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Selbst-Emancipation · 1885-07-02 · Heft 11 (2.7.1885) · p. Seite 6

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1885
Issue
Heft 11 (2.7.1885)
Date
1885-07-02
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Nr. II. Selbst - E,m a n c i p a t i o n! Breitling ber jü b ischen Sol ibaritätS-Idee im Kampfe gegen bie Decentralisation und JndifferentismuS zu wirken; hat sich am 3. Mai 1885 (Lag b’Omer) „ach bem Beispiele der vielen Vereine ähnlicher Tendenz, bie in mehreren großen Gemeinden bestehen, nnb im Anschluß an den großen Montefiore-Verband, ber vor Kurzem in Kattow'tz getagt, ein Verein von Zionsfreunben constituirt, ber es sich zur Aufgabe gemacht hat, für die große Idee Propaganda zu machen, b. i. das Nationalbewußtsein zu heben. Der Name bes Vereines ist „Ahavass Zyon“ in Hamburg. Als Mitglieber können biejenigen aufgenommen werben, welche mit Eifer und Begeisterung ihre Kräfte ber Förderung unserer nationalen Sache widmen wollen, oder auf irgend eine Weise, sei es durch wohlthätige Beiträge für bas heilige Land, oder durch Unterstützung unserer Bestrebungen zu Gunsten der hebräischen Sprache, unserer Sache Vorschub leisten. Zur Erfüllung obigen Zweckes ist folgendes Programm in Aussicht genommen : 1. Vorträge reip. Vorlesungen (in diesem Sinne gehalten), sowie sich daran anschließende Debatte»; 2. Verbreitung dahinzielender Schriften; 3. Anschaffung einer den Tendenzen des Vereines entsprechenden Bibliothek; , 4. Förderung der hebräischen Sprache (Anschaffung neuhebräischer Werke und Zeitschriften); . - 5. Unterstützung ber Colonisation Palästina's; 6. Zniainmeuwirken mit Vereinen, die gleiche Tendenz verfolgen. „Wir appelliren an alle Diejenigen, denen das Wohl" „und die Ehre ihrer jüdischen Nation am Herzen liegt," „die den Jammerschrei von Hunderttausenden unserer" „Brüder nicht unerhört verhallen taffen." „Nichtswürdig ist Sie Ration, die nicht" „Ahr Alles freudig setzt an ihre Ehre." (Schiller.) H a m b u r g, 1. Siwan 5645. (Aus Elisabethgrad) wird dem „Hamagid" über die dortigen Verhältnisse in der Judengemeinde berichtet: Unsere Stammesgenoffen sind dort in vier Parteien ge- - spalten : Nationale Aufgeklärte, Assimilatorische Aufgeklärte, aufgeklärtere Orthodoxe und strenge Chaffidim. Die Ersten haben den dortigen Palästina-Colonisationsverein gegründet, > der bei der letzten Plenarversammlung (im Siwan) beschloß, das vorfindliche Vereinsvermögen — es waren dies 500 Rubel — dem Ceutral-Comite des Montefiore-Verbandes einzusenden. Besonderes ' Verdienst haben sich, um den Verein erworben: Herr Rabbiner Jehudah Lew Epstein, Herr Mordechai Spalianski, Herr Jonah Temkin und Herr Elieser Fichenizne. Der Verein hat si.1i ein eigenes Betlocal gemiethet, in welchem die Spenden bei Aufrufung zur Thora für Vereinszwecke verwendet werden. (In Libäu,) der Seehandelsstadt Kurlands, wurde jüngst ein Palästina-Colonisationsverein gegründet.. In der ersten Versammlung, an welcher auch die Rabbiner Herren Dr. Klein und Atlas Theil nahmen und der erstere eine zündende Rede hielt, wurden sofort 200 Rubel für den nationalen Zweck gespendet. (Dem Griindungsfonds) des Vereines „Admath Jeschurun" sind weiter zngekomine» von: Herrn David Karol, stud. Ing.fl. —.50 „ A. Liebschütz in Tarnow.„ —.50 „ Leo Kohan.„ 1,— „ N. M.... —.10 » Sch. B. . . ... ... „ —*20 (Skrupel der Orthodoxen.) Die frommen Schriftgelehrten wollen deshalb für die Colonisationssache nichts thun, weil sie, wie sie sich ausdrücken, nicht wahrnehmen, ob die Ackerbauer diejenigen Gebote der Thora beobachten, die an. den heiligen Boden geknüpft sind. Nun halten sich die Colonisten, wie der „Üamagid" zu berichten weiß, überhaupt streng a» das religiöse Gesetz. Gewisse Gebote konnten sie noch nicht beobachten, z. B. die „Schmitah'V weil ja die Colonien erst zwei Jahre alt sind. Würden diese superfrommen Herren, anstatt „nicht wahrzunehmen, ob die Colonisten die Gebote der Thora befolgen", lieber Hand und Fuß rühren, um die Colonisationsache zu unterstützen, dann würden sie tausenden und abertausende» ihrer unglücklichen Glaubensgenossen aufhelfen und ihnen Gelegen heit gebe», die Gebote zu beobachten, die mit dem Boden des heiligen Landes verknüpft sind. — Viele der jüngeren ungarischen Chalukisten 'verlangen von ihren Verwaltern, daß ihnen das Grundstück, das der ungarische Fonds iw Pethaeh Thikwah besitzt, zur Bebauung übergeben und ihnen nur so lange noch die Chalukah ausgezahlt wurde, bis sie vom. Erträgnisse ihrer Arbeit leben können. Dafür verpflichteten sie sich, das religiöse Gesetz nach Jerusalemer Ritus zu befolgen, sogar anr Sabbath Kaftan und „Strai-' mel" zu tragen. Die Verwalter haben diesbezüglich eine Versammlung einberufen;. die Entscheidung hierüber steht noch aus. (Neue Colonie) In Palästina hat sich eine neue jüdische Colonie gebildet und zwar unter günstigeren Aussichten, als ihre Vorgängerinnen. Die neue Ansiedelung besteht etwa aus vierzig Familien, meist Ruffen. Sie haben i bei Arbel, etwa eine Stunde Weges von Tiberias, in einer Ebene, ein Besitzthum erworben. Die Colonisten haben G,ld genug, um die nöthigen Ausgaben zu bestreiten; manche können sogar den Verhältnissen gemäß als wohlhabend bezeichnet werden. Der Boden ist fruchtbar und die Leute sind für ihren neuen Berns recht geeignet...Man darf sich daher der Hoffnung hingeben, daß die Colonie gedeihen wird. Die Deligirten der Ansiedler stehen gegenwärtig in Unterhandlung wegen - Ankaufs eines Dorfes bei Arbel, welches achtzig wohlgebaute Häuser nebst Gärten mit verschiedenen Obstbäumen und elf Brunnen enthält. Die jetzigen Eigenthümer sind Katholiken, welche es zn verkaufen und sich am Libanon anzusiedeln wünschen. (Jew. Cbr.) (Herr Wissotzly) hat während seines Aufenthaltes in Palästina zwei Executivcomitös znm Zwecke der Colonisation, das eine in Jerusalem, das andere in Jaffa, in's Leben gerufen. Das erste ist gebildet aus den Herren: Ben-Jeduha, Dr. Herzberg, Moses Wittenberg und Niffim Bechor das zweite aus den Herren: Amsalag (engl. Biceconsul), Abraham Mujal, Rabbi Schmerling, David Gutmann, Manaffe Meierowitz. (Die Colonie Roscli Pinali) wird in brr „Habazeletb“ ihrer Entstehung, Situation und örtlichen Lage nach ausführlich beschrieben. Bosch Pinah wurde vor zwei Jahren durch rumänische Inden aus Moinesti gegründet; die Colonisten bauten sich Häuser und oblagen der Feldarbeit mit großem Fleiße. Aber ihre Geldmittel waren zu gering und sie geriethen in eine verzweiflungsvolle Lage. Da, in der höchsten Noth, erbarmte sich der bekannte Wohlthäter ihrer und ließ sie durch seinen Mandatar, Herrn Scheid, mit allem Nöthigen unterstützen, ihre Häuser -ausbessern, neue Häuser, Speicher und Pferdestärke bauen und vergrößerte die Colonie durch Ansiedler ans Rußland. Gegenwärtig befinden sich 42 Colonisten in Bosch Pinah, wovon 2 ledig sind, die übrigen Frauen und Kinder haben; die Gesammtzahl der Seelen beträgt 161. Die Colonie umfaßt 300 Hektars, die nach der Größe der Familien vertheilt sind. — Die Unterstützung, die die Colonisten von dem bekannten Wohlthäter erhalten, besteht in Sämereien für die Aussaat, Futter für das Vieh,

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