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Selbst-Emancipation · 1886-02-02 · Heft 3 (2.2.1886) · p. Seite 7

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1886
Issue
Heft 3 (2.2.1886)
Date
1886-02-02
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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N,-. 3 Selbst - Ein ancipationl Seite 7 niissionsmitglied nach Deutschland abcommandirt worden sein, um die Ursachen und das Wesen des Antisemitismus an seiner Geburtsstätte selbst zu erforschen; derselbe sei bereits zurückgekehrt und soll auch mit dem antisemitischen Hofprediger in Berlin eine Unterredung gehabt haben, was sicherlich keinen besonders gute Folgen verspricht. — Am 1. Jänner brach um Mitternacht tu Polozk (Gouvernement Witebsk) eine Feuersbrunst ans, die durch den den ganzen Abend dortselbst wüthenden Sturmwind unterstützt, so große Dimensionen annahm, daß das entfeffelte Element Alles, was Menschenhand gebaut hat, zu vernichten und zu zerstören drohte. Aber Dank dem schließlich nachlassenven Winde und der Aufbietung aller Kräfte der dortigen freiwilligen Feuerwehr gelang es dem Feuer Einhalt zu gebieten. Es wurden siebzehn Geschäfte eingeäschert, von denen die meisten Juden gehörten. Unter den Opfern, die in den Flammen umkamen, befindet sich eine siebenundsechzigjährige Jüdin. Dir Abgebrannten find blos mit dem Leben davongekommen, all' ihr Hab und Gut wurde ein Raub der Flammen. Der Schaden beziffert sich annähernd ans 15.000 Rbl. Die Häuser waren nicht versichert. — Am Tage des 25jährigen Jubiläums des Herrn Rabbiner Dr. Schwabacher in Odeffa ist ei» e Br ochure in deutscher Sprache erschienen, in welcher die mit Erfolg gekrönte Thätigkeit des Jubilars den Lesern vorgeführt wird. Zum Schluß noch eine Rectification. In meinem kurzen Berichte über die Feier zu Eh>eu des Herrn Dr. Schwabächer sprach ich nur vor ei»igen Adressen, die dem Jubilar überreicht werden sollte». Im Ganzen gab es aber deren 16 von den Vereinen und wohlthätigen Anstalten Odessas und anderer Städte Rußlands, unter denen die derOdessaer jüd. Gemeinde die prächtigste ist. Ben/Alexander. („Admatli Jeschurun“,) Verein zur Coloni- -sirung Palästinas mit dem Sitze in Wien, hielt am 17. Jänner seine constituirende Generalversammluug ab. Das Resultat der bei dieser Versammlung vorgenommenen Verwaltungsrathswahlen ist, folgendes: Präsident: Adolf S ch r a m e k, Hauseigenthümer; Bicepräsident: Aron Weil, Juwelier; Schriftführer in deutscher Sprache: Nathan Birnbaum; Schriftführer in hebe. Sprache: Wilhelm Wein i g; Cassier: Dr. Herz F i s ch l e r; als Vcrwaltungsräthe die Herren: Dr. Max David ov icz. OserKvkesch, Wilh. F e l d b a u m, Marcus Spiegel, Nathan Löwenbach und Arnold F r u ch t e r. Künftighin werden allmonatlich Rechenschaftsberichte des Vereines in unserem Blatte veröffentlicht werden. (Colonie Gederah.) Den« „Hamelitz“ schreibt man aus .Jaffa: „Am 26. KiBler feierten die Bilu den ersten Jahrestag der Gründung der Colonie. In der eeste» Zeit nach ihrer Hieherkunft halten die Lila sehr schlimme Tage, da große Unordnung in der Colonie herrschte. Trotzdem sank nicht ihr Math und erschlafften nicht ihre Hände, denn sie waren sich bewußt, daß die Augen ihrer Brüder im Exile auf ihnen ruhen. Darum strengten sie alle ihre .Kräfte an und. versuchten gleichzeitig Hilfe aus dem Auslande zu erlangen. Sie wären beinahe »nler ihrer harten Arbeit und in ihrer gedrückten Stimmung zusammengebrochen und alle ihre Mühe wäre aussichtslos verschwendet gewesen, wenn ihnen nicht Herr J.M.P ine s zu Hilfe gekommen wäre. Dieser Mann, ein wahrhafter und aufrichtiger ZionSfreund, wurde der Leiter unserer Gesellschaft und begann unerschrocken für die Colonisation Palästinas im Allgemeinen und unsere Colonie speciell zu wirken. Durch seine Hilfe ward eS uns schließlich möglich, unseren Bode» als ewiges Eigenthnm zu erwerben. Dank seinen Bemühungen liefen ansgieblgere , Spenden ei», die uns in den Stand setzten, alle Gerätschaften für HauS und Feld uns anzukausen. Mit unserem Wanderstabe kamen wir hieher und jetzt sind wir Grundeigen thümer im Lande unserer Väter. Unter reichlichen Thränen säeten wir und mit Jude! dringen wir — mit der Hilfe Gottes — unsere Garben heim. Freudig und Drohen Herzens begingen wir dieses erste Fest. Und wie werth ist uns dieses Fest und wie groß ist seine Wirkung, uns zu stärken und aufznrichten. Fern vom G-'triebe der Städte, fern von Freunden und Bekannten, müde und matr durch die Menge der Arbeit, lebt unser Geist auf, wenn unsere Freunde aus Jerusalem. Jaffa, und den Colonien bei uns zusammenkomme», um sich mit uns einen Tag zu freuen. ES that uns u.ir leid, daß der Obmann unseres Vereines und Gründer unserer Colonie, Herr I M. Pines, verhindert war, an unserem Feste nnS zu besuchen; ad e er schickte uns brieflich seine Grüße. Auch Herr Bea'Jehndah, Redacteur des „Hazewi“, sandte uns ein Gratulationsschreiben. Wir machleti einen „Mi achaberaoh“ dem Verbände der ZionSsreunde, dem bekannten Wohlthäter, dem Herrn I. M. Pines. dem Herrn Mnjal*) und allen denen, die uns unterstützen und theilnehmen an der heiligen Arbeit. Darauf unterhielten wir uns mit einander und gewannen neue Kraft für die Mühe und Arbeit, die uns in den kommenden Tagen bevorstehen. (Au Jernsalem) wurde, einem uns zllgekommeneil Schreiben gemäß, von emigen namhaften Personen, darunter dem ZionSfreund aus Serbien, H. Chaim Nach m ia s, die Erriartung einer ständigen Commission angeregt, die sich mit den Verhältnissen der jerusalemitanischen Inden sp.ciell, sowie der palästinensischen überhaupt, beichäjtigen soll. (Neber die allgemeine Lage -er Colonien) Rischon le-Zion, Ekron und Sichron Jacob im gegenwärtigen Momente enthält die „Habazeleth“ einen kurzen Bericht. Derselbe ist im Großen und Ganzen ein günstiger; die Feldarbeiten sind im besten Fortgange; die religiösen ungeistigen Interessen der Colonisten werden allenthalben gepflegt. Der GesundheitSzltstand ist in Rischon le-Zion ein ausgezeichneter, in Sichron Jacob ein normaler, in Ekron kein ganz zufriedenstellender. (Eines der größte» Geschäftshäuser) Jerusalems, die deutsche Firma Duaisberg u. Comp., ging ui den Besitz des geachteten Juden Herrn Josef Nabon über, der es um 4000 Pfund an sich brachte. , Literarisches. ' Purirn-Almauach. Herausgegeben von A. Goloschmidt. II. Sammlung. Hamburg 1886. — Gleich der ersten Sammlung bietet auch die zweite recht viel des Humoristischen und Zerstreuenden in einer schönen und angemessenen Form. Wer in unserer ernsten Zeit auch lachen will, und dazu bietet sich ja Purim die beste Gelegenheit, schaffe sich das Büchlein an. Briefkasten der Redaetio». Herrn D. 8- Sch. in Hamb arg. Wird vielleicht verwendet werden; für diesmal ohnehin zu spät eingelaufen. Herrn So» Alexander in St. Petersburg. Besten Dank für Ihre geschätzte» Correspondenzen. — Leider nicht möglich. Brief folgt. — Jüdisw-nalionalen Gruß l Correspoudenz der Adminiftratia». .,Am olam“ in Belgrad. Der Empfang van 2 fl. als halbjährigen Abonnementspreis und von 3 fl. als Fördererveitrag für die „Kadimah“ wird dankend bestätigt. — Jüoisch-nationalen Gruß! Herrn Jaspis in Lemberg. Der Empfang des vierteljährigen Abonnements und des Monat, beitrages für „Admatd dosoburnn^ wird dankend bestätigt. — Besten Gruß l Herrn Dr. Michael Lion in Ldeffa. Der Empfang von 20 Rubel als Abomiementsgebühreu pro 2. Semester 1885 wird dankend bestätigt. — Zionsgrutzl Herrn Jacod LubarSky in Briczany. Der Empfang von .8 Rbl. Abonnementsgebühr pro 1885 und 1886 und 5 Rbl. Spende für die „Ladiraah* wird dankend bestätigt. — Herren A. S. I«». in W—y und Gerson Awziu in Jeletz. Ihre Abonnements gingen mit 3 t. Jänner zn Ende, sind daher zn erneuern. Herrn I. Willen, in Wien. Der Empfang der Pränumerationsgebühr für das erste Quartal wird dankend bestätigt. *) Derselbe war zur Zeit der Absendimg dieses Berichte» noch nicht gestorben.

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