Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1886
- Issue
- Heft 1 (1.1.1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Selbst EmanciMtion! Zeitschrift uatioualrn, smialrn und xolilischrn Inirrrssr» drs judislhrn Stummes. Erscheint zu Anfang und Mitte jedes Monats. wenn ich selbst mir nicht helfe, wer denn? Und wenn nicht heute, wann denn? Keimst»« unb Administration: Wien. H., Jheresiengasse 7.1 Sprechstunde: I Täglich von n—5 Uhr Nachmittags | Unfrankirte Briefe werden nicht angenommen und Ulanufcripte nicht retournirt. Abonnements - Preise: (Postzulendung inbkgriffen.) Für I'eslkrr.-Ungarn: Ganzjährig II. 3 Haibjädrig I Bi-N-Ijähr .. .. D-ntlchland: . . Ganzjährig Mt. Halbjährig .. «ieneliähr. .. ., Rußland: ... Ganzjährig Rbl. H-lbjäbrig Bi-ri-ljähr. .. dir übr. Länder: Banzjähr. Frci. Nr. 1. _Wien, 1. Januar 1886. 11. Jahrgang. Inhalt» An die geehrte» Leser. — Der Judeiihaß. — Die Juden ln Böhmen. — Assimilatorische Pinselstriche. — Chronik. — Cocrespondenze». — Erez Israel. — Literarisches. — Briefkasten der Redaction. — Correspondeuz der Adniinistratio». — Inserate. — „Der Bekehrte", dramatistrte Anekdote von I. F . . d. — Die Dorsjudeil, Nooelle von Nehemia B-ruer. — Eingeseiidet. — Räthselausgabeu. — Räthsellösungen. Än die geehrten Leser! Mit der heutigen Nummer tritt unsere Zeitschrift in ihren zweiten Jahrgang. So wie bisher wird sie auch fernerhin mit allen Kräften gegen den Massenselbstmord der Assimilation ankämpfen und für den Gedanken der Wiedergeburt' unseres schlummernden Stammes, für die Idee der leiblichen und sittlichen Wiederbelebung der jüviscben Nation eintreten. Wir fordern daher alle unsere Freunde und Gesinnungsgenoffen eindringlichst aus. im Interesse der heiligen jüdischnationalen Sache für die Vergrößerung des Abonnentenkreises der ..Selbst-Emancipation l" nach Möglichkeit bemüht zu fein. Das. Abonnement kann mit jedem Tage beginnen. ÄMerch machen wir aufmerksam, daß wir von nWUn gWöthigt sein werden, eine größere Rigorosität be^W>»«er Pränumerationsgebühren zu üben und einem Rückstände von einem Vierteljahre Zusendung des Blattes eingestellt werden "^Menten, die mindestens 10 Exemplare benöthigenMönnen vom Pränumerationsbetrag, sofern sie yglt mit der Liste der Abonnenten der AdministratVMsenden, 15°/° als Provision für sich in Abzug Hdie Obmänner der einzelnen Vereine der „Ziousfreumde" können, falls sie mindestens 10 Abonnenten nnser/em Blatte zubringen, 20°/» des Pränumerationsbetralges der betreffenden VereinSkaffe zuführen. " D i e A d m i n i st r a t i o n der Zeitschrift „Selbst Gmancipatiorr!". Der Judenhaß. Ein fürchterliches Wort! Fürchterlich ist auch jene« Capitel der Völkergeschichte, dessen Ueberschrift es bildet. Fürchterlich ist jenes Capitel; denn die Metzeleien der Kreuzfahrer, die flammenum leckten Scheiterhaufen des stolzen Spanien, die gespenstig grauen Ghettomauerii des heiligen deutschen Reiches mit ihren unheimlich rasselnden Thoren, die plündernden Kazapenhorden Rußlands, die aufgeregte Zuhörerschaft im Gerichtssaale von TiSza-Eszlar, die halbe Million gesetzlicher Vagabunden in Rumänien, die hilfsentblößten ausgewiesenen Familien an der preußischen Grenze — sind seine Illustrationen in den verschiedenen Zeiten und Ländern. Viel würbe bereits über die Gründe und das Wesen des „Judenhasses" gedacht und geschrieben und gar mannigfaltig und gecheckt sind die Ansichten über diese weltgeschichtliche Thatsache. Nur in einem Punkte begegnen sich fast alle Meinungen: darin nämlich, daß alle übrigen Ab. Neigungen der Völker gegen einander, dem Wese» und der Aeußerung nach mit dem „Judenhaß" nur wenig gemein habe», daß also der „Judenhaß" eine gänzlich vereinzelt dastehende Erscheinung ist. Worin aber die Ursache für den Unterschied zwischen dem „Judenhaß" und den sonsti. gen Antipathien liegt, welche die Geschichte zeitigt, das ist wieder eine Frage/ die verschiedene Antworten erhalt n Hot. Die Einen' haben diese Verschiedenheit durch die allzu schroff abweichende Religion des jüdischen Volkes erklären wollen, die andern durch seine allzu sehr abstecheude Raceneigenthümlichkeit, indem sie entweder die Erhabenheit des israelitischen Stammes oder seine Niedrigkeit süe den Aas; nahmehaß, den er zu tragen hat, verantwortlich machten. Beide haben Recht: Der Unterschied zwischen Mosaismus nnd Christenthum ist wahrlich bedeutender als der zwischen den einzelnen christlichen Confeffionen; der Gegensatz des „SemitismilS" und „AriSmus" ist fürwahr — ohne uns darüber in eine Untersuchung einlassen zu wollen, welcher von den beiden Racen der Vorrang gebührt — schärfer als der zwischen den einzelnen arichen Völkern. — Und doch haben auch beide Parteien insoserne Unrecht, als sie ans de» dritten und wichtigsten Factor vergessen haben. Die nächste Nummer erscheint am 15. Januar. "W>