Jahresbericht
- Journal
- Jahresbericht
- Volume
- 1913/14 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 68)
- Language
- German
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— 20 — keit wegen anführen will. So berichtet jener, daß Fifelin von Diepurg (Dieburg) 1375 im Hause zur Glocke, also auf der östlichen Seite der Fahrgasse1) gewohn^habe. Battonn zählt außerdem noch als Judenhäuser auf: das Haus „Zum Segen Jakobs", das Eck an der Arnsburggasse2), das Haus zum Wolf, nach seinem Besitzer, dem Juden Wolf, genannt3), die Stadt Worms, früher zum Riesen, neben dem Brückhof4). All diese Häuser standen also auf der östlichen Seite der Fahrgasse, doch ist es zweifelhaft, ob sie schon in unserem Zeitraum von Juden bewohnt waren. Über das Äußere und das Innere der Judenhäuser haben wir weder Nachrichten, noch sind uns irgendwelche Reste, Möbel, Hausgeräte usw. erhalten, abgesehen von einigen Haushaltungsgegenständen, die sich bei den Ausgrabungen von 1896 in dem Brandschutt einiger, vielleicht den Juden einst gehörender Häuser gefunden haben5). Wir haben wohl anzunehmen, daß sich ihre Häuser und Hauseinrichtungen von den christlichen kaum unterschieden. Im XIV. Jahrhundert aber glich das Frankfurter Bürgerhaus äußerlich in den wesentlichsten Stücken den Bauernhäusern der Umgegend. Es war demnach ein Fachwerkbau, „bei dem die Kopfbänder und die schrägen Streben im Vergleich zu anderen Gegenden nur in verhältnismäßig beschränktem Maße verwandt werden, und dessen Charakter dadurch wesentlich bedingt wird, daß die Ecksäulen deutlich betont und vielfach auch dekorativ ausgestaltet sind, und daß die Gefache unter den Fensterbänken durch einfach oder oft auch durch paarweise gekreuzte Diagonalbalken überspannt sind und so die Reihen unter den Fenstern durch ein reiches Zickzackmuster von braunen Holzbalken ausgefüllt sind"6). Die leeren Gefache zwischen den Säulen wurden durch Spränkelwerk7) ausgefüllt. Ganze Fachwerkgeschosse hatten wohl die noch heute übliche Verschieferung. Die Dächer waren noch mit Stroh oder Schindeln gedeckt, einige vielleicht schon mit Schiefer. Die Häuser waren unterkellert, der Kellerboden bestand, wie Thomas bei den Häusern der nördlichsten Gasse feststellte, aus Mörtelestrich. *) Fahigasse 12; siehe Battonn II, S. 53. *) L.c. S.48, von dem er bemerkt: „so 1366 ein Jadenhaus war". Woher er dies hat, weiß ich nicht. ') Fahrgasse 16. «) Nach Battonn II, S. 53, Fahrgasse 10. e) Siehe politische Geschichte der Juden, S. 42, Anm. e) Siehe Prot Dr. Lauffer, Der volkstümliche Wohnbau im alten Frankfurt a. M,, in Archiv für Frankfurter Geschichte und Kunst. 3. Folge, Band X, S. 244. 7) Ein aus Staken und herumgebogenen Hölzern bestehendes Geflecht, das von innen und außen verputzt wird. Lauffer, L c. 8) Lauffer L c, S. 262.