Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1885
- Issue
- Heft 3 (2.3.1885)
- Date
- 1885-03-02
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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. Seite 12. ieI6fts@manctpation: Nr. 3. war, die er küssen konnte; 10. Jakob weinte vor Entzücken, weil es ihm so gut schmeckte; 11. weil er bemerkte, daß das Mädchen geschminkt sei; 12. weil Rachel Zwiebel gegessen hatte, mußten ihm beim Küssen die Augen übergehen; 13. weil er wußte, daß Salomvn einst schreiben werde, es komme für Alles eine Zeit, auch für's Weinen; 14. weil er fürchtete, sie könne einen erwachsenen Bruder haben, der ihn ob des Kusses zur Rede stellen würde; 15. Er weinte vor Wuth, weil er Jemanden kommen hörte, durch den er bei seinem Tete-ä-t6te gestört wurde; 16. weil keine Zeit blieb, weiterznküsse»; 17. Jakob weinte, weil er, als er seine Stimme erhob — wahrscheinlich um Rachel zu besingen — bemerkte, daß er indispouirt sei; 18. weil er sich, als er sie beim Küssen umarmte, an ihrer Broche stach; 19. Zn thöiicht! Wenn Rachel wirklich so ein hübsches Mädchen war, sehen wir gar nicht ein, welchen Grund Jakob hatte, zu weinen; 20. Die ganze Geschichte beruht auf einem Druckfehler — nicht das Auge, sondern der Mund wässerte Jakob! (Bilder aus Palästina.) Unter diesem Titel lesen wir ui einem deutschen Blatte folgende Skizze: Die Ebene Jesrec l, von de» Arabern Merdsch-ibn-Amir genannt, bildet ein Dreieck, dessen längste Seite im Südwesten durch die steilen Nordabhängc des Karmel begrenzt wird, während au seiner nördlichen Spitze der Tabor kegelförmig aufsteigt. An der Ostseite schieben sich vom Jordanthale her das Gilboa-Gcbirge und der kleine Hermon coulissenartig vor. Letzterer bildet den westlichen Vorposten der Basaltsormationen, die im Ostjordanlande und an den Südabhängen des großen Hermon vorherrschen und von vulkanischer Thätigkeil Zeugniß ablegen. Der westlichere von den beiden Gipfeln des von den Arabern Dschebel-ed- Dahi genannten Berges besteht ganz und gar aus Basalt; aber auch sein östlicher Theil zeigt das Kalksteingebirge durch mächtige Basaltergüsie zerrisien und durchbrochen, und an allen Abhängen dieser 553 Meter hohen Berginsel liegen Basalt- und Kalksteinblöcke in buntem Durcheinander. Der Baialttrapp, welcher von hier in die Ebene hinabgespült ward, hat diese zur fruchtbarsten Gegend von ganz Palästina gemacht. Noch jetzt liefert sie wunderbar reiche Ernten, trotz der mangelhaften Bestellung der Aecker, die eigentlich nur darin besteht, mit dem primitiven Pfluge den Boden wenige Centimeter tief aufzukratzen, die Saat hineinzustreuen — und dann wachsen zu lassen, was irgend wachsen will. Einen seltsamen Gegensatz zu dieser fruchtbaren Ebene, die mit ihren wogenden Weizenfeldern und ihren üppigen grünen Wiesen, die, mit bunten Blumen geschmückt, dem Wanderer gar freundlich entgegeuwinken, bilden rings die kahlen Berge. Wie paradiesisch muß es e i n st hier gewesen s ein, ' ehe Feuer und Eisen diese Höhen so kahl machten! Aber in dieses Paradies brachen damals, so oft fast, als die Ernte hrrannahte, die wilden Schaaren der Midianiter herein, schleppten weg, was sie irgend mitnehmen^konnten, verwüsteten, was sie zurücklassen mußten, und wehe dem Israeliten, der sich nicht bei Zeiten vor ihrem Ansturm in das Dunkel der Wälder geflüchtet. Doch welch' ein Jubel erscholl dann durch dies weite herrliche Thal, als Gideon mit seinen 300 wackeren Streitern das zahllose Heer der Feinde in die Flucht geschlagen und durch die Schluchten, welche zum Jordanthale hinabführen, in die Ferne verjagt hatte. — Galiläa war damals dicht bevölkert; über zwei Millionen zählte nach einer Mittheilung seine Einwohnerschaft. Jetzt aber wundert man sich billig über die Verödung des Landes. Brot wächst die Fülle, aber der Menschen sind wenige in den spärlich durch die Ebene hin verstreuten Dörfern, und die elenden Lehmhütten dieser Ansiedlungen sprechen von Roth und Elend. Zahlreicher sind die Ortschaften auf den Abhängen der Berge rings um das weite Thal her. Theils um den rnlgesrmden Ausdünstungen des niederen Bodens zu entgehen, theils auch um vor den Angriffen der Beduinen, die noch bis vor etwa zwei Jahrzehnten die Raubzüge der Midianiter wiederholten, etwas mehr gesichert zu sein, hat man wohl den Bergen den Vorzug gegeben. DaS Regiment der Türken hat sich in den letzten Jahren zwar dazu aufgerafft, den Einfälle» der Beduinen durch Militärposten zu wehren; aber Volk und Land zu heben, hat es weder Neigung noch Fähigkeit. („Kaffer!") Dieser besonders in Studentenkreiseu für „Dummkopf" gebräuchliche Ausdruck ist nach dem preußischen Wörterbuche von Frischbier der hebräischen Sprache entlehnt und keineswegs mit dem gleichlautenden Namen des bekannten südafrikanischen Volkes in Beziehung zu bringen. Ans dem hebräischen „Kefar" (Dorf) sollmit der Zeit Kaffer geworden sein und das würde also so viel bedeuten wie „Bauernlümmel". Arithnrogriph. (Hebr.) 12 3 Eine biblische Stadt. 1 4 3 Ein Edelstein. 3 14 Männername. 1 3 Guter Sohn eines guten Vaters. 3 3 Buchstaben-Name. Elias W. Lewin, Räthsel. (Hebr.) Buchstaben sind's drei an der Zahl, Es kennt sic der Landman» allzumal; Gelingt 's Dir den letzten abzutrennen. So wirst Du nicht heimisch Dich fühlen und nennen; Doch wenn Du vom Ganzen den e r st e n genommen, Dann wirst Du, was Abscheu erreget, bekommen. Jac. S. Philipp. In der vorigen Nummer soll cs bei dcr Auflösung des- Logogriphs aus Nr. 1 Kerem statt Gerem. heißen. Richtige Lösungen der Räthselaufgaben in Nr, 1 haben noch nachträglich eingesandt. und zwar des LogogriphS: M. Erdheim, Boryslaw; Jsack Horovitz, Jassy; der Charade: M. Erdheim, Boryslaw; Max Jnfeld, Krakau. Auflösung des Räthsels aus Nr. 2: Schomajim. Richtige Lösungen sandle» ein: Bernhard Moscisker, Brodh; Tobias Pineles, Jaroslau; Max Feuer. Przemhsl; Lasar Maschler, Tarnow; M. Erdheim, Boryslaw; Febus Perlberg, Tarnow; Leon Jorowitz, Stanislau; Jac. S. Philipp, Lemberg; A. L., T.; Abr. eelenfreund, Wie»; David Anschel Kreisberg, Boryslaw; Isidor Preczep, Brody; W. G., Jtzkany; Jacques Olivier, Paris; I. I. SB., Bottuschan; Israel Teller, Galatz; Salomvn Kapralik, Bottuschan! Jacques Rosenbaum, Jasiy; Fischel Welßman», Tarnow; S. L Grünberg, Braila; Adolf Bendel, Bottuschan; Salomvn Kaplan. Auflösung des Arithmogriphs aus Nr. 2: Schimsclioii. Richtige Lösungen sandten ein: Bernhard Moscisker, Brody; Tobias PineleS. Jaroslau; Febus Perlberg, Tarnow; Heinrich Grünzweig, Boryslaw-Wolanka; Jac. S. Philipp, Lemberg; Abr. Seelenfreund, Wien; M. Mittelmann, Gnrahomora; JacqneS Olivier, Paris; I. I. W., Bottuschan; Jacques Rosenbaum, Jassy. AM- Die Namen der Linsender von Räthsel-Lösungen, die erst in den letzten Tagen vor Erscheinen einer folgenden Nummer einlange», können nicht mehr berücksichtigt werden.