Programm
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- Volume
- 1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 58)
- Language
- German
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52 Die 3litb<tcf?tftimbe imb ber 2lnbad)tfaal. Per Schutrat bemerkte bas mit Schmeiß. Jm 2luguft 1824 ertiefe er eine Bekanntmachung an bie (Eltern, in ber es ^ei^t: „Der Sd)utrat fie^t fid) t>eranlaßt, bie (Eltern ber in bie Sd)ule gehenben Jainber auf bas feiger vcxnad^ laffigte Befugen ber 2tnbachtftunbe bringenb aufmerkfam 3U machen. Diefe 3m* (Erweckung unb Belebung bes retigiöfen unb fitttidpen (Sefüf^ts errichtete 2lnftalt ift r>or3%tid? für Jainber wichtig, ba Ü)r 3artes, für alles ©ute empfängliches dkmüt hier (Einbrücke fammett, bie ihrem Hilter unb ihrer Saffungskraft angemeffen finb, unb bie in reiferen Jahren fie, oft ihrer unbemufet, von 2lbwcgen gurückh^en. Sür bie meiften Jainber ift überbies bie 2tnbachtftunbe ber einige IPeg, wo fie auf eine ihnen perftdnbttche IPeife ihr iugenbtiches üerj vov bem aufjchliefeen können, ber an ber ilnfchulb ber Jainber unb an bem rührenben (Debet biefer Heilten vov allem (gefallen finbet!i( 2lm Schlufe heifet.es: „Der Schulrat h°fft ^afe e5 n^ nö^Ö fe*n werbe, bie Jainber mit Strenge 3um regelmdfeigen Befud)e ber 2lnbachtftunbe anzuhalten, ba bie Cttern einfel)en werben, bafe biefe 2tnftalt lebigtich bas Befte ihrer Jainber be3meckt." 3m ilnfang würbe bie beutfche prebigt, welche ben wefentttchften 25tftanb' teil biefes (öottesbienftes bilbek — ein ßebdbud) ift in ihm, menigftens für bie Schüler, vor 1847 nie eingeführt worben — von perfchiebenen £e1)rem gehalten. Balb fcheinen nur Ji>efe unb, Jol)tfon biefe Aufgabe erfüllt 3U fyaben. Da aber beibe bie gan3e TPoche hinburch unterrichtlich ftark in 2tnfpruch genommen waren, ,&efe aufeerbem burch bie jCeitung ber Schule fel)r befchdftigt war, fo konnte pou ihnen keine gan3 regetmdfeige TDirkfamkeit für bie 2lnbacht geleiftet werben. Die Berufung Crei3enad?s (1825) erwies fich gerabe nach biefer Dichtung hin gan3 befonbers fegensreich. Seine Prebigten übten eine grofee 2ln3iehungskraft aus. Die 2lnbacht gewann eine immer gröfeere Bebeutung für bie (öemembe unb biefe entfchtofe fich balb ba%u, eineneigenen würbigen Haum für fie 3U fchaffen. Jm Januar 1828 würbe bie Schulfektion ber ifraetitifchen (ftemeinbe, von ber ifraetitifchen Permaltungsbehörbe angewiefen, fich pon Baufachterftdnbigen Porfchldge machen 3U taffen, wie ber im ii>ofe bes Jaorrtpoftetts befinbtiche fogenannte Jaücbenbau 3weckmdfeig unb anftdnbig 3U einem Cokal für bie 2Inbacht unb bie Schutprüfungen hergerichtet werben könne. Schon in bemfelben Jahre war ber Bau pollenbet, unb am 13. De3ember 1828 würbe ber neue Einbacht» faat feierlich eingeweiht. Die Steuerfektion bes dkmeinbeporftanbs feilte, um bie (Drbnung in bem neuen Betfaat 3U wahren, feft, bafe bie Si^e auf ber (SaHerie rechts Pom (Eingang nur von Sraum^immevn, bie links nur pon Herren 3U befe^en feien, unb bafe bie Herren beim (Eintritt bie Mte abzunehmen hatten. Der freie (Eintritt parterre \tanb aufeer ben Schülern, jCehrem unb beren Srauen, ben Cehrerinnen unb ben Schulratsmitgtiebern nur ben TITitgtiebern bes dkmeinbe* porftanbs 3U, fowie Sremben; \)\z\\a,e Bürger mufeten fich Wx e^nen V^a% .Tnieten; balb waren alle pid^e permietet. Der Schutrat erliefe am 10. 2lpril .1829 eine Bekanntmachung, in ber er ben Anfang ber ^Inbachtftunbe auf 10 Uhr Pormittags an jebem Sabbat feftfe^te — bis bahin war bie 2lnbacht an jebem