Programm
- Journal
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- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 27)
- Language
- German
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— 28 — gerade in die Zeit des Todes des zweiten Direktors fiel; dieser ihrer eifrigen Tätigkeit ist es auch zu verdanken, dass unsere Anstalt neben den alten und neuen städtischen höheren Knaben- und Mädchenschulen allezeit ihre gleichwertige Stellung behaupten konnte! Und wie gegenüber den Lehrern und Lehrerinnen muß es in dieser Stunde uns Herzenspflicht sein, in Dankbarkeit uns all der Männer zu erinnern, die in der Reihe der Jahre die äußere Verwaltung auf sich genommen, der Mitglieder des Schulrats, des Vorstandes und Ausschusses unserer Gemeinde wie der. Herren, die das Amt des Syndikus versehen haben. Ihrer aller unausgesetzter Sorge verdanken wir die ungestörte Entwicklung der Anstalt, danken wir die Erhaltung der Schule in schwerer Zeit, und in der Gegenwart das neue Heim, das uns nunmehr für unsere weitere Arbeit aufnehmen soll. Nachdem die gegenwärtigen Mitglieder der Verwaltung erkannt hatten, daß die veränderten lokalen Verhältnisse eine Verlegung der Schule unabweisbar machen, haben sie — an ihrer Spitze unser allverehrter Vorsitzender, Herr Stadtrat Horkheimer — nicht geruht, bis sie ihre Absicht zur Verwirklichung gebracht haben. Nun winkt der neue Bau und harrt unseres Einzugs; wir wollen aber von dir, altes, trautes, liebes Heim nicht scheiden, ohne nach frommer Väter Weise segnend Abschied zu nehmen: Eine Fülle von Segen ging von dir aus seit deinem Kommen, in der Zeit deines Bestehens; Generationen haben in dir Geistes- und Herzensbildung gefunden, sind in dir zu tüchtigen Mitgliedern unseres Staates und unserer Glaubensgemeinschaft herangebildet worden; sie alle werden das Andenken an dich, du teures Haus, bis an ihr Lebensende als köstliche Erinnerung in ihrem Innern bewahren! — Gesegnet sollst du auch bleiben bei deinem Scheiden von uns; mögest du in der veränderten Gestalt, der du entgegengehst, der neuen Jugend, die du aufnehmen wirst, ein gleich ti^euer Schirm und Schutz sein, wie du ihn uns geboten hast! Möge der Geist wahrer Humanität, inniger Menschenliebe, der dereinst,unsere Anstalt begründet und mit seinem Hauch allezeit diese Räume durchweht hat, auch die Mnftigen Geschlechter, die hier ihre Erziehung finden sollen, erfüllen und sie heran^ reifen lassen zur Ehre des allgütigen Vaters im Himmel, zum Segen der gesamten Menschheit!" Mit einem Schlußgesang, Gebet aus „Joseph und seine Brüder" von Mehul,. fand der letzte Akt im alten Hause sein Ende. — Die folgenden Wochen — eine Zeit der Freiheit vom Schulzwange — verlief für alle, die mit dem Umzug zu tun hatten, in angestrengter Tätigkeit. In den Tagen vom 6. bis 8. Oktober fand die Übersiedelung statt. Am 13. wurden die Schüler und Schülerinnen zum erstenmale im neuen Turnsaäle vereinigt, um die auf die Einweihung und den Schulbeginn bezüglichen Anweisungen zu erhalten; am darauffolgenden Tage fand eine eingehende Besichtigung des Baues durch die Schulbehörden — an ihrer Spitze Herr Prov.-Schulrat Prof. Dr. Baier — unter Führung des Herrn Magistratsbaurats Matzdorff statt.