde. Während der mohammedanische orientalische Vali in der ganzen Affairc' sich musterhaft benommen hat, glänzten die Vertreter der europäischen, christlichen Mächte mit Ausnahme des englischen, durch völlige Nichtbeachtung des den Juden drohenden Unheils. ' ' Gngesendet. ' : Oechrter Herr Redäcteür! Jn 'einer'der' früheren Itummern Ihres geschätzten Blattes gebrauchten Sie anläßlich der: Besprechung der. Wiener GemeiNderäths- , Verhältnisse den Ausdruck: „freisinnige Judenfeinde". Wie sehr diese scheinbar, paradox, .klingende. Bezeichnung durch die Thatsachen gerechtfertigt) ist,^beweist neuerdings'das zum "Schrecken der'Majörität' der 'hiesigen jüdischen Wählerschaft dieser Tage abgeschlossene Conipromiß, zwischen! den ' arifchffrcisinmgen und antisemitischen.iGemeinderächeNi Zer Reichshaupt- und Residenzstadt Wien. .. Die Anhänger der jüdisch-nationalen Richtung jedoch könnte die Gesinnungslosigkeit und Heuchelei der sich liberal geberdrnden arischen Vertreter der hiesigen '! S e I b st - E m a n c i p a t i o n. - Nr! 5. Bürgerscheft nicht im ' geringsten ' befremden/.weil der übcrzeugungstreue Jude die aus der - Geschichte ^geschöpften. Erfahrungen sich stets .vor Augen hält und sich daher nicht der. trügerischen Hoffnung überläßt, daß die Mehrzahl unserer christlichen Mitbürger dauernd für die Sache der wahren Freiheit gewonnen werden könnte. üiii Gesinnungsgenossen! Möge nun in den einzuberufenden liberalen, demokratischen und. wie /sie alle heißen, Wähler- und Vereinsversammlungen die Haltung,'der sogenannten sorischrittlichen Gcmeinderäthe in . der Compromißfrage auf's schärfste und mit Stimmeneinhelligkcit mißbilligt werden, so bleibt dies doch nichts mehr und nichts weniger als eine — E n t r ü st u n g s k o m ö d i cwelche sich schließlich durch die salbungsvollen. Beschwichtigungen der freisinnigen- Gemeinderäthe in Wohlgefallen auflöscn dürfte. ' Unsere liberalen Blätter, welche sich gegenwärtig vor der im hiesigen Gemcindcrathe nun geschaffenen Situation entsetzen, werden aber in dem Tadelsvotum der. Wiener. Bürgerschaft wieder! eine - Emanation echt freiheitlichen Geistes erblicken und in . gewohnter Oberflächlichkeit . die beruhigenden. Versicherungen der scheinliberalen Gemeinderäthc als baare Münze in. den Kauf' nehmen, bis abermals brutale Thatsachen die Vertrauensseligkeit der liberalen Blätter Lügen strafen werden. .. ■ - , Die Vorgänge in den letzten Tagen sollten aber selbst die unverdrossensten Anhänger der Assimilation darüber belehren,'wie wenig sich die Jude» auf den Liberalismus ihrer christlichen Mitbürger verlassen dürfen, daß jene vielmehr in ihrer- Vereinsamung, die nun eine nicht hinwegzuleugnende. traurige Thatsache ist, mit der gerechnft werden muß, nur auf Gott und ihre eigenen Kräfte. vertrauen sollen. . Daß die so dringend nothwendige Solidarität aller Juden nur unter nationaler Flagge im' Sinne der „Sclbst-Emancipattön" einen! starken Damm gegen die antisemitische Hochfluth bilden kann, das zu beweisen, halte ich meinerseits für überflüssig, nachdem^ bereits-in-diesem Blatte die Berechtigung des jüdisch-uationalen Standpunktes in streng sachlicher, erschöpfender, und formvollendeter ' Darstellung auf das Ucberzeugendste bewiesen worden ist. Indem ich Sie, geehrter Herr Redakteur, um Aufnahme vorstehender Zeilen in Ihr geschätztes Blatt ergebenst bitte, verbleibe ich mit vorzüglicher Hochachtung Ihr treu ergebener S. M. Wien, 22. Mai 1890. . / . , ) Correspondenz der Redaction. " Herrn B. N. in Wie«. Wer der bekannte Wohlthäter ist, der so oft in den Colonien-Berichten genannt ist?. ,.Mcht der. .Baron Hirsch, wie. Sie ycrmüthcn, welcher im' Gegentheile für Pälacstina noch nichts gethan hat, vielmehr Baron E. v. R. in Paris, den die Zionsidee . schon viele Millionen Francs gekostet hat. Wären alle Finanzbaronc so wie dieser, dann stünde es anders um's Judenthum. y:r Löbl. Redaction der „Drohobyczcr Zeitung." In Nr. 10 Ihres gesch. Blattes isst vermutlich aus Äersehen, ein Originalartikel unserer Zeitschrift ohne Angabe der Quelle abgedruckt. Wir stellen . die collegiale Bitte darauf zu achtens daß künftighin ein solches gewiß auch einer löbl.- Redaktion unliebsames Versehen vermieden werde. Collegiale« Gruß! Herrn Jacob, Konstautinowöky in Odessa. Brief folgt. -- Studentenverein: ,>Anatoliea" in Riga. Besten Dank. .!;? Akademischer Verein für jüd. Geschichte und Literatur in Dorpat. Sie haben wohl die 30 Exeniplare erhalten. Agitiren Sie rüstig für das Blatt und genehmigen Sie'unfern'besten Dank im Voraus! Herrn Dr.: Adolf Salvendi in Dürkheim a. d. H. Besten Dank. ----- Ein' junger Mann, kaufmännisch. gebildet, sucht eine .Vertrauensstellung als Cassier, Magazineur oder dgl. Derselbe war duxch 7, Jahre! in einem Fabriksetablissement in ' Stellung Und vermag sich, durch Zeugnisse und-Referenzen zu empfehlen: Derselbe ist auch cauttonssähig. Zuschriften 'an die Redactton. Für die Redactton verantw.: Dr. Nathan Birnbaum. Verbreitet die „SelbstErnancipation"! I VW - Herr Dr. Leo Kohan in Kischinew hatte' die Güte, die Vertretung der „Sclbst- Emancipatton" für B e s s a r ab i e n unentgeltlich zu übernehmen, ivofür wir ihm zugleich herzlichst danken. Somit können Stämmesgenosseu in Bessarabien sowohl bei den vorgenannten Herrn als bei uns direct ihr-Abonnement anmelden, respective Zahlung leisten. Die Administration. Die Zeitschrift:; „^>elbst-Emancipcltion" ist wegen ihrer Verbreitung in den »leisten Län-! dern für Jnserirüngen besonders geeignet. Preis der Normal-Annonce (in der' Größe dieses Inserates — lU- Spalte) bei Imaliger Insertion I st. Kleinere oder größere Annoncen zu den entsprechenden Theilbeträgen.. —. Bei wiederholter Einschaltung Ermäßigung des Preises. . Um geneigte Aufträge bittet . . die Administration. An die löbl! Redäctiöne» derjenigen Zeitschriften, an welche diese Nummer unseres Blattes gelangt richten wir das höfliche und collegiale Ersuchen, mit uns in gcgenseittgen Austausch der Exemplare zu trete». Wir gebe» bekannt, daß die. Nedaction Correspondcnzcn nicht blos in deutscher, -sondern selbstverständlich auch in hebräischer, ferner aber auch in arabischer, böhmischer, . englischer, französischer, italienischer, polnischer, russischer und-spanischer Sprache «»nimmt und bei Verwendbarkeit in deutscher Ucbersetzung veröffentlicht Wir machen die geehrten auswärtigen Mitarbeiter darauf aufmerksam, daß der Schluß der Nedaction zwei Tage vor dem Datum des Erscheinens des Blattes erfolgt. E Jerusalem lp= Jahrbuch . ' zur Beförderung einer wissenschaftlich genauen Keimtniß des jetzigen und des alten Palästina. Hcrausgegeben, unter Mitwirkung von. Fachmännern im heiligen Lande und außerhalb desselben von A. M. Lnnez. ' in. Jahrgang. Preis: öl=ä ft.=6 fr. Dieses Jahrbuch, in der heil. Stadt erscheinend, welches sich bereits einen Namen in - der wissenschaftlichen Welt gemacht hat und von der Fachpresse, als die beste Quelle über. Vergangenheit und', Gegenwart des heil. Landes anerkannt wird, ist zu beziehen entweder direct vom Herausgeber: A. M. L u n c z in Jerusalem, oder von den.Herren Bezirksrabbiner-Dr.-Adolph-S ä l v e n d i, Dürkheim a. d. H., Bayern, L. Häm b u-r g e r, Uhlandstr. 56. Frankfurt a. 'M. — Für .Rabbiner, Lehrer und Cültusb'camte wird der Preis auf. besonderen - ----- Wunsch auf 3 M: ermäßigt. . Büchdruckerei Schloßbcrg, Wien, IX, Stcphaniestr. 2.

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