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Selbst-Emancipation · 1885-02-16 · Heft 2 (16.2.1885) · p. Seite 12

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1885
Issue
Heft 2 (16.2.1885)
Date
1885-02-16
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 S e l b st - E »i au c i p a t i o ii! Nr. 2. Wiscellen. (Korau und Bibel.) Im vorigen Jahrhundert hatte ein frommer Bekenner des Islam nach jahrelanger Arbeit ausgerechnet, daß der Koran, das heilige Buch der Mohammedaner, 77.630 Wörter und 323.015 Buchstaben enthalte. Gereizt, durch die Sorgfalt eines Andersgläubigen, unterzog sich der im Jahre 1737 gestorbene Schweizer Theologe Jacob Jselin der Mühe, drei Jahre hindurch täglich acht bis neun Stunden darauf zu verwenden, die Verse, Wörter und Buchstaben der Bibel zu zählen. Er stellte fest, daß sich in derselben 31.173 Verse, 773.662 Wörter und 3,566.840 Buchstaben befinden. Das Wörtchen „und" kommt 46.227 Mal vor, der Name „Jehovah" 6755 Mal. — Hat Jemand Lust nachzuzählen? (Reminisrenzen aus der Bibel.) ....Dem guten keuschen Josef, der bekanntlich von Madame Potiphar am Mantel zurückgehalten wurde, ging es besser als seinen späteren Nachkommen; damals träumte noch den Königen etwas, das man gut auslegen konnte und wodurch man aus dem Kerker zu EhrensteUen kam; jetzt aber träumt den Nachkommen oft etwas, was die Könige durchaus nicht gut deuten und wodurch mancher Träumende von Ehrenstellen in den Keiker kommen kann. Der armeSimson, der trotz seiner Stärke und tüchtigen Benützung des Eselskiinidacken gerne alle Philister erschlagen hätte, lieferte auch kein genügendes Resultat, denn das Geschlecht derselben ist jetzt noch nicht ausgestorben und die Kinnbacken' unserer ueuweltlichen Simsons arbeiten moralisch ebenso nutzlos, als ihr Ahnherr es physisch gethan. Simjon durfte sich nicht viel prahlen, daß es ihm gelungen, mit den Thoren Gazza's auf einen Berg zu steigen — er soll es einmal mit den Thoren einer jetzigen Weltstadt versuchen, mit denen bleibt er gewiß ermattet am Berge stehen. (Auf die Erziehung der jüdische» Frauen) wurde im Mitelalter keine besondere Sorgfalt verwendet. Ihre Bildung stand weit hinter derjenigen der jetzigen jüdischen Frauen zurück. „Gelehrte Bildung bringt die Frau ans Gbwege", lautet ein Ausspruch im Talmud, und dieser Arundsatz blieb mehr als ein Jahrtausend sür die Erziehung der jüdischen Frauen der herrschende. Man beirachtete es nahezu als Sünde, sie zu unterrichten, und sie lernten nicht einmal so viel hebräisch, um die Gebete zu verstehen. Daher die so zahlreichen Uebersctzungen von Gebet- und Erbauungsbüchern ins Jüdischdeutsche sür die Frauen. Sie hatten aber trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, einen großen Respect vor der Bildung. Arme Schüler zu unterstützen, ihnen Freitische oder Bücher zu verschaffen, hielten sie für ein sehr verdienstliches Werk. Das „Buch der Frommen" erzählt von einer Frau, welche von ihrem Manne Geld erhielt, um sich einen Mantel zu kaufen. Sie bat ihn aber um die Erlaubniß, dafür ein Buch zu kaufen oder schreiben zu lassen, um es Studirenden zu leihen. Solche Selbstverleugnung findet man nicht einmal bei den Besucherinnen unseier höheren Töchterschulen. In der Ehe wurde die Frau meistens sehr rücksichtsvoll behandelt; Rabbi Meir. aus Rothenburg an der Tauber (gest. 1293) konnte mit Stolz sagen: „Es ist bei den Angehörigen unseres Glaubens nicht üblich, daß sie ihre Frauen schlagen, wie es bei anderen Völkern zu geschehen pflegt." Viel weiter ging noch der Mystiker Rabbi Eleasar aus Worms, der verlangte, daß der Mann die Beleidigungen und Mißhandlungen von Seiten der Gattin geduldig, ja mit Freuden ertragen solle, „denn er befreie sich dadurch von den Höllenstrafen". — „Wahrscheinlich" — meinte ein Witzbold, als er dies las— „weil er sie schon im Diesseits überstanden oder sich an sie gewöhnt hätte"..... Mthsel. (Hebr.) Vier zähl' ich; wenn Du mein Erstes genommen. So hast Du den besten Trank bekommen. Nimmst aber mein Erstes und Letztes Du fort. So bin ich der Neugierde liebstes Wort. Entferne die letzten zweie, das erräthst Du scholl. So hieß einstens ein guter Sohn. Und streichst Du zwei vom Beginne, Ohn' Grenzen dünkt's Deinem Sinne. Doch als Stätte der Seligen erscheine ich Dir, So Du nichts veränderst in mir. Leopold Heilpern. Arithrrrogriph. (Hebr.)- 12134 Name eines biblischen Helden." 1314 Name einer Stadt im Alterhum. 121 Ein Himmelskörper. 14 Ein nothwendiges Organ des Menschen II^Ein Zahlwort. Anselm Landau. Auflösung des magischen Buchstaben-Quadrats aus Nr. I: 1 J A 1' lE T 1 A B i E L E E E I X E L 1 I 1 S A 1 T E ix 1 A S Richtige Lösungen sandten ein: Moriz Goldberger, Krakau Feuer. Przemysl; Abr. Scelenfreund, Wien. Auflösung des Logogriphs aus Nr. i: Zerem — Clierem — G-erem. Richtige Lösungen sandten ein: M. Weibmaiin, Wien; Moriz Goldberger, Krakau; Feiicr, Przemysl; A. Hirsch Seidel, Brody; Eisig Feldmaiiu, Brody; Auselin Landau, Stanisla»; Jacob S. Philipp, Lemberg; Selig Laulcrbach, Drohobycz; Leopold Heilpern, Brody; Moriz 'Mittelmann, Gurahumora; Jacques Rosenbaum, Jassy; Abr. Secleiifreund, Wien; H. L. Teller, Bottuschan; Elias W. Lewiii, Louisenhof bei Memel; Max Jnfeld, Krakau; I—a Sch—r, Slryi; Wilhelm Weinig, Wien. Auflösung der Lharade aus Nr. 1 : Li — schor — Kischor. Nichtige Lösungen sandten ein: Lazar Seelenfreund, Wien; M- Weißmann, Wien; Anselm Landau, Stanislan; Selig Lauterbach, Drohobycz; Jacques Roseiibaum, Jassy; H. L. Teller, Bottnschan; Elias W. Lewin, Louisenhof bei Memel; Jacob S. Philipp, Lemberg; Abr. Seelensreünd, Wien. Die Namen der Linsender von Räthsel-Lösungen, dienerst in den letzten Tagen vor Lrscheinen einer folgende» Nummer einlangen, können nicht mehr berücksichtigt werden.-Ausnahmsweise wird jedoch die dritte Nummer nachträglich die Namen Derer bringen, welche eventuell nach dem *2. Februar noch richtige Lösungen der Näthsel- Aufgaben ans Nr. \ einfenden.

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