Programm
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- Volume
- 1902
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 9)
- Language
- German
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16 - freien Konkurrenz im internationalen Verkehre und damit zur Einführung des Freihandels kam es zwar nur in England. Aber auch die übrigen Staaten brachen mit den merkantilistischen Principien; sie nahmen ein System von Schutzzöllen an, das die auswärtige Konkurrenz nicht aussehliesst sondern nur mildert, insoweit als dies durch das nationale Interesse geboten erscheint. In der Zeitperiode, welche hinsichtlich der wirtschaftspolitischen Massregeln betrachtet wurde,, erfährt das Bild, das uns in den wirtschaftlichen .Zuständen des Mittelalters entgegentrat, eine völlige Umgestaltung. An die Stelle kleiner Wirtschaftsgebiete tritt, wie erwähnt, die moderne Volkswirtschaft, das Zusammenwirken einer ganzen Nation-an den Avirtschaftlichen Aufgaben begründend. Dies führt zu einer immer fortschreitenden Verteilung der zu leistenden Arbeit und zu einer Neugruppierung der Produktion, indem sich .'diese denjenigen Orten anschliesst, welche, > durch natürliche oder gesellschaftliche Verhältnisse begünstigt, eine wohlfeile und geregelte Erzeugung gestatten. . Dadurch, dass sich nun die Produktion auf gewisse Standorte verteilt, entfernt sie sich von jenen Orten, an welchen ihre Erzeugnisse verbraucht werden sollen. Producent und Konsument verlieren die gegenseitige Fühlung'und es muss mit Notwendigkeit eine selbständige Mittelsperson, der Kaufmann, zwischen die beiden Endglieder sich einschieben. Und das Arbeitsgebiet des Handelswächst um so mehr, je weiter .die Arbeitsteilung um sich greift, je mehr sich -— wie es in mancher Beziehung der .Fall ist -—die Volkswirtschaft zur Weltwirtschaft erweitert, welche den Einzelnen mit zahllosen anderen Personen in den entlegensten Gebieten in Verbindung bringt. Neben dieser extensiven Umgestaltung ist auch die Struktur der Wirtschaft eine andere geworden. Den Ausgangspunkt für diese Umwälzungen bietet die Einführung der Dampfkraft in den Produktionsprocess. Arbeitsparende Maschinen werden in den Dienst des Gewerbes gestellt, sie schaffen die modernen Fabriksbetriebe, welche Massen von Produkten auf den Markt bringen; daneben bleibt wohl der handwerksmässige Kleinbetrieb bestehen, wenn er auch in vielen Zweigen der Fabrik, weichen musste. Sein Wirkungskreis wird aber immer enger und vornehmlich auf . den lokalen Bedarf beschränkt, soweit dieser individuelle Befriedigung fordert. Das Handwerk kann daher den Absatz seiner Produkte selbst besorgen. Der fabrikmässige Grossbetrieb vermag dies aber nicht, ihm muss in der Regel ein wohlgegliederter Handel zur Seite stehen; das grosse, in den Fabriken investierte Kapital erfordert einen kontinuierlichen Betrieb; dieser wiederum setzt ununterbrochen einlaufende Aufträge voraus, deren Besorgung nicht dem mit der-technischen : Leitung erfüllten Fabrikanten obliegen kann, sondern einem selbstständigen . Händler. Überdies ist der Fabrikant oft auf die Mitwirkung des Handelskapitals angewiesen. Der Absatz an den Konsumenten vollzieht sich in kleinen Mengen, der Producent ist wegen seiner Massenerzeugung genötigt, die Waren im Grossen abzusetzen. Hier hilft der Handel, "indem er die Waren im Grossen übernimmt und den Fabrikanten vor der Austeilung der Waren an die Konsumenten in den Besitz jener Mittel gelangen lässt, welche er zur Bezahlung der "Löhne, zur, Beschaffung der Rohstoffe u. s. w. braucht. In erster Reihe kommen diese Leistungen des Handels dein Producenten zu statten; aber , auch der Konsument zieht aus ihnen bedeutenden Nutzen. Er empfängt alle Bedarfs-