Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1886
- Issue
- Heft 8 (17.5.1886)
- Date
- 1886-05-17
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 S e l b st - E in a n ei Patron! Nr. 8 Linst fallen die Letten, Linst eilen und retten Die Linder der Väter Lrbe und Lhr', Linst prangt noch in neuer Jugend und Schöne Des Wanderers Zion so stolz und so hchrl'^ Miscellen. (Aus der Leidrusgrschichte der Jude« in Marokko) erzählt Carrington in seinem „The New W orld" folgende Episode: Ein Beispiel, welches den Bckehrungseifer der Mauren sowohl, als die Anhänglichkeit der Juden an ihren Glauben zu erkennen gibt, ereignete sich kurz vor Carrington's Ankunft in Tanger. Zulekiäh Haschul war ein junges Mädchen von dreizehn Jahren und hatte dennoch eine geistige und physische Reife erlangt, die in unserem kälteren Klima erst mit dem sechzehnten oder fiebenzehnten Jahre einzutrelen pflegt. Ihre ungewöhnliche Schönheit hatte allgemeines Aufsehen erregt und ihr die Liebe einer Nachbarin, einer alten Maurin erworben, die vom heißen Ber langen beseelt wurde, ihre reizende junge Freundin zu der ihrer Meinung nach alleinseeugmachenden Lehre des Islam zu bekehren. Die Umstände schienen endlich ihren Wunsch zu begünstigen. Die Eltern Zulekiah'S bedrohten sie eines wirklichen oder eingebildeten Vergehens halber mit einer Züchtigung, was sie veranlaßte, nach dem Hause ihrer Nachbarin zu entfliehen und deren Schutz anzusprechen. Die alte Maurin benutzte diesen Anlaß, sich zum Kadi zu begeben unv ihm zu erklären, das Mädchen habe in! ihrer Wohnung Zuflucht genommen, sich zum Glauben des Propheten bekannt und den Namen AUah's angerufen. Zulekiäh mußte vor dem Kadr erscycinen, leugnete aber auf das Bestimmteste, ihre Religion verlaßen oder einen ,olchen Schritt auch nur beabsichtigt zu haben, weshalb man sie bis auf Weiteres einsperren ließ, während der Kadi dem Hofe Bericht über die Sache abstatlrtr. Der Kaiser befahl, sie nach Maquinez zu schicken, wo er damals seine Residenz haue, und bei ihrer Ankunft wurde ihr ein Gemach im Harem angewiesen. Man bot ihr prächtige maurrsche Kleider, an, welche sie mir Verachtung aus schlug, indem sie ihre Anhänglichkeit an die israelitischen Sitten und Gebräuche verheuerte. Dreimal wurde sie vor den Richterstuhl des Kaisers berufen, wo sie mit der größten Unerschrockenheitfortfuhr, ihre Abtrünnigkeit zu leugnen, , obgleich man ihr versicherte, daß die Annahme des Islam das einzige Mittel sei, ihr Leben zu retten. Das dritte Mal wurde endlich ihr Todesurtheil ausgesprochen. Sie wurde sogleich von der Wache ergriffen und unter dem Zulauf des Volker nach dem jenseits der Stadtmauer gelegenen Richtplatz geschleppt. Beim Schaffst angekommen, drang man von Neuem in sie, den Namen AUah's anzurufen, worauf sie erwiederte: „die jüdische Religion sei der Glaube ihrer Voreltern gewesen, die deswegen Verfolgungen aller Arten und selbst den Tod erlitten hätten, und auch sie würde nicht anstehen, sich für eine Sache aufzuopfern, für welche Propheten, Sänger und mächtige Kriegshelden ihr Leben gelassen". Nachdem der Henker ihr einen Einschnitt in den Nacken gemacht batte, fragte der Monarch sie zum letzten Male, ob sie Allah anerkennen oder leben wolle. Sie erwiderte mit fester Stimme: „Der Gott Abrahams, Jsaks und Jakobs ist mein Gott, und ich erkenne keinen anderen". Ihr Haupt wurde dann vom Rumpfe getrennt und die Leiche dieses unglücklichen Mädchens in der Nähe von Maquinez begraben. Zuleikiah wird seitdem wie von den Juden, so auch von den Mauren als Märtyrerin verehrt. - Briefkasten der Redaktion. Herrn C. St. in L. Brief folgt. Jüdisch nationalen Herrn Jaspis in Lemberg. Herzlichen Dank und gesinnungsbrüderlichen Gruß > Herrn A. I. Solomiak in Gadrah. Besten Dank! Brief folgt und erwarten wir baldige Anwort und Correspondenz. — Herzlichsten Brudergruß an S.e sowie die übrigen Coloniste»! Herr» H. G. in Bor. „Das Gebet" wird bei Gelegenheit verwendet werde». Für „Purim" natürlich jetzt keine Berwenduug. „An Israel" haben wir ja gar nicht erhalten, bitte» also »in nochmalige Einsendung. — Gestnnnngsbrüderlichen Gruß! Correspondenz der Administration. Herrn E. S. in T. Der Einpfang des dreimonatlichen Mitglieds-Beitrages und der Markcnspende für „Admath Jescburun“ wird dankend bestätigt. Herrn Tr. M. L. in O. Der Empfang des Geldes wird dankend bestätigt. Nach Empfang der avisirten Geldsendung, bei der wir auch ein längeres Schreiben erwarten, folgt Brief, — Gesinnungsbrüderlichen Gruß! Herrn M. Moses i» Kattowitz. Der Empfang der Abonnemeiltsgebühren pro 1885 und 1888 wird dankend bestätigt. — Zionsgruß! . Herrn I B. Tetz in Riga. Ihr Abonnement lief Ende Februmr ab. Nlle jene P- T. Abonnenten. welche mit dem Nränumerationsbetrage im Hlüchstande sind, werden ersucht, ihre Nülkstände zu begleichen, widrigenfalls wir die Zusendung der weiteren Aummern an die Netreffenden einltellen müßten. Inhalt; Das Gesetz der Trägheit. — Eine jüdische Colonie in Palästina. (Feuill.) — Chronik. — Corresponoenzeii. — Erez Israel. — Glu« gesendet. — Literarisches. — Kadmiel, Erzählung von N. Berner. — Judith. Gedicht von F . . d. — Frühlingstrost. Gedicht von N. B—m. — Miecellen. — Briefkasten der, Redaction. — Correspondenz der Administration. — Inserate. Avis! Folgende Herren hatten die Güte, die Vertretung unseres Blattes unentgeltlich zu übernehmen, wofür wir ihnen zugleich herzlichst danken. . Für Rumänien: Moriz Schachm a n n in B u c a r e st, Calea Dudesci 5; Für Deutschland: Ferdinand Wolfs in Hamburg, Deichstraße 18 II; Für Serbien: Jacob M. Alkaley in B e l- > g r a d; Für England : I. W o l f f in L o n d o n E. 0. 81, Milton Street. Wir bitten also unsere Stammesgenossen, welchen das jüdische Nationalintereffe am Herzen liegt und die unser Blatt abonniren wollen, sich je nach ihrem Aufenthaltsorte an einen dieser Herren zu wenden. — Die Pränumerationsgelder! können sowohl an die vorgenaniiten Herren, als auch direct an die Administration eingesandt werden. Die Administration der Zeitschrift „Selöst-Krncrncipcrtion!“ EinjirlllltischerDrstillllteilr, der bereits 9 Jahre in größeren Liqueur- Z-abriüen Deutschlands als Manipulant thätig war, sucht ^iin Auslande per 15. April oder 1. Mai eine selbstständige Stellung. Gefl. Zuschriften werden unter Adr. Jacob Kranzler, Uarnow, Hakizien erbeten. . Hcraurglber und veranrwormchcr Redaclcur: N. Birnvamu- |Fitr Jlntis unb jmtbffit » - kaufe ich alle Sorten Jechter Perl enj | zu den höchsten Preisen. p 1 Ar on Weil { ( Wien, II., Große Schiffgaffe 3. j Erlaube mir hieniit anznzeigen, daß ich mit 1. Jänner d. I. eine mechanische CouvertfaMk irr 8er k. fi. Strafanstalt Stanislau eröffnet habe und stehe mit Muster und Preislisten z» gefälligen Diensten. Hochachtend stanisiau. Sigmund Jonas Papierwaarenfabrikant. Dir Affimilalionssnchl. Ein Wort an die sogenannten Deutschen, Starren, Magyaren rc, mosaischer Lonfeffion von einem StuSenten jüdischer Nationalität. Exemplare ä 10 kr. in der Redaxtion dieses Blattes. An dir gkkhrten Fttllllde der hebllllschkll Sprache! - Auf Ansuchen und Anrathen sehr bedeutender Perjönlichkeite» habrn wir uns entschlossen, vom April 1886 eine Beilage i» hebräischer Sprache, betitelt: „ZIO N”, welche monatlich 2 Bögen enthalten und ein Heft bilden wird, unserer Zeitschrift beizugeben, ohne den Pränumeratlonspreis zu erhöhen; wir ersuchen daher um rechtzeitige Einsendung des Pränumeratioiispreises für die „DrahobMrZkitangsmnitKrilage" Vierteljährig. Halbjährig Ganzjährig. Dir Keilagr „Aon" allem kästet: Halbjährig ... . fl. 1.50 Ganzjährig . . - . . . . . . . . . . . . „ 3.— Die Administration der „Drohobycfer Zeitung", ■ ■ ■ -Drohobycz.- r Dank. Wir erlauben uns hiemit, für das I uns aus Anlaß des Ablebens unseres unvergeßlichen theuren Gatten, resp. | | Vaters, des Herrn Alerauiicr Krchalz I von Seiten verschiedener Vereine und . I Privatpersonen ausged rückte Beileid, 1 hier öffentlich unfern wärmsten Dank | cuiSjufyredjeiu Die tiestrauernde Familie. i Car» Burlcrt, LZien, Maxinuliauplay