Programm
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- Volume
- 1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 112)
- Language
- German
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\ 106 Direktor Dr. Stern unb feine Seit. Dann trat er in bas (öt?mnafium 311 (fhrof^dftogau unb in feinem 15. 3al?re in bie <Öber*€ertia bes bamals von TITeineke geleiteten 3oad)imstl?aIfd)en (Si^m* nafiunts in Berlin ein, bas er (Dftem 1831 mit bem Heifegeugnis TIr. 1 perlief, um an ber bortigen Univerfttdt bis 1834 pi?tlofo;pl)ie unb Philologie 3U ftubieren. (Er ^atte bas (Stück, feegel, Schleiermacher, Benecke, Steffens, Böckl), Cachmann, Bopp unb Jaarl Hitter 3U l)ören, unb eine Heil)e in ber Seit von 1835 bis 1845 von ihm veröffentlichter fpra(^n?iffenfchaftlid?er Schriften*) gibt <3eugnis von bem (Erfolg feiner emften Stubien. (Er hatte fchon als (ffymnafiaft unb Stubent vielfach Privatunterricht erteilt, unb war als Hauslehrer tätig gewefen, als bie im ^ahre 1835 erfolgte Be* rufung $es Dr. 3. Vfl. 3oft an unfere Schule für ihn ein 21nlafj 3U ausgebehnter pdbagogifcher (Tätigkeit würbe. (Er übernahm bie bis bahin von Dr. 3oft ge=, leitete Schub unb penfionsanftalt für Jknaben, ber er 3ehn 3ahre lang vorftanb, bis fich 117m eine neue, bebeutungsvolle Berufstätigkeit eröffnete. 3m TCHnter 1844/45 fydt er in Berlin vor einem großen Ji>örerfcreife Por-- lefungen über bie Aufgabe bes Jubeittums unb feiner Bekenner, welche bie (örünbung ber <5enoffenfchaft für Reform im Jubentum 3ur; 5olge hatt^- €r würbe ber Schöpfer unb ber Mittelpunkt ber jübifchen Heformgemeinbe in Berlin, ber er bann 3ehn Jahre lang als (Drganifator, £e1)rer unb Schriftfteller feine beften Jftrdfte wibmete. Das Jahr 1848 brängte bie religiöfen Heformbeftrebungen' auch &ei ü)m in ben feintergrunb unb veranlagte ihn 3U ausgebehnter (Tätigkeit als Hebner unb Schriftfteller. So war alfo Stern bei feinem (Eintritt in Srankfurt ein TITann, ber fich als belehrter, Hebner, Schriftfteller unb pdbagoge bereits einen Hamen erworben h<*tte. (Er war ein begeisterter, gefintiungstüchtiger 3ube, ein bewahrter beutfd)er Patriot, ein Itlann von (Chara^erfeftigkeit unb fydfyex perfönlicher TDürbe. (Er felbft aber übernahm bie Aufgabe, bie feiner hier wartete, gern. 2lm 18. De3ember 1854 fchrieb er bem Schulrat: „(Es gereicht mir 3ur ehrenvollen (öenugtimng, baß ber TDohllöbliche Schulrat fich bahin entfchloffen hat mir bie Direktion biefes bebeutenbften jübifchen £ehrinftituts in Deutfchlanb als 2tmts* nachfolger eines fo ausge3eid?neten unb verbienftvollen Dirigenten, wie Herr Dr. &e|, 3U übertragen." Unb am 13. Sebruar 1855 fchrieb er berfelben Be* hörbe: „ dfcbe (f)ott ber TDirkfamkeit, ber ich nun entgegengehe, feinen Segen, wie es mein 'heiliger Dorfaij ift, mit voller Jaraft für bas Wofy unb (Sebexen ber 2lnftalt unb ber ihr anvertrauten Zöglinge 3U wirken." (Er fanb h^r eine Healfchule mit ungefähr 400 Schülern unb eine HTdbchenfchule mit etwa 200 Schülerinnen, eine 5requen3, bie wdhrenb feiner ganjen 2lmtsbauer ungefähr gleich blieb. Das Cehrerkollegium beftanb bei fernem *) Darunter „Porläuftge törunbleaung 3Ü einer 5prad?;pI)Uofopbte'', Berlin 1835; „Mae* meine Grammatik'', Berlin 1840.