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Programm · 1904-01-01 · 1904 · p. Seite 8

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Programm
Volume
1904
Date
1904-01-01
Page
Seite 8 (sequence 14)
Language
German
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8 (Örünburtö bes fflüantijxopins. jübifche Jugenb jener Seit bie beutfd)e Sprache in if?rer Kein^eit unb 2lnmut kennen, an Ceffings ITathan gerebelte fid) ihre Xebensauffaffung, Schillers (5ebid)te aber unb Don (Carlos nmrben r>on ber bilbungsburftigen Jugenb bes (Sl^etto mit heftiger Begier gelefen unb erfüllten fie mit Begeifterung für alles Hohe unb Cr^abene. 2lm mdchtigften jebod? wirkten bie Seitereigniffe auf (öeifenl)eimer ein. TDie moebte bem im Dunkel unb in ber Jmtechtfchaft bes (öbetto geborenen unb fyerangemadtfenen begabten unb aufftrebenben Jüngling bas Hei*3 fid? ergeben, „als fid) ber erfte (Ölang ber neuen Sonne fyeranfyob, als er!)örte t>om Hechte ber rilenfehen, bas allen gemein fei"! Sein Lerneifer beflügelte fid?, er ftrebte hinaus aus ber (Enge bes Heimatortes unb trat ju Düffelborf in ein kauf^ mdnnifd)es (öefd)dft ein. 1Tid?t aus TCeigung würbe er jkaufmann. „Da id? bermalen", fo berichteter, „leiber keinen anbexn TPeg fah, fo fucfyte id) mich in ben kaufmdnnifd)en TPiffenfd)aften aus$nbilben.il /Hafd? gebiel? er in bem nun einmal gemäfylten Berufe 3ur Tüchtigkeit, er eignete fid) bie für benfelben erforberlidpe allgemeine Bilbung unb insbefonbere frembfprac^licbe Jftenntniffe an, marb ein TTteifter im Hedmen unb in ber Buchhaltung, unb fo erhielt er im 21Iter von 19 Jal)ren eine Stelle in ber \)ie\iQjtn bamaliqen Wavenfyanblung, von VTi. 21. Hothfchilb. (Er mürbe Buchh<*fter unb mürbe, ba er balb bas Vertrauen feines Herrn gemann, vielfach ju (öefchäftsreifen vexwanbt Seine ITtußeftunben vermenbete er 3U feiner Sortbilbung. (Er trat in eine jener \)iex in ber Juben-- gaffe beftehenben Cefegefellfcbaften ein, meldte neben ber 5ortbil6ung ihrer 3Tlitglieber burd? Cektüre auch für begabte arme jübifd)e Jftinber bas Schutgelb bellten. (Seifenheimer erteilte felbft einigen armen jftinbern Privatunterricht im Hecfmen. (Er mar ber (Eifrigfte von allen, bie barauf ausgingen, ber \jexan* machfenben jübifchen Jugenb 3U gewähren, mas ihnen felbft in ihrer Jainbheit verfagt mar: einen Unterricht in ben für bas teben mißlichen lehrgegenftänben. Äeinem Geeigneteren hdtte TIT. 21. Hothfchilb bie Sürforge für feinen Sinbling übertragen können. 3m 2tnfang hat mohl Hothfd)ilb für ben Sknaben — er \}ie% lllofes Samuel Weinixaub unb mar nach feiner Eingabe am 20. ITfdrg 1790 in Brobi? in (Saligien geboren — alle erforberlichen llTittel 3ur Perfügung gefteüt. Da aber (Mfenheimer eine pollftdnbige, mehrere Ja1)re umfaffenbe 21usbilbung ins 2luge faßte unb in allem unabhängig fein wollte, fo veranftaltete er 311 biefem Swedt eine Subfkription. Balb verfügte er über mehr, als für einen Jknaben nötig mar, aber Zugleich brdngte fleh ilmt bie £atfad)e auf, ba% für t>tele arme Mnbex ber ^tefigen Jubengaffe bas gleiche Bebürfnis eines 3eitgemäßen Unterrichts unb einer entfpreebenben Ziehung beftanb wie für ben feiner Sürforge anvertrauten fremben Mnaben. (Er faßte alfo ben föebanken, bie TPohltat 3U verallgemeinern unb fyiex eine Schule unb (Er3iel)ungsanftalt für arme jübifd)e Mnbex 3U grünben. 2lm 1. Januar 1804 traten fytx in ber Jubengaffe vier bem Jftaufmanns* ^tanbe angehörenbe junge TITänner: Siegmunb (Seifenheimer, Jfaak TTIichael 2teis, Jfaak Hirfch Stiebe! uhb Daniel Hirfd? Mulv v$u* fammen unb „vtxbanben fich" — mie es in bem barüber aufgenommenen Protokolle

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