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Selbst-Emancipation · 1886-06-02 · Heft 9 (2.6.1886) · p. Seite 8

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1886
Issue
Heft 9 (2.6.1886)
Date
1886-06-02
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Selbst- E ma n c i Patio »> Nr. 9 verstummt, denn Kadmiel fuhr in seiner Rede fort. Je weiter er kam, desto sonniger glänzte sein Gesicht, desto seliger strahlte sei» Auge, desto mehr lächelten seine Lippen, denn eine schöne, erhabene Zukunst war es, die sein Seherblick schaute und sein Sehermund dem Volke verkündete. Dieses aber war aufgelöst in -freudiger Erregung und entflammt zur höchsten Begeisterung. „So sage uns, Kadmiel, wann und wie wird sie kommen, diese schöne Zeit?" rief man von allen Seiten dem jungen Manne zu. »So spricht der Ewige zu seinem Gesalbten, zu Choresch, * *) den ich an seiner Rechten ergriffen habe, um vor ihm Völker zu unterwerfen und die Lenden der Könige zu entgiirten, um Pforten vor ihm zu öffiren, daß kein Thor verschlossen bleibe.. ."**) , Das Volk erbebte. Ausgesprochen waren die Worte, die den als künftigen Verderber Babels gefürchteten. Heldenkönig, als Retter Israels, als Tröster. Zions priesen. Der Jüngling mit den« verklärten Gesichte hatte es gewagt, jenes düstere Gespenst zu citireu, das dem Beherrscher des mächtigen Babels die nächtliche Ruhe , raubte, und das seine leichtsinnige Bevölkerung mit der Ahnung kommenden Unglücks erfüllte! Welcher Muth! Man sah scheu um sich, ob keine verrätherischen Lauscher da seien, doch man beruhigte sich bald, denn ringsum waren nur die bekannten Gesichter der Volksgenoffen zu sehen. Die anfangs zaghafte Menge wurde lebhafter und sicherer; man folgte den Worten Kadmiels mit gespannter Aufmerksamkeit. Als er aber endete, drängte man sich um ihn, um Neues über das Vordringen des Perserköiugs zu erfahre». „Nur noch wenige Monate, und Choresch steht vor den Mauern Babels, um cs in den Staub zu stürzen", sgäb er Allen zur Antwort. „Und was. haben wir zu thuu?" riefen sie Alle. „Nichts, als den Augenblick benützen und einig sein im Momente der That, denn für Zion kommt ein Erlöser, und für die reuigen Sünder, in Jacob, spricht der Herr".***) Und so sprachen die Leute noch einige Zeit mit Kadmiel, dann gingen sie in ruhigem, aber freudigem Ernste auseinander, ans dem Heimwege noch immer überdie' schönen Verheißungen und den gottbegnadeten Propheten sich unterhaltend. „Wer ist Kadmiel eigentlich — welcher Familie entstammt er? Ich glaube ihn nie früher bemerkt zu haben", frug ein Mann in einer der Gruppen. „Das weißt Du nicht?" sagte ein Anderer, in welchem wir den Besitzer der zornigen, grauen Augen von früher erkennen; „er ist der Enkel des Usiah,' des Leviten, der einst vor dein Könige die Harfe spielte, nun aber seit etwa zehn Jahren schon gestorben ist." Der junge Mann warf eiiun lauernden Blick auf ,den Anderen, er wartete offenbar auf weitere Fragen, die auch wirklich erfolgten. ' *) Cyrus. *») Zes. SS. 20. - ***) Jes. 45, 1. - . - . $erau*|]tber und veramworlllcher Redacleur: tli. Bi „Ist Kadmiel schon der Gatte einer Frau oder ist er noch unverheiratet?" „Er hat noch kein Weib heimgeführt, aber er ist bereits verlobt, wie ich hörte." „Ah! und wer ist denn die Glückliche, die die Ehefrau dieses Sehers Gottes werden soll?" „Nun, auch er macht ein Glück; sie ist die Schwester Sernbabels, Schoschannah." „Wer, die Prinzessin?" riefen alle Umstehenden erstaunt. „Freilich, er ist übrigens auch der Gattinbruder Sernbabels, denn der Prinz hat Kadmiels Schwester, Riwkah, zur Frau." „Ei, ei, so wird er nun doppelt mit dem Hause Davids verschwägert sein?" (Fortsetzung folgt.) An Israel! N — ' darsst D», Israel, mehr die Fesseln trage», wirf ab von Dir des eitlen Wahnes Bande l Nicht länger sollst Du zögern, länger zagen. Und näher» dich des Abgrunds schroffem Rande! Such' Dich dem altem Joche zu eutwiude». Dich männlich aüfzurichteu, armer Sklave I Und uur im Selbstgefühl kannst Heil Du .finden, Erwache d'rmn, erwache aus dem Schlafei Erwache, Schläfer! Auf, zu neuem Leben! ' Nicht darfst Du diesen Augenblick verpaffen, Es fei. Dir selbst zu helfen, Dein Bestreben, Dann wird auch Gott im Stiche Dich nicht laffen. D'runi raffet, Männer Israels. Luch zusammen. Inhalt; Frominc Bedenken. — ,ä.vant la bataille“ — David Gordon gest. — Chronik. — Correspoiioenzcn. — Erez Israel. — Bilder aus . dem jüdischen Bauernleben in Palästina, Feuilleton von Jizchak bou NaLum Epstein. ' — Eingesendet. — Literarisches..— Kadmiel,. (Forti.), Erzählung von N. Berner. — „An Israeli", Gedicht v. Heinrich Grünzweig. —- Miseellc». — Briefkasten der Redaction. — Korrespondenz der Administration. — Inserate.!FüiD IIHMItl w kaufe ich alle Sorten r echter Perl en{ zu den höchsten Preisen. } Aron Weil 1 Wien, II., Große Schiffgasse 3. Erlaube mir hieniit anzuzeige», daß ich mit l. Jänner v. I. eine mechanische CouvertfalDrik irr 6er K. k. Strafanstalt Stanistau eröffnet habe und stehe mit Muster und Preislisten zir gefälligen Diensten. Hochachtend St anislau. Sigmund Jonas __ _ Papierwaarenfabrlkant. All dir zrrhrtkll Freilllde dcr hebrälschell Zsirachr!. Auf Ansuchen und Anrathen sehr bk--' deutender Periöiilichkeiten Haben wir uns entschlossen, vom April 1886 eine' Beilage in hebräischer Sprache, betitelt: Laßt Luch beseelen von des Muthes Feuer, Den», werdet ihr von edlem INuth entflamme», — V dann vertraut.' dcr Sieg ist Liier! . ks e i ii r i ch G r ü u z w e i g. Briefkasten Ser Redaktion. Herrn. S. V. in Darmstadt. Biite das Fenil» leton nur eiiizuschicke»: falls es geeignet ist, wird es gerne aiifgenommen. Gesinnnngsbriiderllcheii Gruß! Herrn Jaspis in Lemberg. Herr B. in P. hat bishir nicht abonilirt; von P. aus wurde unreine Probcnuinmer verlan gi. — Herzlichen Dank für Ihre Bemübiingeii. — Gesinnungsbrüderlichen Gruß! . Herrn A. Abnon in Riga. Herzlichen Da»! für Ihren Artikel! — Weil» man dem Volke die nationale Idee als dar Alte, gar nicht Veränderte dar stellen wird, so wird es dabei seinen alten Schlendrian beidehalte». Ferner zieht die Originalität: Denken Sie sich einen modern erzogenen Juden irgend eine jüdische Zeitung in die Hand nehmen, so wird er dieselbe bestimmt sogleich nach Lesung des Titels mit den Worten „Altes,' aufgewärinles Zeug" wieder, bei Seite lege», ohne sie zu lesen. Die Eigenthiimlichkeit nilseres Titels aber sichert, uns ein gnädigeres Vorgehen von Seiten unserer lirbenswürdigen Stammesbrüder und so Mancher kann im Lesen überzeugt werden. —Uebrigeiis gibt es ke ine glänzendere Widerlegung Ihrer Entwände als der Wortlaut Ihres eigenen Artikels. Wir sind eben »vant la dataille. — Brief folgt. —Zionsgruß! Herrn 8. St. in L. Herzlichsten Dank! Wir erwarten bald' Näheres. —Jüdisch-nationalen Gruß! Herrn Ad. W—z in Odessa. Mußte bedeutend gekürzt werden. — Ziousgruß! Korrespondenz der Administration. Herrn M. Kauschau: itj in TiraSpol. Der Einpfailg von 2 Rbl. pro erstes Halbjahr 1888 wird dankend bestätigt. — Statuten und Brochüre gehen an Sie ab. — Die Nummern des Jahrgangs 1885 mit Ausnahine der n. und 13., die uns auLgegengen sind, köinien Sie zusammen um den Preis von 2 Rubel 611 tyränfeiu SlNNa Wolf in Wie». Der Empfang von 3 fl. 60 kr. pro 1886 bis 30. April 1887 wird dankend bestätigt. , Frau Anna Branv. Fräul ein Ernestine Brctholz, Helene Ebenholz, Negiue Gerstmaa», Emma Kekse», Amalie' Oesterreicher. Regine Spiegel. Ernestine Lanber. Der Empfang dev v,ertelzahrlgen Abonnenientsqebühren ab 1. Mai wird dankend bestätigt. ' Herrn Adolf Willi«»; in Ldeff«. Der E,npia"g von 5 Rbl. als Pränilmerationsgebnhr pro 1886 wird >-o»kend bestätigt. - . „ZIOF, - welche monatlich 2 Bogen enthalten und ein Heft bilden wird, unserer Zeitschrift beizugeben. ohne den Pränumerationspreis zu erhöhen; wir ersuchen daher um . rechtzeitige. Einseiidung - des Pränumerationspreises für die „Drihiibylzer Zeitung slilliilitKeiliige" Vierteljährig. .............. fl. 1.3o Halbjährig „ 2.50 Ganzjährig.. . : . .... . . . . . . . „ 4.50 Die gelinge „Zion“ allein tröstet: Halbjährig.. fl. 1.50 Ganzjährig.. 3.— . Die Administration der „Drahobhcrcr Zeitung^, _ Drohobhcz. Avis! Folgende Herren hatten die Güte, die Ver- : tretung unseres Blattes unentgeltlich zw übernehmen, wofür wir ihnen zugleich herzlichst danken. Für Rumänien: M o r i; S ch a ch- »l a n n in B u c a r e st, Calea Dudesci 8; Für Deutschland: Ferdina n d W o l f f . in Ham b u r g, - Deichstraße 18 H; Für Serbien : Iacob M. Alk a l e y in Belgrad; Für England: I. W o l f f .. in L o n d o n E. C. 81, Milton Street. Wir bitten also unsere Stammesgenoffen, welchen das jüdische Nationalintereffe am Herzen liegt und die unser Blatt-abonniren wollen, sich - je nach ihrem'Aufenthaltsorte an einen dieser Herren z,l wenden. — Die Pränumerationsgelder können sowohl an die -vorgenannten Herren, als auch direct an die Administration eingesandt werden. Die Administration der Zeitschrift ... o ... - ..Selbst-Krnarlcipatiori! : i Earr «urkert, ’J .>tax»nittaiiptatz I

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