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Programm · 1905-01-01 · 1905 · p. Seite 15

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Journal
Programm
Volume
1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 15 (sequence 66)
Language
German
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— 15 - nicht lösen, das Verlangen der.• Menseheüseelo nach Gott vermag* sie. nicht zu stillen, und so wird immerdar die gläubige, Gottesfurcht die dritte Grundlage hleihen für die Bildung und Erziehung* auch der jüdischen Jugend. Die Geschichte des Philanthropins gibt davon Zeugnis, wie diese idealen Kräfte glücklich und tatkräftig verkörpert gewesen sind in den Mitgliedern nicht nur des' Lehrerkollegiums, sondern auch des ■ Schulrats. Die Einwirkung des Schulrats hat sich nicht beschrankt auf die äussere materielle Fürsorge, sie hat sich auch erstreckt auf den Geist, der in der Schule waltete, auf die Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit, mit der in "ihr gearbeitet wurde. Beim Übergang in die preussischo Verwaltung hat freilich der Schulrat einen Teil seiner Befugnisse an das Königliche Provinziai-Schulkollegimn abtreten müssen; aber diese Teilung der Arbeit hat ein gedeihliches Zusammenwirken nicht gestört, und ohne Rückhalt, erkennt die Schulaufsichtsbehörde die hohen Verdienste'an. die sich der Schulrat" in so reichem Masse erworben hat und fort und fort erwirbt. Ausseren Ausdruck hat diese Anerkennung gefunden in den Ordensauszoichnungen, die durch Allerhöchsten Erlas* vom 27. v. Mts. Sr. Majestät des Königs dem Vorsitzenden des Schulrats, Herrn Stadtrat a. D. Horkheim er, und seinem' Stellvertreter, Herrn Kauf inann Dann, verliehen worden sind. Es war mir eine besondere Freude, den genannten Herren diese Auszeichnungen bereits vor Beginn dieser Feier zu überreichen. Wie wollten wir aber heute mit freudiger Zuversicht die Jahrhundertfeier des Philanthropins begehen, wenn wir nicht wüssten. das? die Anstalt mit den Aufgaben der Zeit rüstig fortgeschritten ist, dass eine stattliche Schar von Lehrern und Lehrerinnen mit Eifer und Hingebung wie mit gutem Gelingen bemüht ist, dem Vorbild ihres rührigen und tatkräftigen Direktors folgend, die Pflichten des Berufs treu zu erfüllen und die Leistungen der Schule auf der richtigen Höhe zu erhalten. Auch diesen redlichen Bemühungen soll heute ein äusseres Zeichen der Anerkennung nicht fehlen.' Se. Majestät der König hat aus Anlass der heutigen Feier ferner*dem Herrn Direktor Dr. Adler wie auch dem dienstältesten Oberlehrer Herrn Professor Dr. Epstein den Roten Adhu'oi'den IV. Klasse, dem.dienst- ..-^ ältesten Elementar- und Vorschullehrer Scher er den Kronenorden IV. Klasse, endlich dem Schuldiener Olesch das Allgemeine Ehrenzeichen' zu verleihen geruht. Ich bitte die genannten Herren diese Auszeichnungen in Empfang zu nehmen — . Und nun möchte ich auch der Ansialt noch einmal die wärmsten Glückwünsche aussprechen Und sie anknüpfen an das Wort : Introite, nam et hlc sunt dei! Tretet, ein, denn auch hier wohnen Götter, auch hier sind Kräfte lebendig,' edle Menschlichkeit, Liebe zum Vaterlande und Gottesfurcht in die Herzen der Jugend zu pflanzen. Möge fort und fort hier ein Geschlecht heranwachsen, das, frei von engherzigen. Vorurteilen, beseelt ist von warmer, hilfbereiter Menschen- und Nächstenliebe, ein Geschlecht, dessen Leitsterne sind Vaterlandsliebe und Gottesfurcht, das befähigt ist mitzuarbeiten an der Kulturaufgabe seiner Zeit, eine Jugend, die das von den Vätern überkommene Erbe zw erhalten und zü mehren weiss. Und so walte Gottes Schutz und Segen über dieser Anstalt, heute und allezeit! Hierauf sprach Herr Oberbürgermeister Dr. Adiekes die herzlichsten Wünsche des Magistrats und der Stadt Frankfurtaus: ,,Es ist mir eine besondere Freude, den Organen des Philanthropins, dem Lehrerkollegium und der isr. Gemeinde, die herzlichsten Glückwünsche Namens dos Magistrats, der städtischen Behörden und der Stadt Frankfurt zu sagen. Es ist ein. Jahr verflossen, seitdem die Musterschnle ihre hundertjährige Feier abgehalten hat. Heute feiert nun das Philanthropin, das in seinen Anfängen eng mit der Musterschnle verbunden war und. denselben grossen Strömungen entsprungen ist, wie die Musterschnle. Wir haben aus den begeisterten und begeisternden Worten des Herrn Direktor Adler von diesen grossen Strömungen der damaligen Zeit gehört. Wir wissen, mit welcher Leidenschaftlichkeit das 18. Jahrhundert den grossen Fragen einer rein menschlichen Erziehung nachstrebte und Ideale aufstellte, die immer von neuein versucht wurden zu verwirklichen. Diesem Gedankenniveau entsprang auch das Philanthropin. Aber damit vorbindet sich noch eine andere Seite, die Stellung, ' die es einnimmt in der Geschichte der inneren Umgestaltung des Judentums. Wohl war längst im Staate des grossen Kurfürsten und des grossen Friedrich eine Entwicklung eingetreten, die das Judentum frei von den alten .Fesseln in neue Bahnen hineingeleitet hatte und zahlreich schon waren die Schulen, die V

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