Programm
- Journal
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- Volume
- 1902
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 46)
- Language
- German
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war, festlich begehend Die Glückwünsche des'.Schulrats zu diesem Tage übermittelte in herzlichen Worten der Vorsitzende, Herr Stadtrat A. Horkheimer; namens der Mitarbeiter feierte der Direktor den pflichttreuen, anregenden, erziehenden Lehrer, den trefflichen Geschichtsforscher, den wackeren Genossen. Frühere Kollegen und Schüler bewiesen durch ihr Erscheinen oder durch herzliche Zuschriften das innige Verhältnis, das sie mit dem Jubilar auch nach der Trennung von der Schule verknüpfte. Möge es dem verdienten Lehrer vergönnt sein, noch manches Jahrzehnt in gleicher Weise zu reichem Segen zu wirken! Aus dem Lehrercollegium ist am Ende des vorigen Schuljahrs der Hilfslehrer Herr Aloys Meister geschieden, um eine Lehrerstelle an der neubegründeten Sachsenhäuser Realschule zu übernehmen. Seit October 1896 hat Herr Meister den Gesangunterricht an unserer Anstalt erteilt und durch die Art seiner Unterweisung die Schüler mit Lust und Liebe zum Gesang erfüllt. — Die Vereinigung des gesamten Schreibunterrichts in einer Hand hat auch bis auf weiteres die Beschäftigung des Herrn Lehrer Pörtner, der seit drei Jahren diesen Unterrichtsgegenstand in der Mädchenschule mit vorzüglichem Erfolge.versahr entbehrlich gemacht: Beiden Lehrern bleibt die Schule für ihre Dienste zu herzlichem Danke verpflichtet. Die ordentliche Lehrerin Frl. Rosie Stern, die bereits in dem Winterhalbjahr 1900/01 nur einen Teil ihrer nnterrichtlichen Thätigkeit ausübte, war während des ganzen Schuljahrs zum Zweck der Vorbereitung für die Oberlehrerinnenprüfung beurlaubt und wurde von ihrer Schwester, Frl. Cäcilie Stern, vertreten. Die Regelmässigkeit des Schulunterrichts erlitt infolge mehrerer Krankheitsfalle innerhalb des Lehrercöllegiums mannigfache Störungen, die sich indes bei dem bereitwilligen Entgegenkommen der Mitglieder des Lehrercöllegiums jedesmal bald beseitigen Hessen. Zu besonderem Dank ist der Unterzeichnete Herrn Oberlehrer Dr. Cohn verpflichtet, der selbst übermässige Belastungen im Interesse der Schule auf sich nahm. Wenige Tage nach Beginn des Schuljahrs erkrankte Frl. Josephine Meier, die bereits im vergangenen Schuljahr häufig den Unterricht aussetzen musste, aufs Neue und musste bis zum Schluss des Sommerhalbjahrs beurlaubt werden; ihre Vertretung übernahm mit Genehmigung der vorgesetzten Behörden die Lehrerin Frl. Selma Baerwald, die Tochter des hochverdienten früheren Leiters unserer Anstalt. Bei Beginn des Winterhalbjahrs war Frl. J. Meier nur soweit gekräftigt, dass sie einige wenige Stunden erteilen durfte; in den übrigen Stunden musste sie auch weiterhin durch Frl. Baerwald vertreten werden. Ihr andauernd wenig günstiger Gesundheitszustand veranlasste die Lehrerin leider zu dem Entschluss, ihre Versetzung in den Ruhestand mit Ablauf des gegenwärtigen - Schuljahrs nachzusuchen; unter warmer Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste hat der Schulrat das Gesuch genehmigt. Nur wenige aus,der langen Reihe der Lehrer und Lehrerinnen haben in so festen und innigen Beziehungen zu. unserer Anstalt gestanden wie die scheidende Collegin; an unserer Schule empfing sie in den Jahren 1857—1867 ihre Vorbildung, ihr widmete sie sich unmittelbar nach bestandener Lehrerinnenprüfung von Ostern 1870 ab mit voller Hingebung in unermüdlicher Pflichttreue und legte in Generationen von Schülerinnen eine treffliche Grundlage der Bildung und Gesittung: Möge ihr ein von jedem Ungemach freies Leben fortab beschieden sein!