Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1886
- Issue
- Heft 5 (2.3.1886)
- Date
- 1886-03-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Abonnements - Preise: t^ofljulenlrang inbegriffen.) t: - eslerr.-llngarn: Ganzjährig fl. 3.6< Halbjährig „ 1 8( Bierteljähr. —,9( > Teutkchlanb: . . Ganzjährig Mk. 6,«i Halbjährig 3.31 Äierreliähr. l.Bi Rußland: ... Ganzjährig Rbl. «— Halbjährig „ 2.- Bierleljähr. „ I.- die übr. Länder : Ganziähr. Fred. s. - Halbjähc. „ 4.5« Bierleljähr. „ 2.25 B»~ Znferale billigst. -WS Zeitschrift für die nationalrn, socialrn und politischr» Interessen des jüdischen Stammes. Erscheint zu Anfang und Mitte jedes Monats. wenn ich selbst mir nicht helfe, wer denn? Und wenn nicht heute, wann denn? Zlballio» irnll AilAillistwtlim: ü Wien. li, gr.Wfarrgaffe 22 II Sprechstunde: A Täglich von 5 Uhr Nachmittags A Nnfrankirte Briefe werden nicht angenominen und Manuscrixte nicht retonrnirt. Nr. 5. Wien, 2. März 1886. II. Jahrgang. Inhalt: Ist Wahrhaftigkeit Zugeständnis? — Chronik. ,- Correspondenzen. — Erez Israel. — Liierarisches. — Briefkasten der Redactiom Correspondenz der Administration. — Inserate. — Die Broutgeschwister, Gedicht von N. B—m. — Literarisches. — Mit Galt, für Volk und Ahnenlehre, Gedicht von A. Abnon. — Officielle Mi'theilnngen jüdisch-nationaler Vereine. — Räthscl« auigaben. — Räthsellösungen. : Bei neuen Ab onnements, die mit jedem Tage beginnen können, vermögen wir nur gegen Einsendung der Pränumerationsgebühr für wenigstens ein Quartal die Zustellung der Blätter zu beginnen. Agenten, die mindestens 10 Exemplare benöthigeN) können vom Pränumerationsbetrag, sofern sie denselben mit der Liste der Abonnenten der Administration einsenden, 15% als Provision für sich in Abzug Die Obmänner der einzelnen Vereine der „Zronsfrennde" können, falls sie mindestens 10 Abonnenten unserem Blatte zubringen, 20% des Pränumerationsbetrages der betreffenden Vereinskaffe zuführen. Die Administration . der Zeitschrift . SeEst-Grnancipcrtion!". Ist Wahrhaftigkeit Zugeständniß? Der Antisemitismus ist in vollem Eifer. An allen Ecken und Enden regt er sich, dieser lustige Geselle, der die „Judenfrage" lösen will, — diese Frage, die alle ihre Schwestern, alle in der öffentlichen Welt „austauchenden" und „schwebenden", gern und ungern gehörten „Fragen" überlebt. Am Arme des galanten Antisemitismus weiß sich die nimmer alternde Judrnfrage sogar de» Zutritt in die besten Kreise zu verschaffen, klopft sie einlaßbegrhrenö nicht vergebens an die Pforten der Universitäten, Ministerien, Parlamente und — Gerichtssäle. Man sieht sie überall gerne, vielleicht nur wegen ihres stattlichen Begleiters. Nur in jüdischen Kreise» hat man die „Judenfrage" weniger gern, eben wegen ihres unbequemen Ritters, dessen Intervention man für unnäthig hält. Man hätte ja auch ohne ihn mit dieser gespenstigen Frage fertig werden können. Nur ein bischen Assimilation und Alles das, was der derbe Gesell mit so viel Zrter und Mordio fertig bringen will, könnte in aller Ruhe uno Geniächlichkeit vor sich gehen. „Man sollte sich bemühen, die Gegensätze auszugleichen, statt sie zu schärfen", — so lautet der übliche Entrüstungsschrei dieser Freunde einer „gemächlichen" Lösung der Judenfrage, den sie aber nicht nur den Antisemiten» sondern, seitdem es auch Nationaljuden gibt, auch diesen entgegenrusen. Wozu wir Nationaljuden nicht gar gemacht werde» 1 Man sagt, wir seien die Helfershelfer des Antisemitismus, wir arbeiten demselben in die Hände, wir trügen das Wasser auf seine Mühle u. s. w., bis kein gutes Härchen an uns bleibt. Dagegen meinen es die „Andern" gut. Die unterstützen den -Antisemitismus nicht, die fallen im Gegenthrile über ihn her; sie verkünden dabei tausendzüngig ihr Evangelium von der „Ausgleichung der Gegensätze". Nur will es uns merkwürdig scheinen, daß unter allen ihren Hieben und Schlägen der Antisemitismus keine Miene verzieht, geschweige denn wankt, und daß ihr Evangeliuin stets nur in seinen Predigern, in ihnen selbst, Anhänger findet, während die ungläubigen Zuhörer arischer Race in verstocktem Unglauben verharren. Untersucht man abergenau, worin diese Wirkungslosigkeit der so angepriesenen Mittel liegt, so gibt es nur ritte Antwort darauf: „In ihrer Eigenschaft, gerade die entgegengesetzten Wirkungen von oe» gewollten, hecvorzubringen." ' Der nationale, sociale und religiöse Gegensatz zwischenden Juden und Europäern ist einmal u nausgleichbar. Das zeigt eine tausendjährige Geschichte, das lehrt die Naturwissenschaft und die Natwnal-Oekonomie. Wenn man diese UnauSgleichbarkeit zugibt, so hat man damit noch nicht zugegeben, daß dieser Gegensatz auch unversöhnlich sei. Im Gegentheile man findet durch diese Erkenntniß die Wege, um ein leidlicheres Berhältniß zwischen den beiden Stämmen zu schaffen. Der Antisemitismus ist entstanden, weil man auch a r i s ch e r s e i t s diese U n a usgleichbarkeit erkannte, aber die Juden nicht Willens sah, diese einzugestehen. Nur die Assimilation mit ihrem naturgemäß unvermeidlichen Die nächste Nummer erscheint am 17. Marz.