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Selbst-Emancipation · 1885-12-02 · Heft 21 (2.12.1885) · p. Seite 5

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1885
Issue
Heft 21 (2.12.1885)
Date
1885-12-02
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Sir. 21 ©flb fl» E^inanc ipation! Seite 5 bauen lind mit ihrem Blute vertheidigen, in f'reiwilligerWettarbeit unter gleichem Gesetz mit der übrigen Menschheit kann die „gefrorene Verwesung" ihres talmudischeu MosaiSmuS Einschmelzen in „reine Menschlichkeit." Wir brauchen wohl nicht zu betonen, daß wir, was den Rath selbst betrifft, -ihn nur gutheißen und wiederholen können; den Schluß aber dieses Ausspruchs, der schon den antisemitischen Pferde- -fuß sehen läßt, möchten wir folgendermaßen ändern: „ ... kann das Volk, das von den Ariern beS AlterthumS vaterlaudslos, von den Arier ndesMittelalters kraftlos, von den Ariern der. Nenzeit willenlos gemacht tv u r d e, zu e i n e r g e e i n i g t e n, kräftigen und Anbeugsamen Nation erstarke n." (Holz - und Eiseuhaudel iu Palästina.) Es - ist bereits mehrfach darauf hingewiesen worden, daß es für die ausländische Holz- und Eisengeschäfte von großem Nutzen wäre, Verbindungen mit Palästina anzuknüpfen, ©eit -Kurzem versucht Herr K ö l i n m a n n aus Odessa ein -Holzgrschäst im heil. Laudezu betreiben; aller Anfang jedoch ist schwer; die Leute, die hier für ihn den Einkauf besorgten, verstanden nicht viel voll der Sache, zumal die Werthschätzung der verschiedenen Holzarten hier zu Lande eine ganz andere als i» Europa ist. Trotzdem geht das Geschäft langsam vorwärts und wird ohne Zweifel mit der Zeit gut floriren. — Sehr zu rathen wäre speciell <inem unserer englischen GtanbenSgenossen, ein Eisengeschäft hier zu eröffnen; es würden dadurch viele Juden Arbeit finden, und der Unternehmer würde ein glltes Geschäft dabei machen können. — (Ruffische Palästina-Gesellschaft zu St. PeterSbürg.) Fürst M ansuruf, der Obmann dieses Vereines, welcher bereits zweimal in Jerusalem gewesen, wird demnächsteinc riochmalige-Ärise'dorthin -unternehmen und soll eine M i l l i o n Rubel für dortige Unternehinungen zur Verfügung haben. — Die russische Palästina - Gesellschaft wurde vor ca. z wa n z i g Jahre» gegründet, um irr Palästina für russische Ünterthanen Erwerbungen zu machen. Sie hat dortselbst bereits große Erfolge erzielt; große Prachtgrößerer Vorsicht würde der Baum g'wiß jedes Jahr einen schöneil Ertrag liefern. In den Thälern und Ebenen liefert dieser Baum zwar auch einen schönen Ertrag, doch sollen die Oliven, die auf den Bergen gewachsen sind, bester als jene sein. Die Oliven, die zur Oelbereitung bestimmt sind, bleiben auf den Bäumen, bis sie vollständig reif sind, werden dann abgeschlagen und in großen Haufen aufgeschichtet, wo sie 20—25 Tage liegen bleiben, bis sie weich sind und in den Mühlen gemahlen werden. Sie werden dann in Körben vollends ausgedrückt, dar Oel fließt in die dazu eigens bestimmten Gefäße. Ei» kleiner und junger Baum liefert etwa 2 Maaß Oliven, ein mittelmäßiger Baum 6—8 Maaß, ein ausgewachsener Baum 12 Maaß; ein Maaß --- 12 Kilo. Zwölf .Kilogramm Oliven geben etwa 3 Kilo Oel. DaS Oel wird von den Bütten in Schläuche gefüllt und in die Stadt zu den Kaufleuten oder in die Seestädte, hauptsächlich nach Jaffa, gebracht, wo es von den Kaufleuten nach und nach iu große Fäffer gefüllt und in die westlichen Länder, zutneist nach Frankreich, geschickt wird. Dort wird eS geläutert und raffinirt und konimt dann unter dem Namen „geläutertes französisches Oel" hierher zurück. Die Oliven werden dreimal gepreßt: Die erste Pressung g;bt dar vorzügliche Oel, die zweite das gute Oel; zum dritten Male kommt ein znm Genuß nicht brauchbares Del hervor, das an die Weber verkanst wird. Der Rückbauten sind durch sie bei der Stadtmauer Jerusalems aufgerichtet, eine große Kirche, ein Wohnhaus für den Geistlichen, Pilgerwohunnge», ein Krankenhaus rc. rc. so viele, daß jener Theil bereits „die Rnffeastadt" genannt wird. In Hebron, „am Haine MamreS", haben sie eine große Fläche angekauft und auf derselben ein sehr großes HanS erbaut; in der Umgebung von Jericho ist eine größere Zahl von Häusern durch sie aufgestellt; auf dem Oelberge besitzen sie eine Kirche, und in dem Dorfe E n k e r e m haben sie einen FlächenraNm erworben, der zur Unterhaltung von z'e h n bis f ü n f z e h n Fam.lie» auSreicht, und am Abhange der Berges eine kleine Stadt erbaut. Außer dem Genannten haben sie an vielen Orten größere Strecken Landes in ihre» Besitz gebracht. — Wen» doch unsere StammeSgenossen so viel Interesse für ihren nationalen Boden zeigen würden, als diese Russen! (I» Jerusalem) vermehrt sich die Zahl der jüdischen Gebäude durch das in jüngster Zeit beliebt gewordene Compagniebau-System. Literarisches. „Mizpilh“. Da liegt es vor uns, das erste Heft der schon vor Monate» angekündigteu hebräischen illustrirten Monatsschrift „Mizpah“ (Die Warte). Ein Gefühl der Freuoe beseelt uns» wenn wir bedenken, welche Fortschritte in einigen Jahrzehnten die hebräische Sprache gemacht hat! Ein illustrirteS Familieubkatt ist ja der moderne Ausdruck eines häuslichen Lebens, das auf dein Natioualgefühl aufgebaut ist. Wir gestehen offen, daß wir ein wenig bange dem 1. Hefte entgegensahen, aber wir sind in angenehmer Weise auS unseren Befürchtungen genffeii worden. — Herr Zederba um, der Redacteur des „Hamelitz“, hat auch hier wie gewöhnlich Vorzügliches geleistet. Die „Mizpah“ kommt, waS Inhalt, Tendenz und Ausstattung betrifft, den hochgespanntesten Ansprüche» nach. Das erste Heft enthält von Artikeln: „Von der hohen Warte" (Vorwort) vom Redakteur; „Jerusalem" (Beschreibung) von A. Sch. Friedberg; „Malchioth“ und „Sichronofch“ (lieber russische Judengesetze und dgl.) von Zederbanm; „Biographie des stand (Olivendrüsen) gewährt ein guter und vielgesuchtes Brennmaterial und hat einen guten Preis. Grangen. Die Orangen gedeihen besonders gut i» der Umgegend von Jaffa und Äffa an der Meeresküste, da der sandige Boden und das oceanische Klima dem Wachsthume des Baumes sehr förderlich sind. Bei Jaffa gibt eS an 500 Orangen-Gärten mit vielleicht 800.000 Bäumen. Bon diesen 500 Gärten sind etwa 150 vorzügliche, während die anderen nur mittelmäßige in Bezug auf den Ertrag genannt werden können. - In den Orangenpflanzungen läßt man zwischen den einzeluen Bäumen etwa 15 Meter Zwischenraum. Im Monate Taunus werden von dem Süß-Citronenbaume die Schößlinge abgeschnitten und in Beete gesetzt, wo sie zwei Mal täglich begossen werden. Diese Setzlinge wachsen schnell und blühen schon im zweiten Jahre; nach dem Verblühen schneidet man die Spitze ab, worauf ei» neuer Schößling sich bildet nnd im dritten oder vierten Jahre kommt schon die Frucht. Den Sominer hindurch werden die Bäume wöchentlich einmal (von manchen Besitzern alle fünf Tage) begossen. DaS Wasser wird aus etwa 10 Meter tiefen Brunnen, die bei solcher Tiefe das Wasser nicht versagen, durch ein von Kameelen oder Esel» bewegtes Schöpfrad an die Oberfläche gefördert. J,l Paläirina "wird die Orangeucultur durch kein Jnsect, auch nicht durch Unkraut oder Krankheit beeinträchträchtigt, da das Klima und der Boden sich ganz besonders für dar Gedeihen guter und kräftiger Bäume eignen. Schluß folgt.)

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