Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1886
- Issue
- Heft 5 (2.3.1886)
- Date
- 1886-03-02
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3092672-3092783-3092788--0356-3093301- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr 5 Selbst-Emancipation' Seite 11 in kleinen Colonien als Handelsleute längs der bekannten innerarabischen Handelsstraßen gelebt zu haben, welche ursprünglich ihren Hauptaüsgang von MLrib nähme» und sich von hier über NedrLn nach Leukekome, Ghaza, an den Euphrat, nach Bahrein und nach einigen Küstenplätze« der hadhramantischen Küste hinzogen. Erst als die wichtige Route von MLrib nach Syrien anfgegeben und nach W. in's Gebirge verlegt wurde, kamen die Juden in's eigentliche Jemen, wo sie unter günstigen politischen Verhältnissen durch starke Einwanderung sich vermehrten. Gegenwärtig rücken sie sogar bereits gegen die TihLma vor (MenLkha, Sa'fan, Dj. BurL u. A.) Sie haben entgegen allen phantastischen Berichten niemals eine Rolle gespielt und bieten nur die eine Merkwürdigkeit dar, daß sie in der Aussprache des Hebräischen beinahe vollkommen mit den sogenannten Askenezim (Juden Rußlands, Oesterreichs und Deutschlands) übereinstimmen, was gelegentlich einmal speciell beiprochen werden soll. Auch hinsichtlich der Juden ist es mir gelungen, eine uralte, arabische Foliantenhandschrift in meinen Besitz zu bekommen, welche werthvolle Aufschlüsse über die Juden und ihr Berhältniß zu den verschiedenen arabischen Stämmen in Arabien enthält, mit denen sie vor dem Auftreten Mohameds gemeinschaftlich wohnten. Leider fehlt der Name des Verfassers dieser Handschrift." (Das Grab der Könige von Juda.) In der Sitzung der „^.oaäslpis äss Inscriptions“ am 29. Januar machte, wie der „Vossischen Zeitung" gemeldet wird, Mr. A. Bertrand folgende wichtige Mittheilung: Das Grab der Könige von Juda, jetzt „Qbur el Moluk" genannt, befindet sich nun in dem Besitze Frankreichs. Die Erben von Emile und Isaak Pereire haben dieses Monument auf Veranlassung von Fälicien de Saulcy angekauft und der französischen Nation zum Geschenk gemacht. Der Schenkungsact lautet: „Indem wir (die Erben von E. und I. Pereire) dieses Monilment dem Staate überweisen, stellen wir die! ausdrückliche Bedingung, daß es.seiner-jetzigen Bestimmung (als-Gebetsort) erhalten bleibe und in Zukunft keinerlei; Aenderungen erleide: Zum Gedächtniß an nufere Schenkung wird auf unsere Kosten in der westliche» Vorhalle dieses Äaumonumentrs eine Jnschrifttafel angebracht, durch welche - die Namen der Donatoren, des Gelehrten Mr. F. de. Saulcy, -.des Mr. Patrimonio, vormaligen französischen Consuls in Jerusalem, durch welchen der Ankauf des Monuments für unsere (Pereire'iche) Familie erfolgt ist, sowie des Architekten Mauß, französischen Regierungsbanmeisters, welcher diese« Baudenkmal -wieder hergestellt hat, verewigt werden sollen. Diese Inschrift soll folgenden Wortlaut haben in hebräischer und in arabischer Sprache: „Qbur el Moluk. Monument, käuflich erworben im Jahre 1878 durch Emile und Isaak Pereire, um es der Wissenschaft und der Verehrung der gläubigen Kind.r Israels zu erhalten, auf den Rath von F. de Saulcy, nasoabrs äs l’Institut, und durch die Mitwirkung des Mr. Patrimonio, französischen Consuls in Jerusalem, und restaurirt von dem ' französischen Regierungsbaumeister M. Mauß. Frankreich geschenkt von der Familie Pereire im Jahre 1885." jüdisch - nationaler Dereine. verein jüdischer junger Damen „Mirjam" in Wien. Es wird hiemit noch einmal bekauutgegeben, daß die Gründungsfeier'(sammt Taiizkränzcheii) des Vereines am Vorabende des Purimfestes (20. März 1888)., im Hotel „Weißes Roß" staltfiuden wird. Entrsekarteii ä l fl., sowie Faniilienkarteii (für 4 Personen) 4 3 ff. sind in der Redactio» der „Selbst'Einancipation!", II., Große Pfarrgasse Nr. 22, in den Nachmittagsstunden, bei der Vice-Präsidentin, III., Custozzagasse 9, t.St., sowie bei den eiiuelnen (Somitä- Mitgliedern; Mitgliedskarten ä 60 kr. bei der Schriftführerin, II., Circusgaffe 47, Parterre, Thür 13, und bei der Vicepcäsidentin erhältlich. Sonntag den 7. März findet in der Wohnung der Frau Bauer, II., Lilienbrnmlgaffe Nr. 11, 1. Stock, eine gesellige Unterhaltung statt, woselbst auch Karten zur Gründungsfeier zu bekommen sein werde». Für die Bere lusleittl ng: Ernestine Brethotz, dz. Vicepräsidentin. . 23. Adar 5646. ,Cn' en 28. Februar 1886. Amalie Desterrekcher, dz. Schriftführerin. Akademischer Verein „Kadimah” in Wien. Sonntag, den 23. Februar, Nachmittags, fand eine außerordentliche Plenarversammlung statt, bei welcher Ergänzungswahlen vargeuommen wurden: Es wurden gewählt, die Herren: stud. mach. Michael Ellmann zun» Schriftführer in deutscher Spruche, sind. lug. Abraham Schneebaum »um Bibliothekar, atud. ehern. Salomoir Elger und stud. lag. Abraham Sauberberg zu Ersatzmännern. Samstag, den 13. März 1886. Abends um 7 Uhr, findet im Vereinslocale ein Vortrag des Herrn vrä. med. Philipp Fischler über „Gesundheitspflege bei den Juden des Alterthums und deS Mittelalters' statt. Gäste herzlich willkommen. Für den Ausschuß: Stud. zur. Nathan Biriibaiti», Stad. mach. Michael Elliuauii, dz. Präses. d. z. Schriftführer in deutscher Sprache. Wien, den 23. Adar 5646. Sg^Februar 1886. verein jüdischer junger Männer „Zukunft" in Wien. Der gefertigte VereinSvorstaild' bringt den P. T. Mitgliedern zur Kenntniß, daß am 7. März d. I. um 4 Uhr Nachmittags in Robitschek'S Localliäten, I. Wipplingerstniße. ein ge schichtlicher Bor», trag des Herrn stad. zur. Abraham salz übex „Die Zeit der makkabäiichen Kriege" stattfiuven wird, wozu sämcktliche Mitglieder eingelaven werde». — Jüdische Gäste höchst willkommen. Die hebräischen Sprach- und Sprechcurse werden am 9. März wieder eröffnet. Einschreibungen werden i» den Abendstunden im Bereiüslocale eiltgegeugeilo.ilmen. Für die Bereinsleitung: Samuel Schwarz, Präses. s 23. Adar 5646. 8Bteii, den 28 geörllflr 1886 Moses Heilster», Schriftführer. Alit Gott Volk und Ahnenlehre! Mit Gott für Volk uud Ahnenlehre I Ls ist der Ruf per Pflicht, der weih'; Ls gilt die Freiheit, gilt die Ehre, Ls gilt das Lnd' der Sklaverei; Ls gilt die Sühne vieler Jahre,, Jahrhunderte der Schand und Schmach, Ls ist das Schöne, Edle, Wahre, wonach wir streben, folget nach l Ls gilt die Schuld von viele,» Jahren, Gen Aufgang richten wir den Blick, Und frei, wie unf're Väter waren, In's alte kfeimathland zurück. Es folge, wen Gefühle weckeir. Er folge überzeugungsfest; Nichiswürdig, wen Gefahren schrecken?- verräther, wer die Fahn' verläßt. Erwache wieder, Geist der Ahnen,' Es lebe ans der alte Schwur; wer mit den weg zum Heil will bahnen,- ■ Der deiike ewig Saleins nurl So kämpfen wir mit Schwurestreue, Biwir erlebt den Siegestag, Und wiederhergellt auf's Nene, ' -" was lang in Schutt und Staube lag: