Programm
- Journal
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- Volume
- 1908
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
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Mit dem scheidenden Schuljahre verlassen zu unserem schmerzlichen Bedauern zwei treffliche Kollegen die Anstalt, um nach jahrzehntelangem treuen Wirken fortan der wohlverdienten Ruhe zu pflegen: Unser Senior, Herr Oberlehrer Professor Dr. Theobald Epstein, und der Lehrer an der Realschule, Herr Maximilian Schulz. Als der verewigte Direktor Dr. Baerwald vor nun 40 Jahren sein Amt als Leiter des Phüanthropins antrat, erachtete er es als seine erste Aufgabe, dem Lehrkörper frisches Blut zuzuführen und regte alsbald beim Schulrat die Berufung Epsteins, den er in seiner Berliner Tätigkeit kennen und schätzen gelernt hatte, an die Schule an. Den Segen, der aus dieser Berufung für unsere Schule erwachsen ist, hat Baerwald gelegentlich des 25 jährigen Amtsjubiläums Epsteins rühmend anerkannt: „Die Berufung hat der Schule einen Lehrer zugeführt," heißt es in dem damaligen Jahresbericht des Phüanthropins, „der durch ideale Erfassung seines Berufes^ durch rückhaltlose, aufopfernde Hingabe an seine Pflichten, durch ununterbrochene wissenschaftliche Arbeit, durch stetes Nachdenken über die Aufgaben des Unterrichts und der Erziehung, durch eindringliche, sachliche Behandlung der verschiedenen im Laufe der Zeit das Lehrerkollegium beschäftigenden Fragen vorbildlich gewirkt hat, einen Lehrer,- der bestimmt und streng in seinen Forderungen, mit unerschütterlicher Geduld, mit Stetigkeit und Konsequenz seinem Unterricht einen wissenschaftlichen und erziehlichen Erfolg gesichert hat." Die weiteren 14 Jahre, die Herr Professor Epstein an unserer Schule gewirkt hat, haben eine gleich segensvolle Arbeit zum Wohle unserer Anstalt gezeitigt; noch der vorjährige Bericht konnte bei Erwähnung des 70. Geburtstages unseres verehrten Kollegen der mannigfachen Verdienste Erwähnung tun, die sich unser Senior um. die Schule erworben hat. Das Bewußtsein, nicht mehr mit der gewohnten vollen Kraft der Schule dienen zu können^ hat ihn nun zur Mederlegung seines Amtes veranlaßt, der Schulrat hat. indes geglaubt, den trefflichen Lehrer auch weiter im Zusammeimang mit der Stätte seiner Lebensarbeit halten zu müssen, und ihn ersucht, seine Fürsorge der reichhaltigen Bibliothek unserer Anstalt weiter widmen zu wollen, die er 32 Jahre in mustergültiger. Ordnung erhalten hat. Wir freuen uns innigst, auf diese Weise in der bisherigen herzlichen Gemeinschaft mit unserem geschätzten Kollegen zu bleiben. In gleicher Weise hat der zweite der scheidenden Kollegen, Herr Maximilian Schulz, mehr als drei Jahrzehnte zu reichem Segen an unserer-Schule gewirkt, ihm verdanken Generationen von Schülern und Schülerinnen ihre treffliche turnerische Ausbildung, er hat diesen für die gedeihliche Entwicklung der Zöglinge so wichtigen Zweig des Unterrichts auf eine außergewöhnliche Höhe gebracht und sich durch seinen unentwegten Eifer die wiederholte Anerkennung der vorgesetzten staatlichen Behörde wie der Autoritäten auf dem Gebiete des Turnwesens, die innige dankbare Liebe seiner Zöglinge erworben. Möge beiden um unsere Schule so verdienstvollen Kollegen als schönster Lohn für ihre langjährige treue Arbeit zum Wohle der heranwachsenden Jugend ein. glücklicher und heiterer Lebensabend beschieden bleiben!