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Selbst-Emancipation · 1885-11-02 · Heft 19 (2.11.1885) · p. Seite 12

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1885
Issue
Heft 19 (2.11.1885)
Date
1885-11-02
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Selbst-Emancipation! Nr. 19 Seite 12 Übei die strengnationale den Sieg davongelragen hatte. Wieder wußte er AveS in das rechte Geleise zu bringen und die Vermischung zu verhüten. Seit damals war die Scheidung zwischen Juden und Samaritanern eine definitive. Sanballat errichtete einen eigenen Tempel auf dem Berge Garizim; die Samaritaner erklärten die Propheten als nichtbiudend und so entstand bei eiiiem halbjüdischen Mischvolke, dem die Theilnahme an der jüdischen Religion versagt wurte, eine halbjüdische Religion. Wenn man aber fragt/ was die Juden trieb, sich so hartnäckig gegen die Anträge der Samaritaner zu verschließen, so muß man einzig und allein die „nationale Scheu vor Vermischung" als treibendes Motiv anerkennen und ich kann daher Grätz nicht recht geben, wenn er zuerst fragt : „Was bedeutet das, waS sie nicht bloS von der heidnische» Welt, sondern auch von den, denselben Gott verehrenveu «nd dasselbe Grundbuch anerkennenden Nachbarn unterscheidet?" zwei Zeilen weiter aber behauptet, daß, seitdem den Inden durch den Gegensatz der Samaritaner der Begriff des „Judeinhnms" ausging, derselbe nicht mehr das natioiiale Wese», sondern das religiöse Bekenntniß bezeichncte. Wohl ist eS wahr, daß dadurch, daß die adgewicsenen Samaritaner eine etwas veränderte Religion aunahmen, das Wort Judeuthum auch eine confeffionelle Bedeutung bekam, aber damit hat eS keineswegs die nationale verloren; im Gegentheile, durch das Aufhören der alten jüdischen Stammesunterschiede ist fie diesem Worte nach charakteristischer geworden. — Der ewige Ruhm aber, in wenigen Jahren aus i iesem „Judenthum" ein ausgebildetes Staatswesen geschaffen, ein Volk leorganisirt zu habe», gebührt dem Rehemia, während Esra unoeigeßlich ist als derjenige, dem eS gelang, dem jüdischen Volke durch die Festigung der national-religiösen Ideen die Ewigkeit zu sichern. — Auf der Grundlage aber, die daS Patriolenpaar Efra und Rehemia dem jüdische» Gemeinwesen gegeben hat, baute sich dasselbe weiter fort. Die mosaische Lehre wurde StaatSgrundgesitz; daS ganze öffentliche Lebe» regelte sich nach religiösen Normen, wobei man aber nicht vergefle» dars, daß diese ja AuSflüffe des eigenthümlichen nationalen Geistes und Gemnthes sind. Die oberste' retigiöie Behörde, der hohe Rath auS 70 Mitgliedern, ei» Institut, das um diese Zeit, also im vierten vorchristlichen Jahrhundert in's Leben trat, war ganz natürlich auch oberste BerwaltungS- und Justizbehörde; für dieAnsbilduiig tüchtiger Schristkundiger (SoxNorim) sorgten eigene Lehrhauser für das Thorahstndium. I» dieser Zeit entwickelte sich die Pünktlichkeit und Aengstlichkeit in der Beobachtung der religiösen Vorschriften. Damals wurden die Gebete, die fpäteihin ganz die Opfer verdrängen sollten, neben diesen der wichtigste Theil des Gottesdienstes. Damals war-es auch, wo religiöse Vorstellungen der persischen Religion in die jüdische übergingen (Enget, Saian, Paradies und Hölle, Auferstehung). Diese innere, mehr religiöse Entwicklniig, die mit Esra und Rehemia begann und »och 8 Jahrzehnte nach ihnen andauerte, vollzog sich geräuschlos; kein einziger bedeutender Manil tritt in dieser Periode auf; die Gesammtanstreugnagen Vieler ersetzten ein hervorragendes Genie. Diese im Ganzen genommen friedliche Aera der inneren Stärkung fand aber ihr Ende mit dem Auftreten des macedoiiischeil Heldeiikönigs und Eroberers, Alexander des Großen. Seine Züge waren es, die die griechische Sitte nach dem Oriente brachten und das jüdische Volkschum in weiterer Folge i» eine Versuchung führte», der es auch theilweise erlag. Das jüdische Volk macht die erste Bekauntschaft mit dem Hellenismus, dem Griechenrhume, eine Bekanntschaft, die ihm den Untergang droht, in spätester Conscquenz aber, indem dus Judenthum dem verderblichen Einfluß zu widerstehen weiß, zur vollständige» Befreiung deS jüdischen Stammes und zu neuer, nie geahnter Blüthe desselben führt. Silbeu-Räthsel. Aus liachstchenden 22 Silben sollen 8 Wörter gebildet werden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten gelesen, den Namen einer bekannten jüdisch-nationalen Zeitschrift ergeben. a, as, e, hei, is, ka, lam, le, le, li, Io,, me, me, ne, nen, no, on, pol, ri, rar, vi, zi 1. Name eines Volkes ini Aiteclhum. 2. „ „ Etdlheilrs. “: 3. „ einer Fruchttzättung. .... A. „ eines jüdischen Profeten. . 5. Biblischer Männername. 6. Bezeichnung einer Religion. 7. Näme einer galizischen Sticht. 7 , > '; ' 8. „ „ biblischenBurg. - . Osias H. Kreisberg. Räthsel (H-br.) Verlockend winkt es Dir entgegen' Und hat schon Manchen irrgeleitet — D'rnm hüte Dich, es bringt nicht Segen Hast Du's durch List Dir schlau erbeutet; Wird es des Fußes nun beraubt, Ein Thierlein deuten dann die Zeichen; Doch deutet's Dir ein Oberhaupt, So man den ersten ihm wird streichen; Zurückgelesen wirst Du's.flieh'», Ist Tugend Dir von.Gott verlieh'». Jaspis. Auflösung des jDerruutations-Räthsels ans Rr. IS: Jordan ' Upsala 1 Valmatien Anaximenes Uetternich Africanns . Laffern Lorinth Antillen . Sismarck Immergrün. Richtige Lösungen sandte» ein: Ernestine Bretholz, Wie»; Bernhard Bromberg, Wien; Arnold Ascher, Wien; Max Feuer, Przemysl; Salomon Heilpcrn, Wien; Samuel Feuerstein, Toustobaby; Ph ....., Toustobaby; Amalle „Ekdach", Toustobaby; Adolf Bergkraut, Wien; Jaspis, Lemberg; Friedrich Jwry, Wien; S. Gutmann, Wien; I. M. Hennefeld, Borhslaw; Marcus Krelsberg BorySlaw; Salomea Weindling, Krakau; Rosa Goldwaffer, Krakau ’r Rosalia Weißlitz, Krakau; Amalie Goldwasser, Krakau; Z. M. Tauber, Monasterzyska. Auflösung des Diagonal Räthsels aus Nr. 18: 8 8 M 8 Z D 0 E I N v L D L A A 0 E 0 I N N 3J H M Richtige Lösungen sandten ein: I. M. Hennefeld, BorySlaw; Markus Kreisberg, BorySlaw; Solomea Weindling, Krakau; Rosa Goldwaffer, Krakau; Rosalia Weißlitz, Krakau; Amalia Goldwaffer, Krakau; I. M. Tauber, Monasterzyska. Auflösung des Arithmogriphs aus Nr. 18: r n n i > - h -r '? p- - ■V . T- P n . v vtn Richtige Lösungen sandten ein : Samuel Feuerstein, Tousto-' baby; I. M. Tauber, Monasterzyska.

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