Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1886
- Issue
- Heft 4 (16.2.1886)
- Date
- 1886-02-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/3092672-3092783-3092787--0333-3093277- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Rbonnements - Preise: (^ofljulrnbun, inbegriffen.) ii - tslkrr.-Uiigai»: Ganzjährig fl. 8. Haibjäbrig „ 1 Bienrljähr . . D'lllichland : . . Ganzjährig Mk. 6, Halbjährig „ 8 _ «irrlrliähr. .. t , Rußland: ... Ganzjährig Rbl. 1 Halbjährig.,, 2. Bierleljähr. ., I. , dir übr. Länder: Sanzjähr. Frca. ». Haldjähr. „ .4 Bierleljähr. „ 2. Inserate Iiaigfl. Zeitschrift nationalru, sacialr» und politischrn Juterrffru des jüdischen Stammes. Erscheint zn Anfang und Mille jedes Monats. wenn ich selbst mir nicht helfe, wer denn? Und wenn nicht beute, wann denn? ‘ ksillel. Zkdiiltiiill utiii Admiflistrotieil: J Wien. H., gr.Vfarrgaffe 22. | Sprechstunde: II Täglich von <$—5 Uhr Nachmittags 9 Unfrankirte Briefe werden nicht . angenommen und Manuskripte nicht retournirt. Nr. 4. Wien, 16. Februar 1886. II. Jahrgang. Inhalt r Die Celonisation Palästinas. — Nationalität und Sprache. — Pharisäismus, Sadducälsmus einerseits und das moderne Nationaijudentvum andererseits. — Briefe aus Serbien (II). — Chronik. — Correspondenzen. — Erez Israel. — Literarisches. — Brilflaste» der Redactiou.— Correfvoudenz der Administration. — Inserate- — Offieielle Mit-theilnngen jüdisch-nationaler . Vereine. — „Hadaffa", Ballade von I. F . . d. — Die Dorsjuden, Novelle von Nehemia Berner. (Schluß). — MiLcellen. — Räthselaufgaben. — Räthsellösungen.. Seit 12. Februar d. I. befindet sich das Reoactions- und AdministraiionSloeale: II. Kvoße 'gfavvQaffe 22. Bei neuen Abonnements, die mit jedem Tage beginnen können, vermögen wir nur gegen Einsendung der PränumerationSgebühr für wenigstens ein Quartal die Zustellung der Blätter zu beginnen. Agenten» die mindestens 10 Exemplare benöthigen, können vom Pränumerationsbetrag, sofern sie denselben mit der Liste der Abonnenten der Administration einsenden, 15°U als Provision für sich in Abzug bringen. Die Obmänner der einzelnen Vereine der „Zionssrennde" können, falls sie mindestens 10 Abonnenten unserem Blatte zubringen, 20% des Pränumerationsbetrages der betreffenden Vereinskaffe zuführen. . . . DieAdministratio» . der Zeitschrift „SeLbst-Gmcrncipcriion'.". Die Lolonisalion Palästinas. In den letztverstossenen Tagen hat der Palästina- Colonisationsverein „Admath. Jesclraran“ seine Thätigkeit begönne» und, da bewährte Kräfte au der Spitze desselben stehen, so ist das Beste von ihm zu erwarten. Während es aber Vereine mit dieser Tendenz in Rußland in allen größeren Städten, in Deutschland, England und Rumäilien ebenfalls je einige gibt, wird ui Oesterreich-Ungarn der Colomsationsgedanke vorläufig nur durch „Admath. Jeschurtm“ repräsentirt. . Es ist daher der Augenblick, in dem der neue Verein, welcher ein Ausgangspunkt für ähnliche Vereinsbildungen in unserer Moiiarchic zu werden verspricht, zu wirken begann, ein denkwürdiger in der Geschichte der Verbreitung der Palästina-Idee und wir wollen ihn demgemäß nicht vorüberstreichen lassen, ohne etwas ausführlicher über den Zionsgedanke» hier an leitender Stelle zw sprechen. Das moderne Nationaljudenthnm. welches beiläufig vor einem halben Jahrzehnte in die Oeffentlichkeit getreten ist, und seitdem stetige Fortschritte gemacht hat, umfaßt, um es kurz zu defiuiren. folgende vier Programmpuukte: Kampf gegen die Sucht, sich mit andecen Völkern zu assimiliren; Pflege der eigenthümlichen Literatur nndSpräche; Ansiedlu » g von Sta m m es g e u o s se n in Palästina; Schaff ung eines jüdischen Ackerbau ständeS. Während die ersten zw i Momente berusen sind, das jüdische Volk momentan von seinen Verirrungen zu heilen und eS widerstandskräftiger gegen seine Feinde zu mache», liegt in de» letzten zwei das Schwergewicht des nationalen Gedankens, nämlich die Hilfe für alle Zukunft, die eigentliche Erlösung unseres Volkes von dem Fluche, der seit zwei Iah clansende» aus ihm lastet. Wer einmal erkannt hat, daß der unmöglich zum Schweigen zu bringende Judenhaß in der Natur der Völker begründet und die Ursache der Leiden Israels in dein unüberbrückbaren Gegensätze zwischen ihm und den anderen Nationen gelegen ist, der wird auch die Nothwendigkeit der Schaffung eines örtlichen Mittelpunktes für da» schützbedürftige, aber thatsächlich schutzlose Volk begreife»: Wer einmal zur Erkenntnis, gekommen ist, daß sich ein Volk nur auf G.nndlage des Ackerbaues z» einer nationalen Stellung emporschwinge,i kann, der wird auch das zwingende Bedürfnis der Erziehung jüdischer Bauern fühlen. Ein w a h r e r N a t i o n a l j >l o e wird st e t s ein Zionsfrennd sein. Und alle die schwächlichen Versuche, die von mancher Seite geinacht wurden, um rin a bst r a k t e s N a t l o n a! j u d e n t h n m ohne 'die Z i o n s i d e e zu schaffen, sind beklagenswert h, weil sie nur zur Trübung des Parteiprogrammes und zur Kräftezersplitternng führen. Was ist denn die nationale Bewegung anders als ein Protest gegen das ererbte W an d er s ch i ck s a l unseres Stamm e $ als ein der geängstigten Volksseele sich eutt in g e u d erSchreinacheinecwahren, gründlichen Erlösung? Ohne denPalästina- Gedanken ist daher die nationale Idee deS Tie nächste Nnnnner erscheint am 2. März.