Programm
- Journal
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- Volume
- 1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 35)
- Language
- German
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_ 36 — "Wir gelten weiter unten ein Verzeichnis der im Laufe des Jahres für diese Stiftung eingegangenen Geschenke, Vermächtnisse .uncL anderen Gaben; wir sprechen für alle Zuwendungen im Namen der Schule unsern herzlichsten Dank aus und empfehlen die Förderung dieser wohlthätigen Stiftung allen Freunden unserer Schule angelegentlich. 2) Die JuÜUS May'Sehe Stiftung. Herr Julius May, geboren den 11. November 1826 zu Rödelheim, gestorben kurz nach seinem "Wegzuge aus Frankfurt a. M. am 24. Oktober 1890 zu Ixelles bei Brüssel, hat in seinem Testamente mit einem Kapital von Mk. 35,000 eine seinen Namen tragende Stiftunggegründet, deren Zinsen nach dem freien Ermessen des Schulrats zum Besten der Schule, zur Verbesserung und Erweiterung des Unterrichts, der . Lokalitäten, Einrichtungen, Apparate etc. verwendet werden sollen. (Näheres siehe im Programm unserer Schule vom Jahre 1891 S. 26.) Mit den Mitteln dieser Stiftung wurde im Beginn des Winterseraesters 189.2/93 der Handfertigkeitsunterricht an unserer Schule eingeführt und wird seitdem als wahlfreier Unterricht, an dem sich jedoch fast alle Schüler der IV a und IVb beteiligen, regelmäßig .erteilt. Von den Schülern wirdnicht blos keinerlei Zahlung für den Unterricht geleistet, sondern es werden ihnen das erforderliche Handwerkzeug und alle Materialien kostenfrei geliefert. Die Ergebnisse dieses Unterrichtszweiges, über welchen oben S. 12 berichtet worden ist, sind sehr befriedigend. Außerdem wurden vom Schulrat aus den Mitteln dieser Stiftung Mk. 200 zur Vermehrung der Schülerbibliothek bewilligt. 3) Die Jacques Lauterbach genannt Schoenewald'sche Stiftung. Es sind eben 84 Jahre, seitdem der Begründer dieser Stiftung, Jacob Moses Schoenewald, am 25. Februar 1810 in unsere Schule eintrat. Geboren zu Schoenewald (Baden) am 10. Januar 1803, wurde er, 7 Jahre alt, von seinem Onkel Joseph Simon hier im Philanthropin angemeldet, und da er unbemittelt war,- als Freischüler aufgenommen; Isaac Elias Eeis wurde ihm als Vormund bestellt; er blieb bis 1819 in unserer Schule. Tief in seinem Herzen wurzelte die Dankbarkeit für dasj was ihm hier geworden war. Als er 70 Jahre alt geworden, schrieb er am 22. Juni 1873 zu Paris, wo er sich niedergelassen hatte, in sein Testament: „Ich habe in den Jahren 1810 bis 1819 in der „Philanthropin oder ßeal- und Volksschule" genannten israelitischen Schule zu Frankfurt a. M. unentgeltlichen Unterricht empfangen. Dadurch bin ich in den Stand gesetzt worden, auf anständige Weise mein Brot zu verdienen und durch meine Arbeit unter Gottes Beistand das kleine Vermögen zu erwerben , welches ich heute besitze. Deshalb vermache ich dieser Schule eine Jahresrente von 2000 Francs . . . Diese Schenkung soll dazu verwendet werden, um für zwei oder mehrere arme israelitische Knaben das Schulgeld, die Bücher etc., ferner einfache, aber7 gute Kleidung und, wenn erforderlich, auch Verköstigung zu beschaffen, sowohl während der Zeit ihres Schulbesuches, als auch um ihnen nachher, währen'd"ihrer ganzen Lehrzeit, sei es, daß. sie sich einem Handwerk, einer Kunst oder dem Kaufmannsstand widmen, die für ihre Verpflegung und sonstigen Bedürfnisse unumgänglich erforderlichen Mittel darzubieten ... . . Die Zöglinge sollen immer unter der Bezeichnung „Zöglinge der Jacques Lauterbach genannt Schoenewald'schen Stiftung" in die Schule aufgenommen werden; .^tfenn es ist mein Wunsch, ^$ass mein Name immer in-den Schriften der Schulverwaltung Torkomnie: das dient vielleicht auch sonst zum guten Beispiel." Am: 25. August 1878 starb der Testator, welcher den Namen Jacques Lauterbach gen. Schoenewald angenommen halte, 9 Jahre später seine Gemahlin, welche schon im Jahre 1879