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Programm · 1905-01-01 · 1905 · p. Seite 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Programm
Volume
1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 24 (sequence 23)
Language
German
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— 24 — Schule zu übermitteln und ihm insbesondere für das tatkräftige Interesse zu danken, das er fortdauernd der Stätte seiner Lebensarbeit entgegenbringt. Möge unserer Anstalt noch lange. das hohe Glück zuteil werden, sich dieser Teilnahme ihres hochverdienten Oberhauptes erfreuen zu dürfen! Ein Oelbildnis Baerwalds hat die frühere Zeichenlehrerin Frl. Caroline Schierholz uns freundlichst zum Geschenk gemacht; es hat neben den Bildern der ersten beiden Leiter des Philanthropin s, Hess und Stern, seinen Platz gefunden. Der lieben Kollegin sei auch" an dieser Steile der herzliche Dank für die sinnige Gabe ausgedrückt. 1 . Freudige Teilnahme fand auch in unserem Kreise die Feier des 50 jährigen Doctorjubiläums, das Herr Prof. Dr. Ludwig Oelsner am 28. Dezember in bewundernswerter Frische begehen konnte. Dr. Oelsner war 1858 als Lehrer unserer Anstalt nach -Frankfurt berufen worden und hat ein Jahrzehnt an ihr mit grossem Erfolge gewirkt; 1868 nahm er eine Stellung an der Schule der polytechnischen Gesellschaft, dem heutigen Wöhler- Eealgymnasium, an, bewahrte aber der Stätte seines früheren Wirkens stets freundliches Interesse. Eine Deputation des Lehrerkollegiums überbrachte dem verehrten Jubilar unsereherzliehen Glückwünsche. Neben diesen erfreulichen Ereignissen haben wir leider auch in diesem Jahre über schmerzvolle Verluste innerhalb unseres Kreises zu berichten: Am 25. April starb der ehemalige Lehrer Isaac Blum, am 10. Februar wurde die Lehrerin Frl. Emma Meier von ihrem schweren Leiden durch den Tod erlöst. Isaac Blum hat sich in 36jähriger Amtstätigkeit grosse Verdienste um die Schule auf verschiedenen Unterrichtsgebieten erworben. Auf seine Anregung ist die Schreiblesemethode am Philanthropin' eingeführt, der französische Anfangsunterricht dem Erziehungszweck fruchtbar gemacht, der Turnbetrieb verbessert worden. Zu besonderer Blüte gelangte durch seine Wirksamkeit der naturgeschichtliche Unterricht; er verstand es namentlich, ihn durch die Anlegung wertvoller Sammlungen anschaulich zu gestalten. Neben seiner umfassenden Tätigkeit am Philanthropin fand Blum noch Zeit und Kraft zu regem litterarischen Schaffen besonders auf naturwissenschaftlichem Gebiete und zu eifrigem Wirken für die Senckenbergische naturforschende Gesellschaft, der er seine Weiterbildung zu' danken hatte. Gern widmete er sich ihrer Verwaltung, und wiederholt bekleidete er das Amt des Vorsitzenden der berühmten Vereinigung. ' 1892 trat Blum in den Buhestand, aber auch weiterhin bewahrte er unsererer Schule seine Teilnahme und blieb insbesondere vielen seiner ehemaligen Kollegen in warmer Freundschaft verbunden. Sein 70. Geburtstag sollte uns die erwünschte Veranlassung geben, dem verdienten Kollegen unsere aufrichtige Verehrung kundzutun; leider zeigten sich kurz vor dem Jubeltage bei dem bisher so frischen und rüstigen Mann Anzeichen eines schweren Leidens, das 14 Tage nach Vollendung des 70. Lebensjahres seinen Tod herbeiführte. An seiner Bahre hat der Direktor den Dank der Schule und das Gelöbnis unseres treuen Gedenkens zum Ausdruck gebracht. Gern ist das Lehrerkollegium auch der Anregung der gegenwärtigen Leitung der Senckenbergischen Gesellschaft gefolgt, Mittel für Herstellung einer Marmorbüste des verdienten Gelehrten und Lehrers zu beschaffen; bereits in den nächsten Monaten wird die Büste Blums im Senckenbergianum neben der seines Genossen und Freundes Noll Aufstellung finden.

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