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Programm · 1902-01-01 · 1902 · p. Seite 11

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Journal
Programm
Volume
1902
Date
1902-01-01
Page
Seite 11 (sequence 10)
Language
German
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gegenstände in gewünschter Qualität und Quantität und zur gewünschten Zeit durch Vermittlung des Kaufmannes, ohne sich um den Bezug von den Produktionsstätten bekümmern zu müssen; er erhält die Waren -aber in der Eegel auch relativ billiger als beim direkten Bezüge, da der Handel, durch Sachkenntnis und berufliche Übung unterstützt, die Waren am Orte der billigsten Preise einkauft und sie auf den wohlfeilsten Wegen herbeischafft. IV. Gewaltig ist die Aufgabe des Handels im Laufe der geschilderten Entwicklung gewachsen. Noch im Mittelalter mit Widerstreben zugelassen und durch städtische Verwaltungsmassregeln bekämpft, ist der Handel der neuesten Zeit zu einem der wichtigsten Organe der Volkswirtschaft geworden. Ungeheuer haben sich die ihm unterworfenen Waren vermehrt. Beherrschten einzelne Luxusgegenstäncle die Handelstätigkeit langer Zeiten, so nehmen gegenwärtig Massenartikel, wie Nahrungsmittel und industrielle Kohstoffe die erste Stelle im Handel ein. Die Grösse der Aufgabe und die Notwendigkeit, sich den neuen Verhältnissen anzupassen, haben aber auch im Handel eine Entwicklung hervorgerufen, die seinen Betrieb völlig veränderte und ihm jene Ausgestaltung gab, die wir heute als ein noch nicht abgeschlossenes Ergebnis vorfinden. Vor allem haben die modernen Transportmittel die Thätigkeit des Kaufmannes beträchtlich eingeengt und dadurch vereinfacht. In den Eisenbahnen und Dampferlinien sind billige und leistungsfähige Verkehrswerkzeuge für Güter und Personen geschaffen, Telegraphen und Fernsprecher überwinden im Verein mit einem billigen und raschen Nachrichtenverkehre die Hindernisse räumlicher Trennung. Sie umschlingen die civilisierte Welt mit einem festgeknüpften Verkehrsnetze, das, durch den Handel belebt, grosse Warenmassen von Ort zu Ort, von Weltteil zu Weltteil bewegt«. Diese Anstalten verbürgen die Easchheit und Pünktlichkeit der Transporte und eine wohlfeile Versicherung deckt gegen die Gefahren, welche den Waren unterwegs drohen. Der Handel wird — das ist die nächste Folge dieser Entwicklung — sesshaft. Der Kaufmann braucht seine Transporte nicht mehr zu begleiten und ist dadurch der mechanischen Thätigkeit ledig, welche ihn in früheren Zeiten besonders stark in Anspruch nahm. Die Ausübung des Handelsberufes ist aber auch nicht mehr vom Besitze so grosser Kapitalien abhängig wie ehemals; der Kaufmann benötigt nicht mehr eigene Schiffe und andere Fahrzeuge und ein weitverzweigtes Bankwesen verstärkt seine Mittel durch Diskontierung seiner Wechsel oder Belehnung seiner Waren. Für die Einlagerung der Waren sind Anstalten von Gemeinden, vom Staate und von privaten Unternehmungen errichtet worden, und in immer steigendem Masse erfolgt die Lagerung in solchen Lagerhäusern sowie in den Speichern der Transportanstalten oder der Zollverwaltungen. Die Sesshaftigkeit bewirkt, dass sich besondere Handelszweige ausbilden, die den Kaufmann beijVertragsabschlüssen! an fremden Orten vertreten. Es differenziert sich dadurch die Technik des Handels, selbständige Berufe sondern sich ausdem Komplexe der kaufmännischen Thätigkeit ab und treten, die Arbeit des Kaufmanns ergänzend, in den Absatzprocess ein; Im Verkehre auf grosse Distanzen wird der Kommissionär in

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