Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1885
- Issue
- Heft 1 (1.2.1885)
- Date
- 1885-02-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. I. Jahrgang 1886. S c l b st - E m a » c i p a t i o u! Wiscellen. f . (Abgetrumpft!) In einer der letzten Sitzungen des Deutschen Reichstages trat ein oft genannter Abgeordneter auf den Fürsten Bismarck zu und richtetean -denselben die Frage, ob es wahr sei, daß er (der Fürst) um die betreffende Gegend näher feinten gu lernen, Kamerun und Angra Pequena bereisen wolle?— „Allerdings," erwiderte Fürst Bismarck lächelnd, „will ich dies, aber nur auf ■ jenem Samtei, das diese Nachricht gebracht hat." — Ob und was der Abgeordnete nun geantwortet — darüber schweigt die Berliner „Volks-Zeitung", welcher wir diese Nachricht entnehmen. (Jüdische Neger.) In der Stadt Cotochin (in Hindostan) und ihrer Nachbarschaft wohnen nahezu 2000 farbige Juden. Sie sind indeß nicht von so dunkler Haut, als die äthiopischen Neger. Sie sind Israeliten in jeder Hinsicht und verehren gerreu den Gott ihrer 'Vorväter. Ihrer eigenen Erzählung nach fand ihr Ursprung in folgender Weise statt: Die Eroberung eines Theiles Ostindiens durch die Europäer eröffnete der Handelswelt die Thorr grenzenloser Wohlfahrt, und die Aussicht, dort einen ordentlichen Erwerb zu finden, lockte viele Stammcsgenossen von Nah und Fern nach dieser Gegend. . Unter der Menge befanden sich viele junge Israeliten aus Bagdad, Bafsora und Nemen, die kamen, um ihr „Glück" zu suchen. Nachdem sie sich ctablirt, kauften sie weibliche Sklaven von den Negern, und viele derselben heirateten dann, nachdem sic zum Judenthum übergetreteu, ihre Herren; von ihnen nun stammt diese Bevölkerung ab. (Eine ehefemdliche Seele.) Der „Rufst. Kur." weiß von der Gründung einer gegen die Verehelichung gerichtete» Seele in der Landgemeinde Tula zu berichten. Den Anhängern derselben.ist vor Allem strenge verboten, Gotteshäuser zu besuchen, und, um diesen Leuten das Leben recht sauer zu mache», dürfen dieselben keine Fleischspeisen und keine geistigen Getränke zu sich nehmen. Diese Secte soll bereits 1500 Anhänger zählen und zu derselben bereits zehnjährige Knaben yerailgezogen werden. Das Haupt der Secte ist der Bauer Rogov. Welche Stellung die dortigen heiratslustigen Mädchen zu der Propaganda dieser „Verschworenen" nehmen — darüber kann sich Jedermanu ein Bild machen. (Ein japancsischcr Redakteur für den Monotheismus.) In Japan wird von einem Journalisten Namens Fuku Sewa eine Zeitung unter dem Titel: „Jiji Scbimbo“ herausgegeben, in welcher derselbe zum Anschluß an die bestehenden monotheistischen Religionsgenossenschaften aufforderl: „Der Mikado hat uns Religionsfreiheit gegeben, nun können wir Katholiken, Protestanten oder Juden werden." — Diese Parole hat Fuku Sewa in seinem Blatte ausgegebcn. (Remiuisccuz aus dem alten Testament.) Ein launiger Wiener Schriftsteller sagte unlängst in einer heiteren - Gesellschaft, in der man u. A. auf den König Salomo zu sprechen gekommen: „Salomon's „Buch der Weisheit" wäre schwerlich geschrieben worden, wenn der Verfasser in nuferer Jetztzeit gelebt hätte; Salomon konnte leicht weise schreiben, denn er schrieb für kein Journal und wurde auch nicht nach Druckseiten honorirt — auch hatten die damaligen Könige Zeit genug, Betrachtungen über Weisheit anznstellen. Die armen Regenten der Neuzeit könnten, wenn sie auch selbst noch so weise sind, ein höchstens bändereiches Werk über die Narrheiten ihrer Unterthanen schreiben. Staunenswerth jedoch bleibt es imnier, wo Salomo,' der doch bekanntlich 300 Weiber hatte, die Zeit hernahm, ein Buch der Weisheit zu schreiben, und daß ihm noch ein weises Urrheil einfiel, wie z. B. das Kinderiranchiruugs- Project bei dem Streite der beiden Frauen, deren eine ihr Kind erdrückt hatte und dann das Lebende der Anderen begehrte — oder sollte sich Salomons Genie besonders an kleinen Kindern bewährt haben — bei 300 Frauen wohl möglich! - Kingejendet. : ®er äkqdenmHe.s'Verein „K ad im ah" veranstaltet Dienstag den 10. Februar 1885. ein VanzKrsnzchku in den Sälen des Hotels „Weißes Roß", II., Taborstraße 8: Die Hälfte des Reineiträgnisses wird zur Unterst ü tz u n g armer jüdischer S t n d i r e n d e r verwendet. Familienkarten a 3 st., Einzelkarten ä 1 fl. 50 kr., Studentenkarten List, sind im Vereinslocale, I., Riemergaffe 9, von 11—12 Uhr Vormittags und von halb 7 bis 8 Uhr Abends und bei den Mitgliedern zu haben. —- Beginn um 8 Uhr. Für den Ausschuß: sind. zur. A. Salz, sbuä. med. S. Bur g, dz. Schriftführer. dz. Präses. Magisches Buchstaben - Quadrat. A 1 A A | A | B | E E 1 E ' E | E E! F j P j 1!11 j J i L 1 L l I s!| 1 8 T iZ. X | X Die vorstehenden 25 Buchstaben sollen so in dir kleinen Quadrate vertheilt werden, daß sie sowohl von oben nach unten als von links nach rechts gelesen folgende Wörter ergeben: 1. Biblischer Name. 2. Jüdischer Mäniiername. 3. Name eines Landpflegers aus der letzten Zeit des jüdischen Staates. 4. Name eines jüdischen Profeten. 5. Name eines nordamerikanischen Territoriums. - B. K. Logogryph (Hebr.) Mit Zajin kommt und geht es rasch An heißen Sommertagen. Mit Cheth ist's ein Verdammungsspruch, Zu schwer fast zu ertragen. Mit Lack, da kommt von ihm ein Trank, Dcß fühlt das Herz Behagen. L. T. Charade (Hebr.) Die erste Silb', vom Ganzen abgetrennt, Sie knüpft an einen Satz erklärend einen zweiten. Die zweite Dir ein starkes Hausthier nennt, Das man zu vielem braucht, doch selten nur zum Reiten. Das Ganze ist ein nützlich' Instrument, Den Frauen wohlbekannt in frühem Zeiten. B. F. (Die Namen Derjenigen, die richtige Lösungen der Räthsel-Aufgaben einsenden, werden veröffentlicht.)