Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1885
- Issue
- Heft 5 (3.4.1885)
- Date
- 1885-04-03
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5. Selb st-En, an ctpo tio»! iciu 4. Februar l. I. in der Erde; die Feder, ein Helden-! schwer! i» solcher Hand, ist zerbrochen; »och sterbend hielt er eS fest und schwang es über dem schuldigen Scheitel der | Heuchler und Gesinnungslosen. Der Geist und die Characterl festigkeit, die ihn zur Herausgabe seiner Wochenschrift angrtriebeu, blieben i» unverinindelter Vollkraft bis zum letzten Augenblick. Die Worte seines Pro- , grammes im Jahre 1868: „Die Liebe zum Judenthum , soll uuftr Leitstern, die Hebung unserer Sprache unser! Banner sein", sind unverrnckt das Motto seiner schriststellerischcn Existenz bis au seinen Todestag gewesen. Die Liebe zum Jndenthnm war der lebendige Urquell seiner so glühenden Gestaltungskraft; seine in unserer Literatur einzig dastehenden Werke sind von ihr eingegeben; sie athmel jedes Blatt, jede Gestalt seiuer Noinaiie; sie wird bei ihm zum vernichtenden Blitz gegen alles Niedrige und Gemeine; sie gibt ihm den untrüglichen Maßstab der unerbittlichsten Kritik über die literarische» Leistungen Anderer in die Hand. Die Liebe zur heiligen Sprache machte ihn zum geweihtcsten Kämpen für das Judenlhum und gegen alles Apostatenthum in jeder Verkleidung; sie lieg ihn nicht ruhen, bis er auch fremde Federn augeeisert, die schönsten Tragödien Shakespeares in der Sprache der Bibel wiederzugeben. Durch 17 Jahre m hartem, schwerem Lebenskämpfe unermüdlich thätig, auch in den letzten zwei Jahre» von einer tückischen Dvppelkraukheit (Lungen- und Kehlkopftubereulose) heimgesncht und mit schon brechendem Auge treu auf seinem Posten ausharrend, ist er dahingegangen und hinrerließ einen wahren Schatz kostbarer Werke, bleibeuoe Denkmale eines Hohen Sinnes, zur Ehre seiner Glaubensgenossen. Edle Menicheufreunde in Wien haben es ihm, fast ohne ihn zu keime» — denn wer liest noch in West-Europa selbst die Propheten im Original — durch reiche Unterstützung die letzten zwei Jahre möglich gemacht. Curorte aufzusuchen und sein Dasein zu verlängern. Leider hinterbleiben eine trostlose Witwe und fünf zarte Kleine und neben seine» .Werke« nicht das geringste Vermöge», so daß sie dem Elend entgegenblicken. Darum ergeht au Jeden, der ein Herz hat für das Unglück, der das Schöne und Vortrrfliche, der Geist und sittlichen Adel zu schätzen weiß, hiermit die Aufforderung. Das Möglichste zu leisten und Ändere zur Leistung aufzufordern. Ein großer und guter Mensch har uns ve>lassen, ist gleichsam kämpfend gefallen, und seine Kinder sind brodlos. Es soll womöglich ein Smolensky-Fonds gegründet werden, von d.ffen Erträgniß ihre Erziehung bestritten merdeii kann. Möge das Unglück, welches diesen vortrefflichen Manu durch's Leben veifolgte, wenigstens an der Pforte seines Grabes zum Stillstand gebracht werden. Dr. Zadoc «ah». Dr. M. «üdewann. Oberrabbiner in Paris. Rabbiner und Prediger in Wie». Josei Derenbourg, Wilhelm Ritter v. Gutmann, Präsident der ^.llianv» iaraälits, Wien, wswdrs 'äs I'lastitnt rc., Paris. S. Heller, Prof. M. Lazarus, Schriftsteller,Wceu.V.Lrongaffe 16. Berlin. Prof. D. H. Müller, San1t..RatüDr.Sam.Kristcller, Wien, Döbling. Vorstand des derüsch-isräelit. Ge- Dr. Trabkin, meindeöundcS in Berlin. Obeirabbiner in St.' Petersburg. Dr. P. F. Frautl, -Le-,Rosenthal Prediger in Berlin. St. Petersburg. -DrüDavi» Rüfi». MosesVerlin. Lehrerom jüdijch-theolog.Rabbiner. .. Sr...PeterSburg. 'Seminar in Breslau. Ä. tz. Radbinowltz, Josef^Ritter v. Werthheimer, -st.. Petersburg. Präsident der isr. Allianz und deS A. ZeSerbaum, "Wäisen-Bereines in Wien.rc. St. Petersburg. Pr.'«/Jelli»er, Prof.David«ausmann, Prediger in: Wien. . Budapest., Radialstraße so. Jeder der Unterzeichneten stimmt Spenden entgegen, welche tt l e r, Verwalter der WaijrnMder-abgeführt?iverdtn. Briefkasten der Redaetion. Herrn E. St. in L. Herzlichsten Dank! Erste Correfpoudenz sehr effectvoll. GesinnungSbrüderlichen Geußl- Herr» Dr. L. Pin Vdessa. Herzlichsten Dank! Wird nach Möglich.'eit befolgt werdet.. An die Herren Einsender von Rüthselanfgaben. Eine größere Anzahl von Räthses» mußte für sie nächsten Nummerilzurückgelegt werden. Wir bitten übrigens die Einsendung neuer Räthsclausgaben für einige Nummern zu sistiren- Herrn I. M. P. in Jerusalem. Herzlichsten Dank! Ihr Rath wird befolgt werden; wir erinnern Sie aber daran, daß einer Dichtung mehr erlaubt ist, als der Erzählung wahrer Thatsachen. Ihre» Berichten sehen wir mit Spannung entgegen- GefinnungSbrüderlichen Gruß! Herrn S. H. in «ralau. Ihre Novelle ist gediegen, was Inhalt und Form betrifft, doch entspricht sie nicht, wie Sie vorgeben, der Tendenz unseres Blattes, steht vielmehr im Widerspruche zu derselbe«. Die Heldin der Erzählung wird nur durch kindlich,- Pietät, nickt aber durch Stammesgefühl oder Glaubensstärke von dem Schritte abgehalten, zu dem man sie überreden will. H rrn I. L. K in «ottuscha». Scharfe Kritik! Wir sehen Ihren Berichte» und Ihren Genrebildern mit Spannung entgegen. Herrn L. Sch. in Odessa. Wie Sie es beim Durchblicke» der an dieser S eHe abgeoruckten Antworten der Redaclion sokort herauSfüdlen werden, ist de» betreffende» Persönlichkeiten aus ihre Vorwürfe beieits geantwortet. Doch uns will schier bednnken, daß man auS einer Mücke einen Elevhanten macht. — Ihre Correspondenz wurde verwendet. — Die Adreffe der Herrn N—tz kennen wir vorläufig selbst nicht. — Besten Dank und gesinnniigsbrüverlichen Gruß! H rrn M. Sch. in Bncarest. Wir begrüßen Ihre u»S in Aussicht gestellte Mitarbeiterschaft mit vielem Dank. Gesinnungsbrüderlichen Gruß! Herrn ». S. in Wien. Sie haben ganz Recht. — Wenn man aus den Sty.proben d,S Herr» Scidenfabrikamen Josef Baa r in Lemberg, die er in der „I l l u st r i r t e n Gemeinde- Zeitung" zu veröffentlichen beliebt, auf seine industriellen Fabrlcate einen Schluß ziehe» wollte, so wäre man versucht, zu glaube», daß besagter Herr Sackleinwand und nicht Seide producirt. Daß Herr Joses Baar und mit ihm die „Jllustrirte Gemrinde-Zeitung" sich gar so sehr über die sechzig jungen Herren «a- -imahner gräme», kan» unS nur srene», denn dieser Umstand beweist, daß die sechzig lnngrn Herren KaSimahncr doch nicht gar so nebensächlich sind, wie diese Herren Weißmacher, wolle». Ferner können von solcher Seite ausgehende Anwürfe einen überzeugungstreuen Nationaliude» nicht soiiderlich berühren. Diese Affimilationsnarre» ärgern sich eben darüber, daß Leute austreten, die mit der afflmilatorische« Wassersuppe nicht zufrieden sind, die man dem jüdischen Volke einlSffeln will. Diese Menschen setzt das Bewußtsem in Aufregung, daß hinter den sechzig jnngen Herrerr «adimahnerr» ein großer — und zwar der ediere, von Eigennutz weniger geleitete — Theil der Jndendeit steht. Die sechzig jnugcn Herren «adrmahner werden sich hoffentlich von diesen Herren in ihrem löblichen Streben nicht irre machen laffe», sondern fortfahren,, in völliger Harmonie mit den patriotischen Pflichten gegenüber dem Staaie ihre Rationalität zu betonen. Am wenigsten haben noch, das soll sich Herr Baor merken, die polnisch-uationalea Jude» den österreichischen PatriotlSmns gepachtet. — Gesinnungsbrüder, lichen Gruß! Herrn Dk. E. in H—». Ihren vortrefflichen Artikel werden wir natürlich mit der uns von Ihrer Seitc zugestandenen Entgegenstellung redartioneller Ansichten — in itächster Nummer dann wiedergeben, wenn Sie uns gestatten, die u n S betreffende Stelle zu elimrniren. — Sie erhalten nächstens Brief. — Besten Dank! Herrn U- S. in L. Sie werden selbst einsehen, daß Ihr Artikel jetzt bereits nicht mehr actuell wäre. Wir bitten Sie, un» nichtsdestoweniger künftighin mit BLiträgen zu bedenken, jedoch dieselbe» rcchrzeiriger einzusch cken, da sie nur dann Berücksichtlgnug finden kä men. HerraJ. Pr.- in P.-Wäre. verfrüht. Die Stellung der Parteien zn einander maß erst eine klarere werben, bevor man diese Bereinsgründnug anregen' könnte. Herrn I. T. in «alatz Herzlichsten Dank! Vorläufig wurde Ihre Causerie verroendet. Gesinnungsbrüderllcheu Gruß! Honespandenz der Mmimßraiion. Herrn-J. 'P. iil vor. Fürdie überschüssigen-10 kr. erhalten Sie die Broschüre „Affimstationssucht" zugesendet. 'Herrn»J..'S. P.: in L. Wir bitten um Entschnldignug; die Nummer wird auf.dem Wege Lerlore» gegangen sein. Löbl. Redactioü'bir i-,vjür»ran". Desgleichen. Herrn M Schachmaun rnPucareft. Qujttiren.dankend de« Empfang des PränümeralioaÄetrageS. Das erste Quartal endet mit so? April.' H-rrnD.'E. sn- Wtzg. -Die 'Antwortbezag. sich auf Ihre geschäftlich« Anfrage bezüglich-einer Annonce.