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Programm · 1909-01-01 · 1909 · p. Seite 36

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Journal
Programm
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
Seite 36 (sequence 35)
Language
German
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— 36 — Geist sein, der in dem alten Hause geherrscht hat, der diese Anstalt von bescheidenen Anfängen emporgerührt hat zur jetzigen Blüte. Dankbare Anerkennung darf die Unterrichtsverwaltung dem Direktor und Lehrerkollegium der Schule dafür zollen, daß sie, von diesem Geiste beseelt, immer ihre ganze Kraft eingesetzt haben, um die ihrer Obhut anvertraute Jugend den Zielen zuzuführen, die diese Anstalt sich steckt. Die Behörde hat geglaubt, aus Anlaß der heutigen Feier und für diese hingebenden Bemühungen des Lehrerkollegiums eine Auszeichnung an Allerhöchster Stelle erwirken zu sollen. Seine Majestät der König haben auf ihren Antrag geruht, Ihnen, Herr Direktor Dr. Adler, in Anerkennung Ihrer hervorragenden pädagogischen Verdienste, des Eifers, der Umsicht und Treue, mit der Sie seit 9 Jahren Ihres verantwortungsvollen Amtes gewaltet haben, den Königlichen Kronenorden 3. Klasse zu verleihen. Eine weitere Allerhöchste Auszeichnung, der Rote Adlerorden 4. Klasse, ist dem in langjähriger, pflichttreuer und segensreicher Wirksamkeit erprobten dienstältesten Oberlehrer, Herrn Professor Dr. Kracauer, zu teil geworden. Was diese Anstalt seit ihrer Begründung gewirkt, welchen Segen sie zunächst im engeren Kreis und dann durch ihr Vorbild auch auf weitere Kreise hinaus gestiftet hat, ist bei der Hundertjahrfeier vor 4 Jahren in ein helles Licht gerückt worden. Die Gedanken und Anschauungen, aus denen sie geboren ist, haben sich in ihrem wesentlichen Kerne auf die Dauer als fruchtbar und lebenweckend eiv wiesen. Eine Tat rettender Liebe war es, die einst diese Anstalt ins Leben rief. Werktätige und opferfreudige Liebe hat das zarte Reis gehegt und gehütet, ihm immer neue Säfte und Kräfte zugeführt, daß es emporwachsen konnte zu dem mächtigen Baum, der jetzt allem Sturm und Wetter Trotz zu bieten vermag. Die hegende und helfende Liebe ist vor allem auch lebendig geblieben im Herzen der Männer, die an dieser Anstalt als Lehrer und Erzieher zu wirken berufen waren. Sie haben es stets als ihre erste Pflicht angesehen, ihren Schülern und Schülerinnen wirkliche Freunde, väterliche Berater zu sein, die guten Keime, die Gott der Herr in sie hineingelegt hatte, durch sorgsame Pflege zu entwickeln, die Gaben und Fähigkeiten, die ihnen von Natur verliehen waren, auszubilden und zu vervollkommnen. Die Liebe und das Wohlwollen, das der Lehrer und Erzieher der Jugend entgegenbringt, das liebevolle und verständnisvolle Eingehen auf die Eigenart eines jeden seiner Schüler, die sind es ja, die seiner ganzen Fähigkeit den vollen Erfolg sichern, ihr eine höhere Weihe geben. Den Weg zum Herzen des Schülers zu finden, darin liegt das Geheimnis alles erziehlichen Unterrichts. Dem Lehrer, der in diesem Sinne seine Aufgabe erfaßt, ist es auch ein Leichtes, die Wißbegierde seiner Zöglinge zu entfachen, die Lernfreudigkeit und die Lust an der Arbeit in ihnen wachzurufen. Wo diese Freudigkeit fehlt, wo jede Anforderung vom Schüler als harter Zwang empfunden wird, ist alles Mühen selbst des tüchtigsten Lehrers eitles Mühen. Darum hat diese Anstalt auch von Anfang an ihr Augenmerk darauf gerichtet, durch die Auswahl und die Behandlung des Unterrichtsstoffes sich die willige und freudige Mitarbeit ihrer Schüler zu sichern. An

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