Programm
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- Volume
- 1896
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 8)
- Language
- German
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der Verfasser — der Shakespeare-Dramen aus. Mag nun der letztere auch die erste Veröffentlichung seiner transatlantischen Kollegin (in Putnam's Monthly, January 1856) gekannt haben und durch dieselbe zu seiner Behauptung und deren weiterer Ausführung 10 angeregt worden sein oder nicht: schon hier scheiden sich die Wege zwischen der reinen Bacontheorie. von Smith — der allerdings Shakespeares Anrecht auf die Sonette zugiebt — und der sogenannten Junta-(Misch-> Theorie, als der Ansicht derjenigen, die, im Anschluss an die Ausführungen der amerikanischen Shakespeare-Gegnerin, in den Dramen eine gemeinsame Arbeit mehrerer Verfasser — nach Delia Bacon wäre dies in erster Linie ihr berühmter Namensverwandter und Sir Walter Raleigh — erkennen wollen19. Auch der Gedanke, dass in den Dramen eine auf den wahren Verfasser hindeutende Geheimschrift zu finden sein müsse, begegnet uns zuerst in dem im Jahre 1857 erschienenen dickleibigen Buche der Miss Bacon, dessen breite und unklare Schreibweise, verbunden mit merkwürdigen Einfällen selbst Freunden der Verfasserin und ihrer Theorie Bedenken einflösste; was jedoch nicht verhinderte, dass diese und ähnliche abenteuerliche Ideen bis in unsere Zeit hinein immer wieder Vertreter und Gläubige fanden. II. Uebersicht über die wichtigsten Schriften zu gunsten der Bacon-Theorie. Im weiteren Verlaufe der nun für England und Amerika akut gewordenen Streitfrage entwickelt sich dieselbe bald zum Baconismus strengster Observanz, neben dem hie und da auftauchende Spielarten nur ein kümmerliches Dasein fristen, ohne doch bis auf den heutigen Tag ganz auszusterben. Es ist als Beweis der Entwicklungsfähigkeit des einmal in die litterarische Welt beider Hemisphären eingedrungenen Keimes interessant zu beobachten, nach wie vielen verschiedenen Richtungen seit dem Auftauchen der Zweifel an Shakespeares Anspruch auf seine Werke die Phantasie der gläubigen Zweifler ausartete. Die thatsächlich „welterschütternde" Entdeckung der amerikanischen Lehrerin, die nicht lange nachher (i. J. 1859) in Geistesumnachtung 20 starb, hat nach mehreren Seiten hin Schule gemacht. Während einerseits der reine Baconismus üppig fortwucherte, sprossen daneben Auswüchse hervor, wie die Raleigh-Theorie des Australiers Caldwell, der dasselbe von dem geistvollen Seemann und Schriftsteller Walter Raleigh — nach Delia Bacon einem Mitarbeiter an den Shakespearischen Werken — unwiderleglich bewiesen zu haben glaubte, was das Dogma der Baconianer von ihrem Abgott behauptet. Auch die Annahme Delia Bacons von der Vereinigung mehrerer Autoren zur Herstellung der Werke Shakespeares — übrigens der einzige brauchbare Gedanke der ganzen Theorie — wurde zu Ende der 8Öer Jahre von dem mit Unrecht als Baconianer verschrieenen amerikanischen Advokaten Appleton Morgan 21 aufgenommen und in mehreren, im Jahre 1881 in einem Buche zusammengefassten, Abhandlungen ohne Hinweis auf bestimmte Namen ausführlich erörtert. Ihn vereinigt mit den Bacoriianern im wesentlichen nur die negative Seite der Frage, der Zweifel an Shakespeares Verfasserschaft, doch lässt er ihn wenigstens die ihm — in seiner 2