Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1885
- Issue
- Heft 16 (17.9.1885)
- Date
- 1885-09-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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t f ♦ ♦ l + Abonnements -Preise: (Pvstzusrndun r inbegriffen.) Für Osterr.-Ungarn: Ganzjährig, ff. Halbjährig „ Bierteljähr .. Deutschland: . . Ganzjährig Mk. Halbjährig „ Bierrelsähr. .. Rußland: ... Ganzjährig Rbl. Halbjährig „ . Bierteljähe. die übr. Länder : Sanziähr. FrcS. Haldjähr. „ GierleljShr. 'OV Anserat, billigst. *VQ 3.60 1 80 -.90 6.60 3.30 1.63 4.— 2.— 1.— 9.— 4.50 2 23 Zeitschrift für die ylltilmair», slinalrll und xolitischkn Interrffeu des jüdischen Stammes. Erscheint zu Anfang und Wille jedes Monats Wenn ich selbst mir nicht helfe, wer denn? Und wenn nicht heute, wann den»? ksillel. Zeiiiltii» und Admiaislkatua: Wie». Ii., Fherefieugaffe 7. Sprechstunde: Täglich von -t—5 Uhr Nachmittags Unfrankirte Briefe werden nicht angenommen undManuskripte nicht retournirt. Nr. 16. Wien, 17. September Jahrgang 1885. Inhalt; An. die geehrten Leser. — Veriödnung. — Wandre! —Einleitung in die jüdische Geschichte (Feuilleton). —Chronik. — Correspondenzen.— Errz Israel. — Literarisches. — Eingesendet. — Osficielle Mitiheilnngen des Bereines .Zukunft." — Briefkasten der Rkdaction. — Correspondeiiz der Administration. — Inserate. — Jugendlehre. Skizze aus dem Häbräifchen des Perez Smolensky. — Pulsschläge vou Nehemia Beruer. — MiScellen. — Räthselau gaben. — Rachsel-Auslösungen. die geehrten Leser! Unser Blatt vertritt die jüdisch-nationale Idee in ihrem ganzen Umfange, eonseqnent «nd mit Frkimuty. Dasselbe hat sich in der kurzen Zeit seines Bestandes die wärmsten Sympathien erworben, bedarf aber einer noch rascheren und stärkeren Verbreitung, um den Sieg unserer Sache herbeizuführen. Wir richten also an alle unsere Freunde und Gesinnungsgenossen die dringende Bitte, um die Vergrößerung des Abonnentenkreises der „Selbst-Emaneipation!" unablässig bemüht zu sein. Abonnements am besten per Postanweisung. Agenten, die mindestens 10 Exemplare benöthigen, können vom Pränumerationsbetrag, sofern sie denselben mit der Liste der Abonnenten der Administration einsenden, 15% als Provision für sich in Abzug bringen. Die Obmänner der einzelnen Vereine der „Zions freunde" können, falls sie mindestens 10 Abonnenten unserem Blatte zubringen, 20% des Pränumerationsbetrages der betreffenden Vereinskaffe zuführen. Die A d m i n i st r a t i o n der Zeitschrift Seköfl-GrnancipaLiorr ..==■■ ' - Versöhnung. Es gibt keinen befferen Beweis für das Vorhandensein edlerer Regnngen in der Menscheubrust als das Wort Versöhnung. Dadurch, daß eS die Sprache in ihren Wortschatz aufnahm, ist der Menschheit ein Ehrenzeugniß ausgestellt, wie es. nicht glänzender gedacht werden kann, ist ihre Gottähnlichkeit unwiderleglich bezeugt. NnauSlöschlich aber bleibt für ewige Zeiten dar Verdienst derjenigen Volkes, deffen Glaube einen eigenen „Tag der Versöhnung" geschaffen, deffen Mitglieder sich jährlich einmal versammeln, nm sich zu-I versöhnen, mit. Gott und mit einander. Der Stamm, deffen Söhnenach -bitteren. -durch den 'Kampf um's Dasein hervorgerusinen Zwistigkeiten auf einander zulreten, denr gewohnten Feinde die Bruderhand reichen und sagen: Seien wir wieder Freunde, denn es ist heule «Jom Kippur, der „Tag der Versöhnung", — wahrlich dieser Stamm braucht nicht das Gebot: „Liebe Deinen Feind!" denn er führt praktisch aus, was jener Gesetz in der Theorie verlangt. Ja, eS ist wahr, der jüdische Volksgeist, der wie kein anderer die Idee der Allliebe erfaßt hat, schuf den * herrlichen, unvergleichliche» „Tag der Versöhnung". Aber ist der Schöpfer desselben auf der begonnenen Bahn geblieben. Muffen wir uns nicht vielmehr eingestehen, daß das Volk der Versöhnung vom rechten Wege abgewichen ist, daß Zwietracht und Hader, daß Spaltung unv Eifersucht Eingang bei ihm fanden? Schon in den letzten Zeiten des jüdischen Reicher finden wir den unversöhnlich.n Haß der Parteien in voller Blüthe und die Vernichtung der Selbstständigkeit wa^ ja eben die traurige Folge dieser unjüdischen Verirrung. Die Leiden des Mittelalters haben die Brüderlichkeit der Juden wieder gekräftigt; wir erkennen wieder das Volk, welcher einst den Jom Kippur geschaffen hat. Aber heute, was sehen wir. wenn wir um uns schauen? Schroff einanver gegcnüberstehende Parteien. Wi r sehen — verhehlen wir es uns nicht an dem Tage, wo man in die Brust schlagend, alle seine Sünde» gestehen soll — Bruderzwiste, die beinahe den Grad der ttutiet* söhnlichkeit erreicht haben. Wir sehen, wie Söhne eines und desselben Stammes, Träger einer und derselben Idee, wie Verwandte durch Blut und Geist auf die denkbar kleinlichste Weise sich ohne Ende befehden, anstatt dem lächerlichen Zanke ein Ende zu machen. .Wir sehen eine Nation von acht Millionen, die ohnehin vom Schicksale hart getroffen ist, indem sie unter die Völker , gewürfelt wurde, noch an der Vergrößerung ihres Unglücks BST Die nächste Stummer erscheint am 1. October. "©8