Jahresbericht
- Journal
- Jahresbericht
- Volume
- 1913/14 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 65)
- Language
- German
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…/9942709-3089782--066-3092601- Visual Library
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— 17 — gezogen war, um ein Beträchtliches kleiner geworden. Nur ein Teil der Hofstätten war wieder bebaut, hier wohnten jetzt der Bierbrauer Heinz, der Handschuhmacher Heinz, der hochangesehene Bürger Johann von Holzhausen, der anscheinend mehrere Häuser daselbst hatte bauen lassen, ferner Gerhard Kosenbusch, Johann Gertner, Johann Hochhus und andere1). Auf einer Hofstätte hatte die Stadt die öffentliche Wage errichtet. Dazwischen gab es noch manchen wüsten Fleck, von dem der Schutt nicht weggeräumt war, da der Eat wohl erst den Ausgang des damals noch nicht zum Abschluß gekommenen Prozesses abwarten wollte. So stieß man beim Passieren des Judenquartiers Schritt und Tritt auf Hindernisse; erst im folgenden Jahr wurde es für den Verkehr wegsam gemacht2). Nur eine recht bescheidene Anzahl von Juden wagte sich anfangs in die Stadt, im ganzen acht. Die Hoffnung des Kates auf baldigen stärkeren Zuzug erfüllte sich einstweilen nicht, im Gegenteil, das nächste Jahr zogen drei Juden wieder ab, wofür nur Jakob von Miltenberg eintrat. Es war augenscheinlich, den Juden erschien Frankfurt trotz seiner Bedeutung als Meßplatz nicht begehrenswert zu dauerndem Aufenthalt. Erst mit Beginn der siebziger Jahre nimmt nach Ausweis der Bechenbücher die Zahl der Haushaltungen zu3). Aber nirgends findet sich darin die Buchführung entspricht allerdings nicht den Anforderungen moderner Genauigkeit —, ein Vermerk, daß neu zugezogene Juden sich vom Rat Hofstätten erworben hätten. Offenbar gebot ihnen die Vorsicht, sich nicht durch den Bau eigener Häuser zu sehr an die Stadt zu fesseln. Denn noch hielten sie mit Recht die Zustände für zu unsicher. Ihr Aufenthalt in Frankfurt war nur auf Widerruf des Kaisers gestattet; auch währte der Zwist zwischen dem Bäte und den Zünften noch immer, und deren den Juden wenig geneigte Gesinnung war bekannt. Sie zogen es deshalb vor, als Mieter zu wohnen. Ausdrücklich bemerkt das Bedebuch des Jahres 13624), daß der reiche Simon von Miltenberg in dem Hause des Johann von Wetzlar im Fürstenberg wohne und den l) Diese Besitzer ergeben sich aus den Bechenbüchern und der Vergleichsurkunde zwischen dem Bat und dem Domkapitel Während bis 1361 der Verkauf der Judenplätze nur spärlich erfolgte, nahm er in diesem Jahre einen reißenden Fortgang. Nach dem Bechenbuch 1361, foL IIa (Urkundenbuch S. 220ff.) und foL 17b erhielt die Stadt für 2 „Judenfleckin" von Johann Hochhus 324 von den Schuhmachern 160 U, von Johann v. Holzhausen 90 Mark, von Wernher Vechir 6 Mark. Der Gesamterlös betrug 1361 ,von judenflecken und andern gefelle" 6O8V2 # (Bechenbuch foL 56b und 59b). a) Siehe Bawbuch de anno 1361; eine Reihe von Posten finden sich hier unter der Rubrik „den weg zu macheneundern juden". Die Kosten für die völlige Herstellung der Gasse beliefen sich auf 3751/» Frankfurter Stadtarchiv E 17, Nr. 2. 3) Siehe Bücher S. 549, Tabelle XXXV. Judensteuer 1360—1500. *) Bedebuch Oberstadt II, 22 (Urkundenbuch S. 291). Über das Haus Fürstenberg (Fürsteneck) siehe Battonn II, 65, und HI, 215ff, Kracauer, Innere Geschichte der Jaden Frankfurt». 2