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Programm · 1896-01-01 · 1896 · p. Seite 5

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Journal
Programm
Volume
1896
Date
1896-01-01
Page
Seite 5 (sequence 4)
Language
German
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„Geist ersann und schrieb auch alles, was den Namen Francis Bacon trägt, müssen „wir lernen, in ihm einen Genius zu verehren, wie die Erde vor und nach ihm „keinen zweiten kennt". Zu noch höherem Schwünge hatte schon früher den ersten deutschen Baconianer die Begeisterung hingerissen, der,5 Bacon als geistigen Herakles preisend, seine Darstellung mit den poetischen Worten schliesst: „Der „Heros thront jetzt im Rathe der Götter, Pallas Athene, die ewige Weisheit, küsst „ihren Liebling auf die Stirne, und Phoebus Apollo, dessen Leier er zu spielen „verstand, wie Keiner, reicht ihm den Lorbeerkranz der Unsterblichkeit". Gleich einer Parodie auf die Forschungen und Ergebnisse der Wissenschaft klingen solche Worte jedem, der die klaren und wohl begründeten Ausführungen eines K. Fischer und Gervinus über die zwischen den Anschauungen der beiden grossen Zeitgenossen bestehenden natürlichen Übereinstimmungen6 unbefangen auf sich wirken lässt. Denn dort ist die Quelle, an der sich jeder, der nicht voreingenommen ist, über das Verhältnis Bacons zu Shakespeare belehren kann. Sie bilden die wesentlichen Grundlagen für die Betrachtung dieser Frage in den hervorragenden neueren Arbeiten über Shakespeare — um von den zahlreichen englischen Forschern abzusehen — von deutschen Gelehrten wie Karl Elze, in neuester Zeit Bernhard ten Brink, Alois Brandl und der z. Z. noch im Erscheinen begriffenen Shakespeare- Biographie von Georg Brandes.7 Über Bacon selbst aber bietet ausser dem berühmten, aus Anlass der M o n t a g u'schen Biographie i. J. 1837 erschienen Essay Macaulay's die neueste sorgfältige Ausgabe seines Lebens und seiner Schriften von Spedding8 gründliche Belehrung. Aber es genügt in unserem Falle nicht, nur auf das positiv Gute hinzuweisen, das für jeden Unbefangenen die in der Bacon-Theorie liegenden Missverständnisse und wissenschaftlichen Irrtümer klar stellt. Es soll auch nicht geleugnet werden, dass die dieser Theorie zu gründe liegenden Angriffe auf Shakespeares Autorschaft manches für den Laien Bestechende enthalten, dem gegenüber nicht jedermann in der Lage ist, sich von der Unhaltbarkeit des seitens der Angreifer Vorgebrachten durch die von der Forschung dargebotenen Mittel zu überzeugen. (Vergl. die mehrfach, besonders Anm. 14 angeführten Gegenschriften, sowie die Ausführungen im zweiten Teile dieser Schrift.) Da- - durch hat ^es geschehen können, dass im Laufe der Zeit selbst mancher unbefangen Denkende zum mindesten schwankend geworden ist, geblendet von der immer grösser werdenden Sicherheit des Auftretens der Antishakespeareaner, zumal seitdem es den Verbreitern der neuen Lehre gelungen ist, sie auch bei uns in Deutschland, heimisch zu machen. Lange haben die Vertreter der Wissenschaft sich gegen die Anerkennung dieser Thatsache und noch länger gegen die daraus folgende Notwendigkeit energischer Zurückweisung derselben gesträubt. Daher hat man bei uns verhältnismässig spät dem Übel zu steuern gesucht, dann aber allerdings mit dem Aufgebot aller Hilfsmittel der wissenschaftlichen Forschung. Es lag dabei den Vertretern der Wissenschaft, gewiss nicht ohne Berechtigung, der Gedanke nahe, dem tenJBrink in seinem „Shakspere" mit den Worten Ausdruck giebt: „Wer

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