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Selbst-Emancipation · 1885-04-17 · Heft 6 (17.4.1885) · p. Seite 9

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1885
Issue
Heft 6 (17.4.1885)
Date
1885-04-17
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 6. ^elW-Ema« m potion! Seite » Roman von Netze« ia Server. (Fortsetzung.) ,9hm, die beschichte ist darnach angethan, zu interrffiren," antwortete Simson. «Doch ich habe »och Manches zu besorgen und Du dürstest ja den Brief schreiben wollen, welchen Du den Hartly'S mitgeben willst." Per Alte nickte mit dem Kopfe. Die beiden Männer gingen an ihre Arbeit. „Hast Du schon den Brief »ach Jaffa abgesandt?" fragte Simson am nächsten Nachmittage seinen Vater. ^Jawohl, noch gestern Abends." „Schade, er ist unnöthig grwordSn." „Wie meinst Dn das?" fragte Rüben Rasaelowitsch erstaunt. „Weil ich selbst für einige Monate , nach Europa gehe und die Geschwister Hartly in eigener Person meinem Onkel vorstellen werde." „Wie? WaS?" sagte der Alte immer ^verblüffter. „Du willst nach Europa fahren? Woher ist Dir plötzlich dieser Gedanke gekommen? Ich pflege bei Deinen Entschtügen sonst nicht viel nach Gründe» zu fragen, weil ich zu Deiner ruhigen Ueberlegung und Kaltblütigkeit Vertrauen habe; doch in diesem Falle yrußich eitle Ausnahme machen, da es ja nltr etwas absolut Dringendes sein kaut», was Dich veranlaßt, Moriate lange Derne hiesige Praxis zu unterbrechen. Ich möchte dieses Motiv doch gerne kennen." „Ich will es Dir auch mittheilen." Uyd Simson erzählte seinem anshorche,»den Vater von fernem Vekhältniffe zu ZSmene, er erzählte ihm vor» der Ute,Hks««e in derEylorue, er erklärte Ww, wie er durch die gestern vernommene Lebensgeschichte hes Onkel Jacques die Lösung deS RärhselS gefunden zu haben glaube. Jetzt handle es sich nur noch um den Beweis und diesen wolle und rnüffe er erbringen. - - Ruven Rasarlowitsch, den die Enthüllungen seirreS Sohnes in einige Aulregung versetzten, schüttelte Mar be. dytklich drnKopf, machte aber keinen Einwand. M kannte die Willensstärke und die Unbeugsamkeit feines Sohnes l7r, und übrigens erwartete /r Mversichtljch, ein gürrstsges Re? j ,uttat dieser.merkwürdigen Entdeckungsreise, da ermseiiln» Werücheu Stolze glaubte, daß se.rrem Sohlte nichts unmöglich sei» ,i J . > . „3$ ststll Dir kein Hinderniß in d^» Weg leg«»," sagte er, „und hoffe, daß Deine Bemühungen von Er^lg gekrönt sein Herden. Fahre mit Gott! Doch, Du mußt Dich beeilen, wenn Dn die Geschwister noch in Jaffa antreffen willst." :,..w , •, . ^„Zch sahre^sofprt; nur muß ich zuvor, einige Papiere aufsuchen,, die ich, nölhig habe, weil ich ans meiner Reise auch für dw nationale Sache wirke» will.. Gelegenheit wird sich hinlänglich dazu binai, da ich wahrscheinlich in verschlederjerr .Landern sein werde.". ,. Gtzstren Bekannten hatte Simson. schon, im Laufe des Vormittags. seine.. bevorstthWhe Abreise angeksindigt. So nahm er. denn herzlichen Abschied von seinem Vater und verließ-Jerusalem. .... Als er i» Jaffa eiutraf, rüsteten sich J-mene und Harry eben zur Abreise nach Europa. „Sie hier?" rief J-mene verwundert, Hsthrend eine tzife Röthe ihr Gesicht büs.znr Sttrne hinanf überflog, aus, achter Mt einem Gruße .m's MMkMt. - „Wie Sie sehen.". .Er drückte Lhr^iqLanh, und dabei sch er ste ^o..eiMthünMan^- «Mo» chV, als wrwn. MtS feimn Augen ein Strahl von Glück nrü» MO» Uchkrit in die ihrigen dringen würde, aber im nächsten Momente schienen sie wieder nur in ihrem gewohnten starren Glanze zu leuchten. „Was mag vorgegairgen sein?" frug sie sich. „So schnell kann ein Simson Rafaelowitsch seine» Grundsätzen nicht untreu geworden sein." „Ei, rvas schafft uns das Vergnüge«, Herr Räfaetöwitsch?" sagte nun Harry, dem jungen Arzte die Hand reichend. „Ich komme. Ihnen meine Reisegesellschaft anzubieten. Ich fahre nämlich ebenfalls nach Europa, und zwar ist mein vorläufiges Reiseziel Wien." „Das trifft sich ja außerordentlich gut." sagte Harrys „dann habe» wir ja die angenehmste Reisegesellschaft von der Welt." Jsmene hatte mit wachsendem Staunen die unerwartete Kunde aus Simson's Munde vernommen. Sie sah ihn forschend an. doch in seinen undurchdringliche» Gefichtszüge» war keine Arrtwort auf ihrer, srageuderr Blick vorhanden. „Sie wissen, daß rrrrser Geschlecht mit dem häßlichen. Fehler der Neugierde behaftet ist," begann sie, „darf ich vielleicht wiffen, welchen Reisezweck Sie haben?" Es glitt wie ei» Lächeln um den Mund des Gefragten. „Das kann ich Ihnen leider rricht sagen, FräutM Jsmene, denn es betrifft ein Gehermniß, daS nicht daS meinige ist." „Elktfchuldigen Sie," flüsterte Jsmene, ein weni'g verwirrt. . „Eine gerechte Strafe für Deine Neugierde." meinte Harry lachend. Die drei jmtge» Leute, traten ihre Reiserui, well von herrlichem Herbstwetter begünstigt war. Man konni Tagsüber in heiterem Gespräche auf dem Verdecke zubringe».. Jsmene Md. Simson hatte» i» den ersten. Digest keine Gelegenheit, allein zu sein, erst am vierten Tage bot sich eine solche. ,, , „Sie haben also gar keinen Aufschluß über den räthselhaften Wunsch Ihres verstorbenen Vaters in Jaffa erhalten?" fragte Simson. „Gar keinen." „Und war würden Sie fall«,, Fräulein, wenn ich den Schlüssel zu diesem Geheimnisse gefunden hätte?" „Oie? Sie wissen etwas? Oh, sagen Sie eS mir!" „Ich weiß sehr viel, und, um den Schleier ganz jßt lüften, habe ich diese Reise angetreten. Jetzt werden Sie dH nicht mehr den häßlichen Verdacht hegen, ich sei schwach geworden, einen Verdacht, den ich während der Reise Ziemlich oft in Ihren Augen las." ..„Rein, jetzt nimmer. Vergeber, Sie mir, daß ich M weilen an Ihnen zweifeln könnte; übrigen» hielt der Zweiselnie lange ansich sagte mir immer» Sie müßten einest ganz besonderen Grund gehabt haben, uns noch ein,neck apfzusuchen. — Doch erzählen Sie mir ' wissen." kann Jhi vollkommen sicher biy. ._ gesagt. Hemr «str nicht daran gelegen gewesen wäre, Jhneii nichr mißdeutet zu werden." , Jetzt kam Harry auf die «sprechenden zu. da» Gespräch mußte, nun Men gelassen, werden. ä, . ,%f; Prst .der Reise ging glücklich von Statt«,. Mch mrzem Aufenthalte in Triest kamt« die Reisenden am elften Tage seit ihrer Absahrt von Jaffa in Wien an. — mir Alles, was Skr war ein ÄäHen, wetW diese Äorte sprach

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