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Selbst-Emancipation · 1885-10-01 · Heft 17 (1.10.1885) · page 1

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1885
Issue
Heft 17 (1.10.1885)
Date
1885-10-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Selbst EnlLiMMtiiln! Abonnements - Preise: lj (Soffjufcnbmu iiiökgriff««.) Für r tfiert.«Ungorn: ©anzidhcig (I. s.oo Haibjährig \ 80 B--rItIjlhr . „ Dkutlchland : . . ©anAidbria M«. S Halbjährig .. 3 «i-rlrliähr. .. I „ Rußland: ... Ganzjährig Rbl. t ^etleljäljr. " I „ die übr. Länder: ©anzjähr. Frei. 9 Halbjähr. „ * Bienellähr. „ 2 MP Juferale Silttgst. -*e Zeitschrift für die »atilillaleil, socialril und xulitischru Juterejseu des jüdischen Stammes. Krscheint zu Anfang und Mitte jedes Monats. lvenn ich selbst mir nicht helfe, wer denn? Und wenn nicht heute, wann denn? Zrdaltiliu uiib Jliiininiftiatiin: | Wien, II., Weresiengasse 7. |j Tbrechstunve: II Täglich von -z—5 Uhr Nachmittags || Uufrankirte Briefe werde» nicht ' angenommen und rNanuscripte nicht retonrnirt. Nr. 17. Wien, 1. Oktober. Jahrgang 1885. Anhaltr An die geehrten Lestr. — Dar Fest der Ernte. — Linkajvio Dohm Kraja! — Chronik. — Correipo,'deinen. — ErezIsrael. — Liieransches. — Der Unter richl des Hebräischen an den Volksschulen. — Officielle Mitteilungen des akad. Vereines „Kadimali“ — EfficiiDe Mittbeilunge» des Vereines jüdischer iunger Männer „Zukuufc." — Officielle Minheil^nge» des Verein s .A.hawass Zijon" in Hamburg. — Briefkasten der Redaclion. — Correspondenz der Aviniinstraliou. — Jnieiat-. — Der Spielman». (Gedichi).' — Pulsschläge, Novelle von Nehemia Berner. — Einlcmin, in die jiioische Geschichte. (Schlug). Miscellen. — Rätdselanigaben. — Räibiellöiungen. ^ln die geehtten Leser! Unser Blatt vertritt die jüdisch-nationale Idee in ihrem ganzen Umfange, eonsequent und mit Kreimulh. Dasselbe hat sich in der kurzen Zeit seines Bestandes die wärmsten Sympathien erworben, bedarf aber einer noch rascheren und stärkeren Verbreitung,. um den Sieg unserer Sache herbeizuführen. Wir richten also an alle unsere Freunde und Gesinnungsgenossen die dringende Bitte, um die Vergrößerung des. Abonnentenkreises der „Selbst-Emancipatioil!" unablässig bemüht zu sein. Abonnements am besten per Postanweisung. Agenten, die mindestens 10 Exemplare benöthigen, können vom Pränumerationsbetrag, sofern sie denselben mit der Liste der Abonnenten der Administration einsenden, 15°/0 als Provision für sich, in Abzug bringen. Die Obmänner der einzelnen Vereine der „Zionsfrennde" können, falls sie mindestens . 10 Abonnenten unserem Blatte zubringen, .20% des Pränumerationsbetrages der betreffenden Vereinskasse zuführen. Die Admi n i st r a t i 0 n der Zeitschrift „Sekbst-GrnancipaLion!". Das Fest der Ernte. Unter Sang und Klang bringen die Landleute die Ernte von den - Feldern in die freundlichen Dörfer; die Speicher füllen sich mit dem Segen der Erde. Stolz auf die gethane Arbeit und doch bescheiden in ihrer ländlichen Einfalt erheben die Bauern die schwieligen Hände zum Himmel und ein heißes Dankgebet senden sie zum Allernährer empor, — nicht nur für die ihnen und ihren Familien erwiesene Gute, sowie auch in wehmüthig - freudiger Eriunernug einstigen nun geschwundene» Elends. Hatten doch ihre Ahnen keinen heimischen Boden, aus dem der scharrende Pflug, Fruchte hervorzaubern konnte; waren ste ja an dir Scholle gebunden und doch heimatlos, ein Volk von Sclaven, bis der Moment der Befreiung kam, bis sie nach langem Wüsteiuvege zur heiligen, das Brot der Freiheit gewährenden, Erve getaugten, welche sie bewohnen sollten, iliitec denk Schutze von Gesetzen, die ihnen Cultnr und Gesittung spendeten, die die Milde und das Rechtsgefühl tief in ihre Herzen pflanzten, als eine Volks- und menschheitsbeglückende Saat. — Und jetzt begehe» die Enkel dieser Ahnen frei und rin gesegneten Vaterlande daS Fest der Ernte.-- Ja glücklich beging einst Israel sein 8aaootll-fest. ja wonnig empfand einst unser Volk die Thorafreude. An.r hellte? Sind wir überhaupt im Stande, in diesen herrlichen H rbstfeiertagen an diesem Erntefeste uns io innig zu freuen, als unsere Altvordern? Kann \uvS dieser Secher li-jeziafch Hizrajim diese» Gedenkfest an den Auszug ans dem Sclavenlande in Wahrheit das Hochgefühl, welches die Erinnerung an vergangene» Leid verursacht, bereit n. — heute, wo wieder neues Unglück schon längst über uns hereingebroche» ist? Ist es denn möglich, daß die Seele unseres h a n d e l s g e lv ö h n t en Volkes das wahre Gefühl so recht fasse. welches den L a n d in a n n beim Anblick der e'ulgeheimsten Erilte ergreift; ist es denkbar, daß wir, die ruhelosen Wände rer des Erdballs, das Empfinden des h e i m a t st 0 l z e 11 Ackerbauers begreifen? Wohl baut man auch heute noch laubbedeckte Hütten zum Andenken an die Wüstenwanderung nach denr Auszüge aus Aegypten: aber mau thut es gedankenlos, den» man sieht nicht ein, daß die Erinnerung eigentlich dem Ziele dieses Zuges, den gesegneten Flure» des heiligen Landes gelte. Wohl freut man sich auch heute noch am Süvollatch- LIiorall-Tage, aber man weiß nicht, wie wenig unser jetzt iger moralischer Znstano, den das Gra 1 uth unb mir dieses hervorrief,. dem Ideale der Mosislehre entspricht.' Darum, laßt uns die Bedeutung des 8aoL0tll-festes richtig erfassen, laßt uns dafür sorgen, daß wieder einmal die Zeit komme, wo die Söhne unseres VolkeDaicht mehr Die nächste Nummer erscheint am 16. Oetober.

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