Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1885
- Issue
- Heft 12 (19.7.1885)
- Date
- 1885-07-19
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr 12. Selbst-E mancipatio«! Seite 7 schließen, so daß derselbe zum Universalvereine wird. Hat sich das Geld bei einem Vereine zu einer bedeutenden Summe angesammelt, so muß derselbe die Summe dem Gentral-Comitä einsenden. Ist cs wiederum beim C.-C. zu einer größeren Summe herangewachsen, so soll es dasselbe einem zu bestimnleildeu Banklee anvertrane». Das C.-C. hat erstens jeweilig die Erlaubniß für die Gründung solcher Vereine von den betreffenden Negierungen zu erwirke» und eine Comisswn von sachverständigen, vertrauenswerthen Personen in Erez Israel entsetzen, deren Mission es sein soll, gute Ländereien für den Univtrsalverein rechtskräftig aiizukanfeii. Diese Ländereien sollen durch unsere armen arbeitslustigen Brüder colonisirt werden. An recht fähigen Männein wird eS uns nicht mangeln; mehr als eine Million unserer arbeitsfähigen Brüder sieht mit Ungeduld dem Augenblicke entgegen, in welchem ihnen die Mittel geboten werden, die Länder des Druckes zu verlassen, und sich der Colonisation unseres Landes widmen zu können. Leder Verein soll, berechtigt sein, jährlich ans seiner Mitte eine bestimmte Zahl zur Erdbebanung befähigter Familien zu wählen, und dieselbe dem C.-C. zu empfehlen, welches seinerseits von der Gesammtzahl, der von allen Vereinen empfohlenen Familien eine den Verhältniffen der Jahresbeiträge entsprechende mögliche Zahl bestimmen, und dieselbe im Verlaufe des Jahres allmählig übersiedeln laffen soll. Die Colonien zur Aufiiahiile dieser Familien früher einzurichten,, d. h. Wohnimb Wirthschaftsgebäude auszubauen, und die nöthigen Geräthschaften zu verschaffen, den Ansiedlern die Colonien zu vertheilen und dieselben dort zu installiren, sei wieder die Sache der obenerwähnten Commission. Wir dürfen bestimmt hoffen, mittelst der großen Summen, die der Universalvercin besitzen wird, jährlich mindestens tausend Familien colonisieren zu können. **) Wollten wir nur den großen humanen Act ausüben, jährlich tausend Familien — 6—8000 Menschen — aus den Ländern ihrer Unterdrücker in das Land ihrer Väter zu überführen, sie zu tüchtigen Ackerbauern zu machen, aus Erniedrigung, Schimpf und Schmach zur Ehre rrnd Achtung zu erheben, so wäre schon damit allein ein großes Werk vollendet; geschweige denn, daß wir dadurch eben die Wiedergewinnung unseres Bodens anbahnen, diese Familien als Pionniere für die große Sache der Nation vorausschicken wollen. Denn der Wohlstand dieser Colonisten wird viele unserer begüterten Stammesgenossen bewegen, Colonien in dem Lande unserer Väter zu gründen und sich selbst dort niederzulassen. Es gibt eine große Zahl unserer bemittelten Brüder, die sich für ihr Leben **) Wenn wir das Minimum der wöchentlichen Beiträge der Armen aus nur 7« Pfenning pro Kopf sestsetzen, so können mir schon da8 durchschnittliche Mtiiiinum, im schlimnisten Falle, mit 1 Pf. pro Kops und Woche, oder */» Mrk. pro Jahr berechnen. Da die Statistik unsere Nation mit 7 Millionen Menschen ansetzt, und wir die Herrn Antijndaksten, deren es, meiner Meinung nach, nur wellige gibt, auSschließen, so werden wir uns auf 6 Millionen beitragender Stammesgenossen beschränken, was 3 Millionen Mark jährlich auSmacht. '/, Million muffen wir für die Ausgaben der Vereinsverwaltung incl. der Besoldung der Commission abzrehen, und bleiben also 2'/, Millionen rein für die Coloniste». Abgesehen davon, daß diese Snmme durch Spenden der wohlhabenden Claffe und große Zuwendungen seitens der Kröffuse unserer Nation, die dem Beispiele des berühmten französischen Beförderers der Calonisation unseres heiligen Landes folgen werden, wenn die Colonisation en masBo an fängt, auf das Drei- oder gar Vierfache steigen wird, schon abgesehen davon, ist die Summe von 2'/, Millionen Mark für tausend Familien noch mehr als ausreichend. Eine Familie die aus 6—8 Personen besteht, von denen 2 männlichen Geschlechts die Erde bearbeite» sollen, kann sich, wenn ihr 2500 Mark zur Beringung stehen, so gut einrichten, daß sie nicht mehr unterstützt werden braucht, sie kann vielmehr nach Verlauf einiger Jahre zu sparen ansangen. Man bedenke noch, daß, wenn für viele zusammen gesorgt wird, ja Alles billiger kommt. gerne in unserem Ahnenlande ansiedeln möchten; viele unserer Stammesgenossen, die hier, in Europa, Güter kaufen, würden sich lieber solche in nn serein Lande aneigne», schrecken aber vor der Verödirng zurück, die in d e m Lande herrschen soll, welches von unseren Vätern als das „wo Milch und Honig fließt" bezeichnet worden ist, scheuen die Gefahren, die man ihnen vorgelogen hat. Auch die vielen Schwierigkeiten, welche sich jetzt dem in Europa Wohnenden beim Ankäufe eines Grundstückes in Palästina nothwendig entgegeiistelleii, hindern sie, ihrem sehnlichsten Wunsche nachzttküiitme». Wenn aber dort schon viele jüdische Colonisten wohnhaft sein und ihre Besitzniigen im blühenden Zustande sich besindcn werden, was bei fleißiger und zielbewußter Arbeit von dem dortigen fetten Ackerboden wirklich zu erwarten ist, und die dort sitzende Commission dadurch alle Schmierigkeiten zu beseitigen suchen wird, daß sie sich bereit erklärt, Jedem auf Wunsch, nach Einsendung des Betrages, ein Stück Land zu kaufen, und dasselbe zur'Aufnahme des Käufers einznrichten, wofür natürlich derselbe einen gewissen Percentsatz zahlen wird, so werden sich viele vorfinden, die, von der Einträglichkeit der Colonisation überzeugt, Besitzungen in dem Lande unserer Väter kaufen, und das Land mit Fleiß und Energie bauen werde,», welches ihre fleißige Arbeit auch reichlich lohnen wird. Das gegenwärtige allgemeine Darniederliegcn des Handels in Europa wird uns auch zu Gute kommen und immer höher und höher wird die Zahl Derer steigen, die mit eigenen Mitteln Ländereien in unserem heiligen Lande ankaufen, und dieselben colonisiren werden. — Wir können aus'» Zuversichtlichste hoffen, daß schon nach Verlauf von höchstens zwei Jahrzenten das große und wichtige Resultat erzielt sein wird, einen großen Theil unserer Stammesgenossen zu Ackerbauleuten gemacht, den größten Theil des Bodens in unseren Besitz gebracht, und die erste, nothwendigste Grundlage eines civilisirten Landes, den Ackerbau, dem Lande unserer Väter gegeben zu haben. Es ist allgemein anerkannt, daß ebenso wie Industrie ohne Ackerbau unmöglich existieren kann, so kann auch der Ackerbau ohne Industrie keinen Bestand habe», denn durch die Industrie werden erst die Bodenerzeugnisse genießbar, und die Colonisation überhaupt einträglich gemacht. Darum müssen sie auch beide gleich in jedem Lande befördert werden, wenn ihr Gedeihen gesichert sein sollte. Um aber zu erzielen, daß diese beide gut gedeihen und ihre Productione» recht verwerthet werden sollten, ist es nothwendig,. daß sich auch der Handel zu ihnen geselle. Und ist er ja auch immer und überall in ihrem Bunde der Dritte. Elias W. Lewin. (Schluß folgt.) Korrespondenz der Administration. Diejenigen P. T. Abonnenten, welche den Prännmerationsbetrag noch nicht geleistet haben, werden höflichst ersucht, denselben vor Erscheinen der nächsten Nummer gütigst einsenden zu wollen. Herr» C. H. in Bukarest. Bis jetzt nicht erhalten. Herrn Moriz 28. in Hamburg. Die betr fföllden Reden sind nicht im Druck erschienen. Dibetreffenden Zeitungen sind zur Agitation nachgesandt, kosten also nichts. — Gesinnuugsbrüderlichen Gruß! Die Herren D. A. K. in Borhölaw, I. L. K. in Boltuschan, Moses Sk« in Doinbrowa, Dav. H. B. utio Josef St. in S'anislau, A. R., Tr. E. und Ratha» R in Wie» werden aufgefordert, baldmöglichst den Abonnementsrückstand vom ersten Quartal zu begleichen. Briefkasten der Redaktion. Herrn I. P. i» B. Wollen Sie das Gedicht einsenden, dann können wir urtheilen. ob eS verwendbar ist. Herrn St. 28—t) in Jaffa. Herzlichsten Dank für Ihre werthvolle Correiponde»; und jüdischen Brudergruß!