Programm
- Journal
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- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
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zu Michaelis, ferner der Religionslehrer Herr Dr. Brüll mit Ablauf des Schaljahrs; durch einen plötzlichen Tod wurde uns Herr Oberlehrer Dr. Dobriner am 25. November 1902 entrissen. Prof. Dr. Adolf Mannheimer ist nach Ablegung der Staatsprüfung Michaelis 1873 in unsere Schule getreten, legte hier 1873—74 sein Probejahr ab, war dann bis 1879 als ausserordentlicher Lehrer tätig und erhielt am 25. Juli 1879 die Ständigkeit. In den ersten Jahren wurde er. in der Real- und Mädchenschule, seit. 1878 nur in der letzteren beschäftigt; er erteilte hier den deutschen, geschichtlichen und geographischen Unterricht, namentlich in den oberen Klassen; 1896 erhielt er das Prädicat als Professor und den Rang der Räte IT. Klasse. Neben seinem unterrichtlichen Wirken entfaltete Prof. Mannheimer, namentlich im letzten Jahrzehnt, eine umfassende litterarische und Vortragstätigkeit im Interesse der "Volksbildung; diesen Bestrebungen verdanken eine grössere Schrift „Die Bildungsfrage als sociales Problem" sowie eine Reihe von Aufsätzen in verschiedenen Zeitschriften, besonders in den „Gemeinnützigen Blättern für Gross-Frankfurt" ihr Entstehen. Leider vermochte sein Körper auf die Dauer der aufreibenden Tätigkeit nicht standzuhalten; seit Beginn des Winterhalbjahres 1899 war er bald kürzere, bald längere Zeit durch Krankheit genötigt der Schule fernzubleiben. Da er die ihm lieb gewordenen Bestrebungen für die Hebung der Volksbildung nicht aufgeben wollte,, entschloss er sich im September 1901, beim Schulrat den Antrag auf Versetzung in den Ruhestand zu stellen; im Hinblick auf seine langjährige Wirksamkeit gewährte ihm der Schulrat mit Zustimmung der staatlichen Aufsichtsbehörde zunächst einen einjährigen Urlaub und willfährte nach Ablauf desselben, Michaelis 1902, seinem Wunsche. Am 26. September fand in Gegenwart aller Schülerinnen, des' früheren Leiters, Herrn Direktor Dr. Baerwald, der Mitglieder des Schulrats und Lehrerkollegiums die Abschiedsfeier für den scheidenden Lehrer in feierlicher Weise statt; wenige Tage später konnte der Direktor Herrn Prof. Mannheimer den Roten Adlerörden A. Klasse überreichen, der ihm von Sr. Majestät dem Kaiser und König als Anerkennung für seihe Wirksamkeit im höheren Schuldienst verliehen worden war. Seit seiher Pensionierung widmet sich Herr Prof. Mannheimer mit noch regerem Eifer den Bildungsbestrebungen; insbesondere ist er bemüht, das Interesse für sein Lieblingsfach, die Philosophie, in weitere Kreise zu verpflanzen, das gegenwärtige Geschlecht für eine höhere Welt- und L^bensanschauung empfänglich zumachen. Diesem Zweck dient auch seine jüngst erschienene Darstellung der Philosophie der Griechen, die bereits eine zweite Auflage erlebt hat. Wir wünschen dem verdienten Gelehrten weiterhin frische Kraft für sein Arbeitsgebiet und weitere erfreuliche Erfolge. Mit Prof. Mannheimer schied von uns. Frl. Caroline S.chierholz, die 1870 das Amt der Zeichenlehrerin an unserer Mädchenschule übernommen hatte. Eine treffliche Schülerin des Prof. Becker hat Frl. Schierholz durch mehr als drei Jahrzehnte in Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit ihres Amtes gewaltet und es verstanden, die Schülerinnen zum Anschauen zu leiten und ihr ästhetisches Gefühl zu entwickeln. Als Anerkennung und in dankbarer Gesinnung für ihr verdienstvolles Wirken hat der Schulrat Frl. Schierholz ein Ruhegehalt gewährt, das der verehrten Greisin ermöglicht, die noch hoffentlich zahlreichen ihr Geschiedenen Jahre sorgenfrei zu verleben.