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Selbst-Emancipation · 1886-01-15 · Heft 2 (15.1.1886) · page 1

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1886
Issue
Heft 2 (15.1.1886)
Date
1886-01-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Selbst-Emanlivatilln! Abonnements - Preise: <PolizulkNdung inbegriffen.! Für 7 eslerr.-Ungarn: Ganzjährig ff. S. Halbjährig „ l Lierteljähr . „ Deullchland: . . Ganzjährig MI. s. Halbjährig .. S. «ierteljähr. .. l. Rußland; ... Ganzjährig Rbl. 4. Halbjährig .. 2. Bierirljähr. „ l. ,, dir nbr. Länder: Sanzjähr. Frcd- ». Bierreljähr. ", 2. BT Inserate billigst. -WW Zeitschrift natimintcn, facioku und pulilischr» Juterrsskii des jnilischru Stammes. Krfcheint zu Anfang und Mitte jedes Monats. Wenn ich selbst mir nicht helfe, wer denn? Und wenn nicht hente, wann denn? ksillel. gtbadiaa nah JHnniniftiatian: | Wie», II., Merefiengaffe 7 Sprechstunde: Täglich von 4—5 Uhr Nachmittags II Unfrankirte Briefe werden iricht angenominen und Manufcripte Nr. 2. Wien, 15. Januar 1886. II. Jahrgang. Inhalt r An die geehrten Leser! — Zur gelegenen Zeit. — Chronik. — Correspondenzen. — Erez Israel. — Literarisches. — Briefkasten . der Redaction. — Korrespondenz der Administration. — Inserate. — „Der Bekehrte", dramatisirte Anekdote von I. F . . d. — Die Dorsjuden, Novelle von Nehemia Berner. — Räthselaufgaben. — Räthsellösungen. Vom 12. Februar d. I. befindet sich daS Redactions- und Administrationslocale: II. Große 'Ufarrgcrfle 22. an Sie geehrten Leser! Um einer von nranchen Seiten geäußerten fal- <cken Auffaflung entgegenzutreten, machen wir hiemit bekannt, daß der Beginn des 2. Jahrganges vom 1. Jänner 1886 keinen Einfluß hat auf die Dauer des Abonnements und daher das Abonnement derjenigen P. T. Abonnenten, welche das Blatt feit seinem Entstehen beziehen, noch bis Ende I a n u a r d. I. läuft. Zugleich machen wir aufmerksam, daß wir von nun an genöthigt sein werden, eine größere Rigorosität bezüglich der Pränumerationsgebühren zu üben und jedesmal bei einem Rückstände von einem Vierteljahre die weitere Zusendung des BlatteS eingestellt werden wird. Bei «euen Abonnements, die mit jedem Tage beginnen können, vermögen wir nur gegen Einsendung der PräUumerationSgebühr für wenigstens ein Quartal die Zustellung der Blätter zu beginnen. Agenten, die mindestens 10 Exemplare benöthigen, können vom Pränumerationsbetrag, sofern sie denselben mit der Liste der Abonnenten der Administration einsenden, 15% als Provision für sich in Abzug bringen. . Die Obmänner der einzelnen Vereine der „Zionssreunde" können, falls sie mindestens 10 Abonnenten unserem Blatte zubringen, 20°/» des Pränumerationsbetrages der betreffenden Vereinskaffe zuführen. - Die Administrati 0 n der Zeitschrift „SeEst-Gmancipation!". Zur gelegenen Zeit. Jedermann weiß, wie unvorhergesehene, natürliche Ereignisse, namentlich der Tod, in die Geschicke von Völkern, Parteien und Individuen ändernd eingreifen; die Geschichte hat der Beispiele genug, wo der Tod irgend eines Mannes historische Verhältnisse schafft, die ohne sein Dahinscheiden nie begründet worden wären, wo der Hingang eines einzigen Menschen tausende Andere freier aufathmen oder sorgenvoller aufseufzen läßt. WaS im Privatleben so oft vorkommt, daß nämlich der Eine dem Andern sehr gelegen stirbt, das wiederholt sich im öffentlichen Leben nicht minder oft. Aber seltener dürfte es sich in der Geschichte ereignen, daß ein Mann einer politischen Partei dadurch einen Dienst erweist, — nicht etwa, daß er stirbt, sondern — daß er just vor hundert Jahren gestorben ist. Dieser merkwürdige Fall hat sich nun in de» allerletzten Wochen zugetragen, und wir brauchen doch nicht noch hinzuzufüge», daß wir vom hundertjährigen Sterbetag der MoseS Mendelssohn einerseits und den Assimilanten andererseits sprechen. Nichts konnte den Herren mosaischen Exjuden gelegener kommen, als dieser Gedenktag. Kein Wunder auch! DaS Assimilations-Gebäude ist ja in den letzen Jahren gar baufällig geworden : das ohnehin schon zur Ziit der Erbauung ganz morsche Gebäkke, ist noch fauler geworden und gar bedenklich wittert die antisemitische Windsbraut an den vier Ecken des Hauses herum; überdieß aber haben sich auch noch welche Verwandte der Hausbewohner gefunden, die mit wuchtigen Axtschlägen den Zusammensturz des ohnehin seinem unausbleiblichen Verderben entgegenmodernden Gebäudes zu beschleunigen trachten. Dieser doppelten Gefahr gegenüber, ward es nun den guten Leuten in ihrem Mvderneste bang und immer bänger und sie suchten nach einem Cement, der die sichtbar gewordenen Risse und Schäden verbessern und verbergen sollte. Da wurden die BedauernSwerthen plötzlich aus ihrer Verlegenheit gerissen, es nahte der hundertjährige Sterbetag des großen Dessauer Philosophen und die Ehrung und Ausbeutung semrS Andenkens sollte den nothwendigen Kitt abgeben. Wenn die-Assimilanten nicht so schranken- und maßlos den unsterblichen Namen deS verewigten Mendelssohn zum Losungswort ihrcr „edlen" Zwecke und Grundsätze, ihrer „schönen" Bestrebuugen gemacht hätten, — wir würden Die nächste Nummer erscheint am 2 Februar.

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