Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1886
- Issue
- Heft 6 (17.3.1886)
- Date
- 1886-03-17
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Nr. 6 S e l ki st - E ni a n c i p a t i ö >l! Egyptern gehört haben, die beim Auszuge der Kinder Israels' aus dem Nillande, sich denselben mit Gewalt angeschlossen und die dann selbst oder deren Nachkommen jüdische Frauen geebelicht hatten. Diese Ansicht hat etwas für sich, nur bliebe es immer auffällig, warum gerade die Nachkommen dieser judaisirten Egypter nach Indien verschlagen worden sind und warnui finden sich nicht Brüder von ihnen auch in einigen anderen Landern? Nach der anderen Ansicht wieder, sollen ihre Vorfahren eigentlich als weiße Juden nach Indien gekommen sein und hier dann Landestöchter geheiratet haben, von deren Nachkommen nun die heutigen schwarzen Juden CocinS abstammen. Doch wäre dieses ein anthropologisches Räthsel. Diese Juden dürften vielmehr unserem Volksstamme nicht angehören, sondern veritable Hindus fein; die sich, vermuthlich zur Zeit SalomoS, zur mosaischen Religion bekehrt haben. Die neueren Forschungen haben nämlich fast bis zur Evidenz bewiesen, daß das goldreiche Land Ophir der Bibel nur in Indien und nirgend anderswo zu suchen sei. Gffitikllk KitHkilungkn züdisch - natronaler Iereine. verein jüdischer junger Damen „Mirjam" in Vien. Die am 7. März stattgefmidene gesellige Unterhaltung nahm einen recht animirten Verlauf. Zu der am Samstag, den 20. März im Hotel „Weißes Roß" stattfindenden Gründungsfeier sammt Taiizkraiizchen sind bereits alle Vorbereitungen getroffen. Alle GefinnungSgeiiossen werden höflichst cingelade», den Abend mit ihrer Gegenwart zu beehren und dadurch den Bcrelnszweck zu unterstützen. Einzrlkarten 4 l fl., Familienkarten (für 4 Personen) 4 8 fl. find in der Redactio» der „Selbst-Emanci-! Nation l", II., Große Pfarrgaffe Nr. 22, in den Nachmittägsstunden, i bei der Vice-Präsidentin, III., Custozzagasse S, 1. St., sowie bei den: einzelnen Comitö-Mitgliedern zu haben. . Ermäßigte Karten 4 60 kr. sür die Mitglieder des Vereines bei der Schriftführerin, II., Circusgasse 47, Parterre. Thür 13. und bei der Vicepräsidentin; sür die Mitglieder der „Kadimah" und der „Zukunft" in de» Vereinslocalen derselben; für die Mitglieder von „Admath Jesoliurim* in der Re daction der „Selbst. Emancipation!" Für di e VereiuSle ii u ng: : Ernestine Bretholz, Amalie Oesterreicher, .dz. Vicepräsidentin. dz. Schriftführerin. Wien, den 8. Adar aodsni 5646. 15. Marz 1886. . " Akademischer verein „Kadimah” in Vien. Bei der am 8. März 1886 stattgefundenen Ausschußsitzung sah - sich Herr »tud zur. Nathan Birnbaum wegen bevorstehender Studienabsolvirung genöthigt, sein Amt als Präses niederzulcgen. Aus diesem Grunde übernahm bie Leitung der BicepräseS des Vereines. In Anbetracht der großen Verdienste, die sich Herr Birnbaum «m den Verein erworben, faßte der Ausschuß in seiner Sitzung vom 10. März mit Stimmeneinhelligkeit den-Beschluß, Herrn Birnbaum sür seine aufopfernden Bemühungen den Dank und die Anerkennung auf schriftlichem Wege auSznsprechen. Samstag, den 13. März 1886, .fand i»> Vereiusloeale vor einem zahlreichen Publicum der Vortrag des Herrn vrck. insck. Philipp.Fi sch l er über „Gesunvbeitspflege. bei dm Juden" statt. Demselben solgie eine sehr lebhafte DiScussiou über die Beschneidung bei den Jude, an welcher vorwiegend Meoicincr thcilnahmcn. Nach Schluß der Discussiou wurde eine außerordentliche Ausschußsitzuug abgehalten, in welcher beschlossen wurde, an Stelle des auf fünf Wochen beurlaubten Bereinsleiters die Leitung deö Vereines dem Herrn etud. lux. Abraham F isch I e r anzuverlrauen. Für den Ausschuß: vrä. oisä. Philipp Fischler, Stuä. waod. Michael Elltnann, dz. Vereinsleiter. d. z. Schriftführer i» deutscher Sprache. Wien, den 14. Marz 1886. - > . „Lebt wohl, Ihr Freunde, Fried' mit Luch, verwandte, Den wanderstab, den treuen, gebt mir her: Ls zieht mich mächtig hin nach meinem Lande Am majestätischen G^gantenmeer I" Halevy sprach's und ging trotz Glut der Sonne Und trotz der Llemente Tückespiel; Und immer näher schaut sei» Geist voll Woune Des höchste» Lebenswuufches glühend Ziel. — Schon liegt Jerusalem vor seinen Blicken, Die wiege trauter Ahnen, Leid und Lust Und Höllenschmerz init himmlischem Entzücken, Sie ringen stürmisch in jZehnda's Brust. von feurigen Gefühlen überwunden Bengt er das Knie und küßt den lieben Staub, Besingt die glückliche» und trüben Stunden vom faßen Zion, nun des Feindes Raub. - Da sprengt auf lustigem Araberpferde Lin Mann daher und wendet sein Gesicht Zu dem verzückten Sänger auf die Erde Und grüßet ihn: Iehuda hört es nicht. - Er sieht auch nicht des Ariegers Zorn sich bäumen. Durch des Begrüßten Schweigen tief verletzt; Doch rüttelte ihn aus seinen holden Träumen Der Mörderhuf, vom Reiter wild gehetzt. Halevy schweigt, — ihn fasset Todesschauer, .. Die edle Seele fließt mit seinem Blut,.. De» starre» Blick'gewandt zur, Tempelmauer, Gehüllt im Glanz der Abendsoimenglut. — Briefkasten der Redaktion. Hcrru Ist. in Bukarest. Ihren Artikel können wir nicht verwenden, doch nur aus Parteirückflchten. Er wird nicht i» den Papier - korb wandern, im Gegentheile aufbewahrt werden. Sie haben daher gar keinen Grund, annouym zu bleiben. — Zionsgruß f Herrn —n. in Wien. Diese „Halb-Assimilanten" und „Zions, gegner" sind ganz auf dem Holzwege, wenn sie in das Frohlocken ihrer assimilatorischen Collegen einstimme», denn der Herr, der ihnen so sehr ein Dorn im Auge ist, wird sich weiter ein Vergnügen daraus mache», ihnen daS Handwerk legen zu helfe»; ec bleibt ja Mitglied des Vereines.Gesinnuugsbrüderlichen Gruß! Herrn I. Epstein in Sichron-Jacöb. Herzlichsten Dank für Ihre gesch. Correspondenz. — Besten Gruß an Sie und die übrigen jüdischen Bauern. — Zionsgruß! Herrn A. I. Solomiak in Gadrah. Die Kadimahner, die mit Ihnen und Ihrem Freunde zwei so schöne Tage in Wien verbrachten und Sie beide dam, auf den Bahnbof geleiteten, sind ziemlich uugehaltcu darüber, daß Sie und Ihr Freund bisher noch nichts von ihrem Cölonlstenleben hören ließen. Schreiben Sie daher bald. — Zionsgruß! Herrn Jaspis in Lemberg. Für Ihr letztes Räthsel ist die Druckerei nicht eingerichtet. Herrn S. Arnold in Stryl. Wir müssen selbst erst die Lösung wissen. Herr» S. F. in Berlin. Wir haben den Artikel gegen G.im Jahrgange 1684 des »Uasobaadar" nachgelesen; — Wir haben einfach von diesem Jahrbuche keine Notiz genommen. Wollen Sie uns etwas darüber schreiben, so soll cs uns freuen. — Jüdrsch.nationalen Gruß! Herrn E. W. L. in Warschau. Unsere aufrichtige Condolenz 1 Herrn D. H. Tteger in Lemberg. Das Drama haben wir gar nickt zugesandt erhalten. Herr» D. S. in Tarnow. Triest, Tipografia Morterra & Co. Löbl. Verein ,Joscliuath Jlsrael“ in Sasfeü. Wegen Raummangels in dieser Nummer unmöglich.