Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1 (1.4.1890)
- Date
- 1890-04-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite -8. S e l b st - E in a n c i p a t i o n. Nr. 1. In Osten Europas ■ dagegen ist die Frage der Wiederbelebung des Hebräischeneine. viel rascher und allgemeiner lösbare, und was hier in dieser Richtung schon geschehen ist, erzählt wohl am besten folgender der „jüdischen Presse" entnommener Bericht aus Moskau: „Der in Jerusalem entstandene Verein „Sapha berura" erfreut sich großer Sympathie unserer Jugend, die in ihrem Enthusiasmus für die Idee der Colonisation des heiligen Landes die Pcrwirklichung derselben mit Recht zum Theil von der Wiederbelebung der hebräischen Sprache abhängig sicht. Unterliegt cs ja auch in der That keinem Zweifel, daß größtentheils nur diejenigen für Zion Herz und Sinn haben, die mit der Sprache unserer Väter, mit den literarischen Schätzen unseres Volkes mehr oder minder vertraut sind. Kein Wunder daher, daß unsere, gottlob noch jüdisch denkende und empfindende Jugend sich um die Fahne des segenverheißenden Vereins „Sapha berura" schaart und auch in Rußland Zweigvereinc in's Leben ruft. In Odessa werden von den Ncreinsmitglicdcrn wöchentlich Samstag Vorträge in hebräischer Sprache gehalten. Hervorgehoben verdient zu werden, daß auch viele junge Damen dem Vereine angehören. Am 24. v. M. hielt Frl. Rebekka Lisschitz einen Vortrag, der von Sachverständigen in Bezug auf das Sprachliche als eine ganz vorzügliche Leistung anerkannt wird. — In Moskau ist auf Anregung des Herrn Br einin ein solcher Verein entstanden, und am 15. v.. M. eine Generalversammlung abgehalten worden, in der die meisten Mitglieder sich der hebräischen Sprache bedient. So erfreulich dieses Streben an sich auch ist, eine Mahnung glauben wir an unsere Jugend richten zu sollen, daß sie bei der Bildung von neuen Ausdrücken, welche zweifellos ein Gebot der Nothwendigkeit ist, recht vorsichtig zu Werke gehen möge. Es würde sich vielleicht empfehlen, daß die neuen Ausdrücke und Wortbildungen der Begutachtung einer Commission von Autoritäten auf hebräischem Sprachgebiete uirterbreitet werden, um so den Fortschritten der Zeit Rechnung zu tragen, ohne den Geist des alten, wohlklingenden Hebraismus zu verletzen. Auch nicht jüdische Zeitungen begrüßen das edle Bestreben unserer Jugend mit sehr sympathischen Worten, und selbst im hiesigen Offizierclub, dessen Alitglieder bekanntlich nicht allzu judenfreuiidlich .gesinnt sind, bildete er an einem sogenannten „literarischenAbend", zu dem ich von einem Freunde eingeführt würde, diese neue Bewegung unter der jüdischen Jugend das Thema der Abend-Unterhaltung. Notiz. SE" In der nächsten Nummer bringe»» wir eine höchst iuteresfa»»te Ueberficht der jüdische»» Ackerbau - Colonien in Palästina. “98 aflT Die nächste Nummer erschei»»t am 1«. April 1890. Correspondenz der Redaction. Herrn' Dr. K. 8. in Jassy. Brief folgt. Herrn Dr. R. B. in Sofia. Herzlichsten Dank für Ihre Notiz und den Artikel. Leider konnten wir letztere in dieser Skimmer, welche mehr Actuelles bieten soll, nicht bringen, und muff er. daher für eine der nächsten Nummern reservirt bleiben. - Herrn J. H. E. in Braila. Warum keine Corrcjpondenz? Herrn Jtsch in R. L. Innigsten Dank fü^Corrcspondenz und Artikel. Letzterer wurde aus in folgendem Briefe mitzuthcilenden Gründen nicht verwendet. Herrn As. in Tarnow. Besten Dank für die Korrespondenz. Dem in Aussicht gestellten Artikel sehen wir für die nächste Nummer mit Bestimmtheit entgegen. Herrn —b— in London. Biel Dank! Herrn B. in Paris. Biel Dank! An die löbl. Redactionen derjenigen Zeitschriften, an welche diese Nummer unseres Blattes gelangt, richten wir das höfliche und collcgiale Ersuchen, mit uns in gegenseitigen Austausch der Exemplare zu treten. Correspondenz der Administration. . An die P. T. Leser! Es wird höflichst darauf aufmerksam gemacht, das; der Abonncmentsbctrag pränumerando zu bezahlen ist und im Falle der Nichtcinsendung desselben nach Zuschicknng zweier Nummeril eine weitere Zusendung des Blattes nicht erfolgt. Wir geben bekannt, daß die Rcdaction Korrespondenzen nicht blos in deutscher, sondern sclbstvcrständlich auch in hebräischer, ferner aber auch in arabischer, böhmischer, englischer, französischer, italienischer, polmschcr, rusiischcr und spanischer Sprache annimmt und bei Verwendbarkeit in deutscher Uebersetzung veröffentlicht. Die Zeitschrift „Aelbst-Lrnancipation" ist wegen ihrer Verbreitung in den meisten Ländern für Jnserirungen besonders geeignet. Preis der Normal-Annonce (in der Größe dieses Inserates — % Spalte) bei 1 maliger Insertion 1 fl. Kleinere oder größere Annoncen zu den entsprechenden Theilbcträgen. — Bei wiederholter Einschaltung Ermäßigung des Preises. Um geneigte Aufträge bittet die Administration. Ei»» armer Hochschüler (IV. Jahrgang) bittet um Lectiöncn oder Hofmcisterpostcn. Derselbe crthcilt Unterricht in allen Gymnasial-, Real- und Volksschul-Gcgenständen, in französ. u. hcbr. Sprache und Stenographie. Gest. Zuschriften an die Rcdaction d. Bl. K. k. ausschl. priv. Miederfabrik €m. Anoxfmacher, Wien, 2. Bez., Schiffamtsgasse 0. Verkauf en gros 6c en detail. Mieder nach Mast fiir schlanke oder eorp»»le»»te Damen, ^sowic Geradehälter für Mädchen, mit imitirten Fischbein, vo»» fl. 2.50 bis fl. 4. 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