Programm
- Journal
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- Volume
- 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 12)
- Language
- German
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nehmlichste Sorge war auch hier seinen Mitarbeitern zugewandt; so verdankt ihm u. a. die Witwen- und Waisenkässe der Schule die Goldschmidtsche Annexstiftung, die zur Unterstützung der Lehrer für Bade- und Erholungsreisen dient, er veranlasste seinen Freund Rütten zu dem Vermächtnis, das die Fortbildung von Lehrern und Lehrerinnen fördern soll. Weiterhin kam dieses sein Wirken unglücklichen und gebrechlichen, ferner armen Kindern zugute, die die Lust und Fähigkeit dazu fühlten, sich aus der Enge des Elternhauses emporzuarbeiten, um sich auf wissenschaftlichem oder gewerblichem Gebiet zu betätigen. Auf seine Einwirkung erfuhr die B. H. Goldschmidtsche Stipendienstiftung die segensvolle Erweiterung, die ihre Wohltat auch auswärtigen jüdischen Philologen, Theologen und Lehramtsbeflissenen zugänglich macht; seinen Anregungen folgten die Begründer der Königswarter-, Odrell-, Kahn- und Riesserschen Stipendienstiftungen sowie der hochherzige, ihm eng befreundete Louis Mayer Maas bei Einrichtung ihrer Vermächtnisse für die Jugend unserer.Gemeinde und Stadt; er war der geistige Urheber der Sigismund Sternschen Waisenstiftung, die gegenwärtig 25 Waisenknaben eine saehgemässe Erziehung ermöglicht. Mit warmherziger Liebe hat er bis in die letzten Monate seines Lebens einen jeden dieser Knaben behütet und die Entwicklung jedes einzelnen mit väterlichem Auge verfolgt! Die gleiche liebevolle Fürsorge wandte er als Leiter des Mädchenwaisenhauses den hilflosen Mädchen zu und widmete dieser Institution, dem „Israelitischen Frauen-Verein", durch 38 Jahre einen grossen Teil seiner kurz bemessenen freien Zeit. Diese fortdauernd angespannte und vielseitige Tätigkeit beeinflusste seine kräftige Konstitution bis zum Eintritt in das Greisenalter in keiner Weise. Eine streng geregelte und mässige Lebensführung, die Ruhepause in dem wohligen, von seinem Geist durchwehten. Heim, ein kurzer Aufenthalt in einer nahen Sommerfrische erhielt ihn noch im sechsten Jahrzehnt seines Lebens in bewundernswerter körperlicher Frische und geistiger Regsamkeit; hur die Nahestehenden bemerkten, dass eine plötzlich auftauchende schwere Sorge, die Frage des Fortbestandes der Schule, die seine ganze Spannkraft eine Zeitlang in Anspruch nahm, doch den scheinbar allen Anstrengungen trotzenden Körper ins Wanken brachte; aber fest blieb er gegenüber den Bitten seiner Familie, den Mahnungen seiner Freunde auf dem Posten, bis die drohende Gefahr endgültig beseitigt war. Die einzige Erleichterung, die er sich zugestand, war die Uebertragung der Leitung der Anstalt in den technischen Angelegenheiten und in einigen Unterrichtsgegenständen an den Oberlehrer Dr. Hermann Dobriner, den er als jungen Lehrer an unsere Schule zu fesseln gewusst und der^ [durch hervorragendes Wissen , ausserordentliches Lehrgeschick, einen praktischen Blick für die Bedürfnisse der Anstalt und durch treue Anhänglichkeit eine Zierde des Lehrerkollegiums war. Dank vor allem dieser Treue, mit . der der leider allzufrüh von uns Geschiedene das nach den mannigfachsten Seiten hin schwierige Amt des Direktions gehilfen führte, war es Baerwald möglich, bis über sein 70. Lebensjahr hinaus die Leitung der Anstalt zu führen: Sein 70, Geburtstag bot dem so grossen Kreis , den sein Wirken umfasste, erneute Gelegenheit zu herzlichen Kundgebungen der Liebe und Verehrung! Leider wurde