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Selbst-Emancipation · 1890-05-16 · Heft 4 (16.5.1890) · p. Seite 2

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1890
Issue
Heft 4 (16.5.1890)
Date
1890-05-16
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2. Sc l b st - E m a n c i p a ti o n. Nr.-4. Truglichter.,,.die , A Derjut«: zur Einsicht kommen, daß es nicht Teufclslichtern stW.dcm Moraste,dcs arischen Europa sich nachwinden HM, rfoydern-dM»/Leitsterne seiner Optionalen Pflichte», folgen muß, wenn es gerettet sein will. Unsere...iraüonalc. Pflicht aber ist, den Wittwcnschleier vom Antlitze der trauernden Tochter Zion, zu lösen "und'fie dem wiedererstandenewGe^ mahle ihrer Ju-gend/"dein / erwachten jüdischen Volk?, sin,,dst^ sehnend, geöfftreten Mrine zu führen. U.ns ere uativ na le Pflich t i st c s, dahin zw wirken, daß Jsrael, 'aird -dem LeimsttAb.o^d.LtN.neu,e Kraft schöpfend, sich wsi^Le^Ä^L^g.c,. ^uchd^-an.Fweihei t un d-'fit-tlsicher■;©ro§;e; werde', —' das Zjs'.rsa'eilj'd.'e^'. n/ und Geiste der von ihm mitgcschaf-. fcnlnlTelTjeif.* B. Ui r / 1 AuK -dem,/Tssehuchkü.etneK: jüdischem . -/ KauprK iin5Palästina;i -- ». : i? v i 1. Halbfeicrtag'des-Peßachfestes 5650. Lastgsaui 'wandeltder -leuchtende Vollmond^ über das reine- -Firmaments Eine r feierliche" Stille 'herrscht .ringst umhersi.-Die- Nacht Hfti’Doiv cmehv zartest/ verführerischen' Düfte ' blühender.- Citronen'? und Apfelsine»' ierfütttU Auf derbreiten,' -reinlichen Straße,n welche won beiden - Seiten " mit« Dattel-" bäumest' besetzt'- ist, begegnet man keiner lebendigen Seele.'!'Die -Fenster - der - kleinen,! - aber freundlichen Häu'schen-stiidübcrall geöffnet und durch dieselben kann man mngehindert-eisten'Blick in-die festlich geschmückten'- Stuben werfen, ist denen - die Fämilienhäupter tüit der Mitte der« Ihrigen den Peßüch--Seder Herrichten, im-''heiligen 'Lande selbst,'L^n-emelnsi-stnserer^eigenen'-Dörfer^- Welche Gefühle,'- welche Erinnerungen' erweckt dieser Astblicki. Man-rsendetrs'den--BlicknMch-j dem weitest OfLmssüüd-'rtzlaubt! vor-' sich die judäischen Berge zw:sehest, hinter denen in weiter "Ferne die klaren Mch rDc^er gegen / Osten' 'hin)die i ^Schritte der' Schaaren.jüdischer/ Kämpfer zu-"vcr- ' D-stchmiH welches zwar//von^-der / Wanderrmg^ in Esandigen Wüsten ermüdet, aber won''den Wüsten Hoffnungen für die, Zukunft erfüllt, geleitet von dem tapfcrn und weisen Führer Moses, muthig \ nuid.stosz si^rei^ Ziese eickgegenschreitcn-iGeskern noch,- ' Sklaven der unmenschlichen Pharaonen und heute durch die Gnade Jehovas freie Leute, nähern sie sich'dein! Lande, das schon ihren Urvätern-' vcr-' " fpröchenÄukdc - uni) welches sie'fich'Jetzt^zst icf=.’ kämpfen entschlossen,>sind .. . « Jahrtausende sind seither verflossen,,..Israel hat. während dieser, langen Zeit" gute und schlechte Tage gehabt. Als cs .in.vo.ller..Kraft..und..H.errlichkcit..stand,., vergaß.. es seiner.Vxrgangenheit<ünd-'begann seinen schönen - - Principien -und -musterhaften- Gesetzen -untreu-zn werden/ Und',vöst"steilem? ist/ es Sklave' geworden . Unter , hartem und unerträglichen Joche.„hat . sich_Israel, .wiederum„seiner_vcr-, lorcnen Vergangenheit erinnert, gedachte wieder jenes Landes,"-das einmal sein war,"/ist welchein - cs cinstuschone stnd-glückliche Tage'verlebt hatte.' " Leider treten auch'noch"''jetzt, wie einst, hie' ustd da-Schwächlinge-ustter''Israel auf, welche'dein' 1 hasttm Mnpfe nicht' gewächsest sistd/' leider hört man" auch''!jetzt'-gar allzuoft' die'Phrstft 'wiederholen: „Lieber bleiben wir egyptische Sklaven/ als' . daß-wir 'best-Tod in der Wüste "erwartest"/ eine Phrase,-'-welche auch die Energischesten, die Tap^ ' fersten unter^uns zu entlnuthigen iist Stande ist. ' "• ’ -■ . l 2l"Hälbfeiertilg. ' Ich erinnere mich an ettvas: Vor "20 "Jahren stin diese Zeit — ich /wär'/noch - Knabe — da sah ich eine Judcsthctze der civili- ' ' sirtest Europäer' mit an/ 'Es'war in ' Odessa. - Niemals wird - sich der Eindurck, den ich damals li erhielt, in mir verwischeil. Möbel/'"'Thuren/Fcst- ' ster,-'-' alles "wurde "vvn°ch'em'-Wbel"'z^ÄrümÄE.'' „Haut-bew Juden"/' ertönte plötzlich eine Stimme - -aus'der--'Mitte'des Volkes, ustd' siehe da, Steine; fallen von allen Seiten auf 'den Kopf eines alten, gebrechlichen- Mannes,- der verzweifend die Hände' ringt und aus aller Kraft schreit: „Was wollt Aurze rMeversicht! dw -Fortschritte" der - jüdischen- Loionisation "in VÄästma während der letzten 7 Mhre. " - Vortrag/ -gehcllteN'.bei"der feierlichen Versammlung des Vereines!„Bnej-Zion" in. Moskau am- Chänuka-Festc-/- T. ''1889''öon SÄ. Uffif^^E^u,l,3n0emEur.*) - /7: '"fFortsetzungO/ ' . Die Colonie. -Rosch-Pinah, bestm^d. bis -.vor. . Kutzestr ' 'aus . dem .dritten, Theile des arabischen- Dorfes. Ge-DÜi - und s uinfaßtc .im Ganzen eine Flache von'270 ^Deßjatiu Landes;' im-.:Dorigen . Jahre'./aber..kaufte, der, Baron... noch .ein, T)rittel . des erwähnten' Dorfes. dazu} und. so umfaßt,h^ute diese Ewlostie 520 D'eßjaün./Der Bar,on verhandelt., jetzt' init den./übrigep. Grstndbefltzern von. Ge-Oni. über/'i>tn Verkp^fj ihrer Erde, um auch, den Rest, des'Dorfes^' mit^ der Cdlynie Posch-Kinah zu verbinden. Die Araber sind . zwat'. vorläufig noch . nicht entschlossen,^,ihrest,Boden^dein, Barone.abzu- , tr-cten, /-her,,,endliche..Erfolg - kann,, .aber^ kaum . bezweifelt-,werden, da der.Baron kein-Geld scheut, ’k(^) Äst8 deuuNussischen übersetzt- Won A. Diamant: - um'---das - ganze -Dorf Ge-Oni' für-"die Colonieanzukaufen. In Rosch-Pmah befinden sich ungefähr 40 Häuser; einige derselben, und zwar vornehmlich'jene, welche in den ersten Jahren erbaut wurden, bestehen'-'aus nur -zwei Wohnzimmern, manche Häuser aber - enthalten 4 und 5 Zimmer. Fast, bei" jedem Hause ist ein Gemüsegarten zufinden) -.Gemeinnützige Gebäude gibt 'es hier ivic in - Sichron-Jakob/' nur - veriniffenwir - eine - Apotheke; auch -ist" hierkein Arzt-vorhanden. Die Colönisten - - können aber - Arzt" und" Arznei leicht aus dem--benachbartest,' so itahe gelegenen Zcphät sich verschaffen. Ferner befindet sich ist dieser Colonie auch--eine -große, gut eingerichtete Windmühle. — Eigentliche. Colonistensind -hier-zur-Zeit -240,- dazukommen -jedoch --nochdie- Taglöhner-" Alle sind-'-türkische UNterthänest.- Sicwählen! von -Zeit zu--Zeit .'-einen- Vorstand/- -Scheich -'gestaunt/ ausihrer -Mitte, "derihre- Jntereffest bei' der Regierstng zu)verttetest-hät/ ^'6!'----.^..--.""'-'- v- ::! Hinter5 Rosch-Piuah!in-! der Richtung nach Nordosten -liegt - die - - Colonie-' Jessnd-Hamaalah;' : Ihr, ich b.in'sia/EilcrxBrudcr/sivir;wohncn' ja«-schgn .solange beisammen^. .1. .si silnd -dicsiAntwort ' daraus-sist: i Mäuet-dieiJuden,- fort stn'it.Hncn"-i7?V 'O Gott!,-Wie/viel beraubte, -, geplünderte'''und!' verivundeteJuden liefen händeringend und jainmernd auf den Straßen umher! Grauenvoll war dieser Anblick. Dafür-aber lebten wir in einer euro- ' päischen, civilisirtcn Stadt' , s.!:- Ferner erinnere "ich mich des Jahres- 1882 in Warschau. - Ich zittere bei dieser Erinnerung. Damals war ich 'schon Student; ich-verstand es-also-,-besser,, das - Elend zu erfassest. Ich. .bewöhnte /zusammen mit einem Kameraden ein kleines Stübchen/" dessen Fenster nach dem -Hofe .führten.. —---Wir.hörten plötzlich unter dem Ansturiste einer uiigehcilcr ..großen. Menschcnmenge.die.Hauschore,krachen-unö/ die Thier geivordenen Menschen stürzten iw »den' -Hof." Einjunges/ -hübsches, "jüdisches- Mädchen stand',-ahstungslos', im Höfraume. .'/Zwei rohilste' Bursche aus der Menge packtest " das-arine Kind, .. unch^ b.evor,mir.es verhindern könsttcst, „war. das gräßlichste Verbrechen verübt. Als. wir. blitzschnell hinusttör- ^gelaufen' sivärcn,""um' das unschuldige Opfer aus den .Krallest der''Scheusale'"zu-rettest/' bemerkten" wir die' Gesiäl't' eines" Greises' "auf 'den' Bod.cn,. es. warFder/ .Vater^des/b.ejammcAswürdsigcn Mädchcnssi'der'''neben feister Eöch'tcr-in Ohn-' macht, gefallenwarf.- - >i- Wir zweifelten/--welchem der steiden Unglücklichen wir zuerst zu Helfe eilen sollten, als von ungefähr etwas stahlähnttchcs in der Luft erglänzte und auf das Haupt des Alten niedersaustc. Wser-Zweifel''war stnin entschieden; - denn der'"--unglückliche- Greis war 'bald eine-Leiche:'Bewußtlos, stand ich -da" und-weiß noch-heute nicht, was" mit. mir und .meiner-Um-:- gebung darauf-geschah . . :■:■■■}. Dic^ j/Polen nw-isaischer Eonfession " - glaubten ' - sich! - ^dadurch.-: zii retten,, daß sie- .ihre jüdischen' Namen abwarfcU-, - und doch: wurden mich )sie vom raubsüchtigcn" Pöbel -erkannt: -"! "! •' - -• : ' Auch Elisabethgrad/ Kiew,! Smjelo u. - A: kommen:mir heute in Erinnerung, nicht-weniger' das gebildete Oesterreich - Ungarn' init seinem Tisza-Eszlar und seinen" gegenwärtigen antisemiti-" diese-sist,'6.-> Stunden von Zephat entfernt undso nahe/ am- Ufer des/Meroni-See "gelegen, daßsehr.- oft. bei hefttgem Sturme das Geräusch: der Wellen : das. Sprechen ans der Straße der- Colonie übertönt. Der .ebestgenannte. Merotn-Sce' istsehr.reich-: an-verschiedenen-Jischartm,--und/ da der Fisch-,- fang , in.-.::ber Türkeiein freies Gewerbe -ist -und/ keiner-Steuer ustterliegt,-. so könnte aus -demselben fürdie-Colonistenein -prächtiger'Erwerbszweig' erwachsen / - leideraber ---mangelt! es - ihnen -noch vorläufig-.- an den--dazu nöthigen Geräthschaftcn, wie -z. B. Netzen - u. js. w. Die ColönienJcssud " Hamaaläh. - umfaßt jetzt einen Flächenraum; .von 230 Deßjatin,-sie-ist die fruchtbarste.allerColonien/- sowohl: der judäischen als -auch -der-galiläischcn. . Nichtsdestoweniger ist" das - Schicksal -der -dort " lebenden Colonistendas - allerbedauerlichste/-- denn ' die- Gründerdieser Colonie, - 25 - Familien -aus. Meseritsch in Rußland/konnten sich -/seit dein " Gründungsjahr, 1883/-.-bis zum Jahre -1887 trotz " der. größten - Anstrengungen und - ungeheuer - großen Kosten weder--einen, formellen Kaufschein, - noch

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