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Programm · 1904-01-01 · 1904 · p. Seite 79

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Programm
Volume
1904
Date
1904-01-01
Page
Seite 79 (sequence 85)
Language
German
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Die Spiotanftalt. 79 12- Die gpielcroftolt Jm Juni 1839 h<*tte Sriebrich Sröbel, ber Ceiter ber Ci^iehungsanftalt 3U Jfteilf?au in S<^n?ar3burg, in bem eine Stimbe pon biefem (Drte entfernten Blankenburg eine 2tnftalt „3ur Pflege bes Bef^dftigungstriebes für Mntyeit unb Hugenb" eröffnet. TDdf^renb in ben feitherigen Jftteinkinberfchuten bie itinber rufyxg, gefeffen Ratten —. baher ber Harne „Stinten" - unb babei aucfyCefen gelernt fyatten, ging Sröbel barauf aus, (Seift unb Jftörper ber Jäinber vom 3arteften Hilter an bxxrd) Bemegungsfpiete, 3U benen er befonbere Spietgerdte erfanb, unb feigen gleichmäßig an3uregen imb aus3ubilben. Illit feiner Jiileim kinberfchxile perbanb er eine 2lnftdlt, in ber 3undchft nur junge )TTdnner 31t Pflegern unb Cx^ie^em Meiner J^inber ausgebilbet mxtrben. Sröbets ©ebanfce fanb allenthalben bei ben Jugenbbitbnern begeifterte Aufnahme; auch in Srankfurt fiel er auf fruchtbaren Boben. Der 3nftitutsporfteher Dr. 1. TPeil entf^loß fich fofort, feinem Jnftitxit eine 2tnftalt für Kleinere Knaben nad) Sröbetfchem Softem an3ugtiebern, unb entfanbte feinen Sohn Dr. Heinrich TPeil, ben fpdteren bekannten Profeffor ber Philologie, 3U Sröbel, um beffen TUethobe kennen 3U lernen. 2tuch %>e% gebachtt\mxt ber Bürger-- unb Heatfcrmle eine „Spietanftatt" 311 perbinben. Sröbel erfuhr pon biefer 2lbficht bes Oberlehrers burch &errn von Bemr?arbi; er fchlug fe>e% in einem \)<ix$\ü)zn Schreiben por, einen jungen JCehrer, etma i>errn feochftdbter, axif 4 bis 6 TDocr/en nach Blankenburg 3U entfenben. Der Schxilrat mar bamit einperftanben unb gewahrte bie ba3U erforberlichen TTIitteL 2lm 26. 2lugxift 1839 reifte \feochftdbter fyev ab. (Er kehrte am 7. Oktober 3urück unb erftattete am 10. (Dktober bem Schutrate einen Bericht über bie Sröbelfcf/e 2inftatt, bie auch ifm ent3ückt unb begeiftert hatte, xmb bie (Erforberniffe für eine fölche 2lnftatt. Der Schulrat Tpatte fchon (Enbe September buref; einen 2lufruf 3ur 2lnmelbung pon Jknaben ünb TTTabchen Pom pollenbeten 3. 3af/re an für bie neue Spietanftatt aufgeforbert. Das jährliche Sduxtgetb betrug bafür 15 ft. (TDeit nahm 24 unb 30 ft.), für bie Spielfachen mußte jebes Jftinb noch ft. 1.30 entrichten. 3m Jftompoftetl mar kein #aum für bie Spietanftatt. Daher mürbe ihr ein befonberes Cokat in ber Cangeftraße gemietet. Diefes Cokat mar aber fehr koftfpiefig, es koftete monatlich 40 ft. Daher mietete man Pom 1. Vftai 1840 an anbere, ebenfalls an ber Cangeftrajje gelegene #dume. Tim 1. Tlopember 1839 mürbe bie 2lnftalt eröffnet. 3hr Ceiter mar ber junge Cehrer 3efajas &ochftdbter, bem als (Sef;ilftri 2lugufte Bechholb, bie-Cochter bes Cehrers Jakob Bechholb, 3ur Sexte ftanb; Pom tlopember 1840 an teilten fich Jungfer Bechhofo unb Jungfer Carotine 2lbter in bie Aufgabe ber (Sehxtfin, am 1. 2lpril 1841 fd)ieb Srdutem Bechholb aus. Sur bie körperliche Pflege bernsteinen mar noch eine JTTagb angeftellt. Die jftinber konnten pon 10 bis 12 Uhr morgens unb 2—4 (im Sommer 3—5)1-Uf)r nachmittags an aßen Wochentagen axif3er Samstag unb Sonntag in ber 2lnftatt fein. &ochftdbter mar täglich pon 11 — 12 Uhr ba, für biefe Seit maren Befucfpe pon neugierigen erbeten. Seit 1840 mar auch oer £^hrer Cenblau-täglich Stunbe an ber 2lnftalt tätig..

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