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Selbst-Emancipation · 1885-04-17 · Heft 6 (17.4.1885) · page 1

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1885
Issue
Heft 6 (17.4.1885)
Date
1885-04-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Abonnements - Preise: (Poflzusendunz inbegriffen.)!! Für Oeslerr.-Ung-rn: Ganzjährig ff. 3. Halbjährig „ I Bierteljähr. .. . Deutschland: . . Ganzjährig Mk. 6. Halbjährig „ 3. Bieneliähr. .. 1. , Rugland: ... Ganzjährig Rbl. 4. Halbiädrig „ L. Bierteljähr. 1. . die übr. Länder: Sanzjahr. Frcr. s. Lierieliahr. .. 2 PT Inserate eilig». Zeitschrift nationalm, Malen und xolitischen Interejsrn des jüdischen Stammes. Kl scheint z« Anfang und Mitte jedes Monats wenn ich selbst mir nicht helfe, wer denn? Und wenn nicht heute, wann denn? ksillel. Kkiwltiml aub Jhminiftintiiin: J Wien. II, Kastellezga/se 8. | Sprechstunde: |j Täglich von 4—5 Uhr Nachmittags II Unfrankirte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte n nicht retournirt. Nr. 6. Wien, 17. April. Jahrgang 1885. Inhalt;. Präniimeralions-Eiiiladung. — Panjudaismns. — Offener Brief. — Ne» Israels Helfershelfer. — Was thun? — Chronik. — Korrespondenzen. — Erez Israel. — Eingesendet. — Brieskasten der Redaetion..— Korrespondenz der Administration. — Inserate. — „Simson Rasaelowiijch", Roman von Neheinia Berner. — ^Ein Emancipirter", Skizze von Mardochai. Miseellen. — Räthseli (Hebr.) — Silben-Räthsels. — Arithmogriph (H-br.) — Auslösung des Diamant-Räthsel. — Anflösnn» des Räthsels. Auflösung des Arithmogriphs. Wir bitten diejenigen P. T. Herren Abonnenten, I die mit ihrem Pränumerationsbetrage noch im Rückstände sind, denselben an die Administration anweisen zu wollen, damit keine Unterbrechung in der Zusendung der weiteren Nummern eintrete. Mit nächster Nummer beginnt ein neues Quartal. Wir bitten die Fxeunde unseres Blattes und der jüdischnationalen Sache überhaupt für die größtmögliche Verbreitung unseres Organes bemüht zu sein. Die Administration der Zeitschrift „Selbst-Emancipatio n." Wien, II., Castellezgaffe Nr. 8. . panjudaismus. In der Hauptstadt Galiziens leben die großen Männer, in deren Köpfe» er entsprang, der geniale Gedanke; dort hat man sic zu suchen, die phantasiereichen Wortbildner, die den Ausdruck „P a n j u d a i s in u s" geschaffen haben. „Panjndaistische Idee!" Ist das nicht geeignet, die Nerven ruhiger, friedliebender Bürger zu erschüttern, in ihnen ein Gruseln zu wecken, ähnlich dem, das sie ergreift, wenn sie von den. welterschütternden..Plänen des Panslavismus, von dem Völker fanatisirenden Panislamismus etwas zu hören bekommen? Es nimmt uns nur Wunder, daß diese erfinderischen Namengeber nicht auf noch näher liegendere und drastischere Bezeichnungen verfallen sind, etwa auf, „jüdische Jrredenta". Das hätte noch packender geklungen; wem wäre da nicht sogleich der Gedanke an.Bomben und dergleichen niedliches Zeug gekommen? — . . Es ist nicht zu verkennen, daß in der Wahl dieser Benennung , seitens unserer assimilatorischen ' Stammesbrüder eine Absicht, und zwar eine gehässigeim eminentesten Sinne des Wortes liegt. Die als „Panjudaismm>s?! hjngestellte . j ü d.i s che Nati o n al ide e soll dadurch einerseits . in der jüdischen Bevölkerung unmöglich gemacht und. andererseits, bei der Staatsgewalt^ verdächtigt weiden. > Doch die Taufpathen bei dieser Namensgebung — man kann doch getrost Afliinilanten Tampathen nennen, ohne ihnen nahezutreten? — verrechnen sich gewaltig. Die Juden sind nicht so kurzsichtig, nicht so spießbürgerlich beschränkt, um sich durch den „revolutionären" Klang dieses Namens einschüchtrrn zu lassen, um sich nicht klar darüber zu werden, daß ein himmelweiter Unterschied besteht zwischen staatliche Bande verachtenden Weltherrschafts-Aspiranten einerseits und patriotischen Staatsbürgern andererseits, die SiKr haben für ihre stammliche Vergangenheit^ Sinn für ihre nationale Zukunft, welche letztere wahrlich nicht die Interessen des Staates berührt. — Auch die Regierung wird diese Verdächtigung nicht weiter beachten, da sie von der Loyalität der jüdischen Staatsbürger vollkommen überzeugt ist. Wenn wir aber von der verdächtigende» Spitze absehen, welche die Bezeichnung „Panjudaismus" wegen ihres Anklingens an „Panslavismus" und ähnliche Benennungen trägt, so können wir mit dem Namen, den die Gegner unserer Bestrebungen derselben gegeben haben, vollkommen zufrieden sein. Sprachlich sagt ja dieses Wort nichts anderes aus, als daß wir die Träger des Gedankens sind, daß alle I u d e n, mögen sie wo immer wohnen, geeint sind durch gleiche Abstammung, gleiche Geistes- und Gefühlsrichtung, gleiche Erinnerungen und gleiche Zukunftswünsche. Ja, wir sind „Panjndaisten" in dem Sinnes daß wir den Zusammengehorigkeitsgedanken unter unsere» Stammesgenossen stärken wollen, daß wir entgegentreten dem volksverrätherischen Treiben der Affimilanten, die aus dem G e s a m m t judenthum eine ganze Menge von Judeiithüniern machen wollen, ein deutsches, ein magyarisches, ein polnisches, ein russisches u. s. w. Ja, wir sind „Panjndaisten" in dem Sinne auch, daß wir die Borurtheile bannen wollen, die die Juden der verschiedenen Länder gegen einander hegen, daß wir den widerwärtigen Bruderzwisten ein Ende machen wollen, welche die spagnolischen Juden von den Aschkenasim, die deutschen von den polnischen, die polnischen von den lithauischen Juden trennen. Ja, wird sind „Panjndaisten" und wollen-es bleiben in dem Sinne der hebräischen Worte, die auch der Wahlspruch der „Alliance Israelite Universelle“ sind, im Sinne der Worte: „Kol Jisrael chaveriin.“ Die nächste Nummer erscheint am 1. Mai

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