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Programm · 1909-01-01 · 1909 · p. Seite 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Programm
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
Seite 30 (sequence 71)
Language
German
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— 30 — der Sedantag durch einen zweiten Ausflug mehrerer Klassen nach dem Taunus oder der Bergstraße gefeiert. Beide Schulfahrten verliefen ohne jede Störung und waren vom herrlichsten Wetter begünstigt. Am 10. Mai beteiligten sich die Schüler und Schülerinnen der obersten Klassen an der Enthüllung des Bismarckdenkmals; 93 Schüler der Kealschule und 54 Schülerinnen der höheren Mädchenschule nahmen unter Führung des Turnlehrers Herrn Rothschild und der Turnlehrerin Frl. Heimann an den Freiübungen teil, die am 14. Juli von den Schülern und Schülerinnen unserer Stadt aus Anlaß des 11. Deutschen Turnfestes vorgeführt wurden. Eine große Anzahl Schüler der I. Kl. übernahm bereitwilligst während des Turnfestes die Führung der auswärtigen Turner durch unsere Stadt. Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde durch eine größere Schulfeier in unserem Festsaal begangen. Nach einem von Herrn Lehrer Rothschild vorgetragenen Orgelpräludium folgte das „Dankgebet" aus den niederländischen Volksliedern, die Deklamation einer Schülerin der Selekta und das durch unser Schulorchester vorgeführte „Largo" von Händel für Violinen und Orgel. Der Gesang des 1. und 2. der niederländischen Volkslieder durch den gemischten Chor leitete zur Festrede des Herrn Oberlehrer Prof. Dr. Kracauer über, in welcher der Redner ein Bild von dem Leben und Treiben in unserer Stadt nach der Leipziger Schlacht gab. Hierauf überreichte der Direktor den Schülern der Klasse I Karl Wulf und Klasse IV Siegfried Strauß die Prämien, die Seine Majestät unserer Anstalt hatte überweisen lassen; die Ansprache schloß mit dem Kaiserhoch. Der Gesang der Nationalhymne beendete die Feier. Der Verein ehemaliger Schüler der Anstalt hat unter der rührigen Leitung seines gegenwärtigen Vorsitzenden, des Herrn Josef Meier, eine bedeutungsvolle Ausgestaltung durch den in der letzten Hauptversammlung gefaßten Beschluß erhalten, auch frühere Schülerinnen in den Verein aufzunehmen; er hat daraufhin seinen Namen in „Philanthropiner-Verein" (Verein ehemaliger Schüler und Schülerinnen) verändert. Durch seine treue Mitwirkung bei den festlichen Anlässen unserer Einweihungsfeier, durch die sinnige Gabe des Abbildes unseres früheren Schulgebäudes bei dieser Gelegenheit wie durch eine Reihe wohlgelungener Veranstaltungen im Laufe des Jahres hat er die anhänglichen und freundschaftlichen Beziehungen, die seine Mitglieder zur Schule und untereinander pflegen, mit großem Geschick fester gestaltet und auch in sozialer Beziehung durch seine Kornmission für die Stellenvermittlung wie durch den Ausbau der Darlehens- und Unterstützungskasse für ehemalige Schüler und Schülerinnen erfolgreich gewirkt. An dieser Stelle sei auch des ältesten und eines der treuesten ehemaligen Schüler des Philanthropins gedacht, der am 20. Oktober hochbetagt von uns geschieden ist: Ignaz Creizenach. Ein Sohn des an unserer Schule noch heute unvergessenen Lehrers Dr. Michael Creizenach hat der nun Heimgegangene dem Philanthropin allezeit warme Liebe und Anhänglichkeit gewidmet und wie als Schüler, so später

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