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Programm · 1900-01-01 · 1900 · p. Seite 42

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Programm
Volume
1900
Date
1900-01-01
Page
Seite 42 (sequence 41)
Language
German
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amtlichen Lehrpläaen in Einklangzu kommen. — Ya\ü\ öchluss erwähnen wir noch die Progninnnabhandlungen1), die dein Andenken bedeutender Männer gewidmet; sind, insbesondere solcher, die an der Schule-gewirkt haben. Es ist begreiflich, dass der Augenblick sich-noch nicht eignet, die Bedeutung des Mannes für unsere Schule voll zu würdigen, der ihr durch ein Menschcnalter .sein Gepräge aufgedrückt hat; die Ereignisse und Entwicklungen liegen zeitlich noch in zu geringer .Entfernung hinter uns. Es muss daher einer späteren Zeit überlassen bleiben, die Geschichte des Philanthrop!ns und seines Direktors von 1868—1899 zu schreiben. Wir haben eines überaus schmerzlichen Verlustes zu gedenken, der die Schule und das Kollegium betroffen hat. Herr Professor Dr. R-obert Steinhard erkrankte gleich nach Schluss des Sommersemesters und starb am 25. Oktober, seinem 50. Geburtstage- Sonntag den 29. geleiteten wir ihn zur letzten "Ruhe. Herr Dr. A. .BrüTI sprach an .der Bahre .im Kamen des Schuirats und des Kollegiums ergreifende Abschiedsworte. Montag früh versammelten sich die Schüler und Schülerinnen zu einer Trauerfeier im . Turnsaale, •. bei derder Unterzeichnete dem Schmerz um den Kollegen, der so plötzlich durch ein. grausames Leiden in dem besten Mannesalter von seinem Wirken abberufen worden, Ausdruck gab. '— Robert-SteinIi ard wurde am 25. Oktober 184y zu Hiidburghausen geboren. Sein Vater war Lehrer an dem Herzoglich Mein ingen'schon Lehrerseminar und zugleich "Eoligionslchrer der israelitischen Gemeinde zu Hildburghausen, ein vielseitig gebildeter Mann, der neben hebräischen noch anderen, insbesondere geographischen, Studien oblag. Er war Mitarbeiter an dem grossen Meycr'schen Conversationsiexikon und hat sich durch selbständige geographische Werke bekannt gemacht. -Seinem Sohne wurde also das Glück zuteil, schon im elterlichen Hause geistige Anregung in reichem Masse zu empfangen. Ostern .1859 trat der zehnjährige Eobe.rt Stehihard in die Sexta des' Herzogliehen Gymnasiums ein und zeichnete sich dort stets durch seinen Fleiss und seine Begabung aus. April .1868 bezog er mit-dem Zeugnis der Reife die .Universität Leipzig um sich dem Studium der alten Sprachen zu widmen. Er beschränkte sich aber nicht auf diese Fächer, sondern suchte nach allen Seiten sein Wissen zu bereichern, Neben geschichtlichen und philosophischen Studien' trieb er auch Gotisch und 'Sanskrit; seine hebräischen Kenntnisse vertiefte er unter Leitung von-Professor Fürst, in dessen Familie er freundschaftlich verkehrte. Im Sommer. 1872 brachte er seine Studien auf -der Berliner Universität zum- Abschluss. Er war gerade mit der Abfassung der Prüfungsarbeiten beschäftigt, als er im Dezember 1872 einen Ruf" an unsere Schule erhielt. — Er trat an die Stehe des Herrn Dr. Albert Bi eisenowsky. — sein Name ist in den letzten' Jahren durch seine vortreffliche Goethe-Biographie auch weiteren Kreisen bekannt geworden- — der wegen eines nervösen Leidens seine Thätigkeit einsteilen musste. Im Jahre 1873 legte Robert Steinhard die Staatsprüfung ab und erwarb die Lehr- *) a. Zur Erinnerung an Lazarus. Geiger. Progr. 1871. b. Moses Mendelsohn. Eine Sclmlrede. Progr. lS86. c. -.Dr-. Jakob Auerbach. Progr. 1888. d. Emil Strauss. Progr. 1S92.

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