Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1885
- Issue
- Heft 21 (2.12.1885)
- Date
- 1885-12-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ißicrtrliäfji .. . kchland: . . Ban,jährig Mi. S.00 Halbjährig .. 3.30 «i-rl-Ijähr 1.66 and : ... Ganzjährig Rbl. Halbjährig „ 2.— Bierteljähc. „ 1.— lbr. Länder : B-nzjähr. Frc«. s.— Halbjahr für die natillilalrn, füdnltn und plitifi1)tn Interrffeil drs jüdischen Stammes. Krfcheiut zu Anfang und Mitte jedes Monats. Ivrilii ich selbst mir nicht helfe, wer denn? Und wenik nicht heilte, wann denn? ksillel. Sfhnttian anh Ahmiiistration: Wien. Werefiengaffe 7. Sprrchstnnve: Täglich von 4—5 Uhr Nachmittags Unfrankirte Briefe werde» nicht angenommen nnd Mannscripte nicht retournirt. Nr. 21. Wien, 2. December. Jahrgang 1885. 'Inhalt: An die geehrten Leser. — Der Hammerschlag des moderne» Makkabäerthums. — Die Stellung deS Vbaunlra-Festes. (Feuilleton). — Chronik. — Korrespondenzen. — Erez Israel. — AuS den Berichten deS amerikanischen ConsulS, Herrn Sela Meril, über das heilige Land. (Feuilleton.) — Literarisches. — Officielle Mitlheilungen jüdisch-,,a,ionaler Vereine. — Briefkasten der Redaction. — Correspondenz der Administration. — Inserate. — Makkabi's Geist. (Gedicht.) — Die Dorsjuden, Novelle von Nehemia Berner. — Jehuda Makkabi. (Geschichtlicher Vortrag.) — Der „SchameS". (Gedicht.) — Räthsel. Fn die geehrten Leser! Mii 1. Jänner 1886 beginnt ein neuer Jahrgang unseres Blattes. Wrr fordern daher alle unsere Freunde und Gesinnungsgenossen eindringlichst auf, bei dieser Gelegenheit für die.Vergrößerung deS Abonnentenkreises der„Selbst-Emancipation!", deren ausgesprochenes Ziel es ja ist, die ganze jüdische Nation von Liebe für ihre nationale Vergangenheit, von Scham über ihr gegenwärtiges Schlummern, und von Verlangen nach ihrem Wledererwachen zn erfüllen, noch Kräften bemüht zu sein. Das Abonnement kann mit jedem Tage beginnen. Agenten, die mindestens 10 Exemplare benöthigen, können vom Pränumerationsbetrag, sofern sie denselben mit der Liste der Abonnenten der Administration einsenden,^ 15°/° als Provision für sich in Abzug bringen. Die Obmänner der einzelnen Vereine der „Zionsfrennde" können, falls sie mindestens 10 Abonnenten unserem Blatte zubringen, 207° des Pränumerationsbetrages der betreffenden Vereinskaffe zuführen. Die Administration der Zeitschrift ■ „SelM-Gmarrcipatiorr!". Der Hammerschlag des modernen Makkabäerthums. - Hämmert, hämmert nur zu, schlagt nur die Nägel in den Sarg des eigenen Volkes; Ihr werdet mit Eurer Friedhofarbeit nicht fertig, denn dieses Volk, das Ihr todt wähnt, schläft nur und wird erwachen, wird den Sargdeckel, den Ihr ihm anfzwängt, sprengen und dann in erneuerter Hoheit und-Größe, mit frisch r Lebenskraft, dastehen! Hämmert nur zn, a s s i in i l a t 0 r i s ch e Tobteng r ä b e r, Ihr hämmert umsonst. So wie für Eure Lehrmeister, die Hellenisten vor zwei Jahrtausenden, so wie für diese kleinen Hämmerer der große „Hämmerer", Jehudah Makkabi erschien, der sie mit der Wucht seines Heldenarmes niederschlng, ebenso wird für Euch die Zeit der Ahndung kommen, ebenso wird Euch, die Ihr in Eurem kläglichen Sargklopfe» das Aufathmea des Scheintodten überhört, der Hammerschlag des modernen Makkabäerthnms treffen! Ja, die nationalen Juden der Gegenwart haben denselben Kampf zu führen, den die alten Makkabäer geführt; denselben Kampf in dem Sinne, als Gegner, Ursache und Ziel die nämlichen sind, verschiede» aber den angewandten Waffen nach. Wie damals, so sind es auch heute auf der einen Seite die in sinnlicher Selbstsucht oder im verirrtem Ansklärungsstrebcn handelnden Aeffer fremder Sitten, auf der anderen Seile die Freunde selbstständigen» unbevormundeten Fortschrittes, die sich einander gegenüberstehen. So wie damals, ist auch heute die Ursache des Kampfes die historische Unmöglichkeit deS längeren friedlichen Nebeneinanderwirkens dieser beiden, zwei diametral entgegengesetzte Principien darstellenden. Parteien nnd die Auflehnung der guten Volkstriebe gegen die bösen. So wie damals ist auch heute das Ziel des Kampfes, den Hochverrath am eigenen Blute zu strafen,. das in die Knechtschaft der Völker nnd seiner eigenen haltlosen Politik gerathene jüdische Volk durch die Einflößung von Freihcits» liebe und Verälherverachtung und durch charakterstählendrn Kampf zn seiner verlorenen nationalen Stellung zurückzuführen. Aber nicht wie damals ist das Schwert die Waffe; kein blutiger Kampf ist es, in den wir nationale Jltden der Gegenwart ziehen; wir sind nicht gezwungen, über getödtete und verstümmelte Menschen zum Siege zn schreiten. Eine viel edlere Waffe hat die Vorsehung den Makkabäern der Neuzeit in die Hand gedrückt, die, obwohl auch aus Eisen, nicht lebenzerstörend, sondern lebenerhaltend wiikt: es ist der Pflug. Volk ohne Land, Volk ohne-Selbstachtnng, Volk ohne Muth! Gewinne den Muth wieder und dann wirst Du nicht mehr davor znrückbebeu. Deine eigenen Mängel einzugestehen. Mit der Eikenntniß dieser wirst Du aber auch MT Die nächste Nummer erscheint am 17 Dezember. "VS